Kinder-und Jugendarzt Michael Achenbach beantwortet die wichtigsten Fragen zum Schutz vor Papillomviren

„Frauen“-Impfung für Männer sinnvoll

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Michael Achenbach kennt sich mit Impfungen aus. In diesem Kühlschrank in seiner Praxis bewahrt er die verschiedenen Impfstoffe auf.

Plettenberg -  Die Zahl der an Gebärmutterhalskrebs erkrankten Frauen in Deutschland ist gesunken. Ein Grund dafür ist sicherlich die frühzeitige Impfung, die für Frauen schon ab dem neunten Lebensjahr empfohlen wird. Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts empfiehlt diese Impfung jedoch seit Ende Juni auch für Jungen und Männer. Wir haben Kinder- und Jugendarzt Michael Achenbach zu dem Thema befragt.

Herr Achenbach, warum gibt es eine Impfempfehlung für Jungen, die doch gar nicht an Gebärmutterhalskrebs erkranken können?

Michachel Achenbach: Gebärmutterhalskrebs wird durch die sogenannten HP-Viren ausgelöst. Männer können sich genauso wie Frauen mit diesen Viren infizieren. Dies geschieht durch intimen (genitalen) Hautkontakt – normalerweise beim Geschlechtsverkehr, vaginal oder anal. HP-Viren können neben dem Gebärmutterhalskrebs auch andere ernsthafte Gesundheitsprobleme bei Männern verursachen. 

Wenn es zu einer Infektion beim Mann kommt, welche Krankheiten oder Symptome zeigen sich dann?

Achenbach: Das HP-Virus zeigt normalerweise keine Symptome. Selbst wenn das Virus Veränderungen in Hautzellen verursacht, sind diese meistens so minimal, dass sie nicht bemerkbar sind. Wenn das HP-Virus feststellbare Veränderungen verursacht, sind Genitalwarzen, die typischerweise um den Anus oder auf dem Penis, dem Hoden, in der Leistengegend oder am Oberschenkel erscheinen, das häufigste Resultat. Genitalwarzen sind nichts Ernsthaftes und können behandelt werden. In seltenen Fällen können „Hochrisiko“-HPV-Typen jedoch auch bestimmte Krebsarten verursachen, wie z. B. Penis- oder Anuskrebs (letzteren überwiegend bei homosexuellen, bisexuellen oder HIV-positiven Männern).

Mädchen sollten schon ab dem neunten Lebensjahr geimpft werden. Welches Alter empfiehlt die Impfkommission für Jungen?

Achenbach: Jungen sollten genau wie Mädchen zwischen dem neunten und 14. Lebesjahr geimpft werden. In dem Alter muss die Hauptimpfung nur einmal aufgefrischt werden. Ab dem 14. Lebensjahr muss dreimal geimpft werden. Bis zum Tag vor dem 18. Geburtstag kann die Impfung nachgeholt werden. Erwachsene, also die Über-18-Jährigen, zahlen selber, zumindest die Kassenpatienten.

Das komplette Interview gibt es in unserer heutigen Ausgabe des Süderländer Tageblatt. 

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