Formenreichtum: Bachforum lädt zum Orchesterkonzert

Die Sinfonietta Köln ist am Sonntag, 18. März, zu Gast beim Bachforum, das dieses Mal bereits am Vormittag stattfindet. Das Kammerorchester ist ein gern gesehener Gast in Plettenberg und gastierte in der Vergangenheit schon zwanzig Mal in der Vier-Täler-Stadt.

Plettenberg - Beim nächsten Konzert des Bachforums am Sonntag, 18. März, erwartet die Gäste ein Orchesterkonzert der Sinfonietta Köln unter der Leitung von Cornelius Frowein und der Geigerin Mira Tujakbajewa.

Musik von außerordentlicher Bandbreite steht bei dieser Matinee des Bachforums auf dem Programm. Im ersten Teil stehen Werke zweier frühreifer Genies: des Wunderkindes Wolfgang Amadeus Mozart und des souverän gestaltenden Felix Mendelssohn.

Mozarts Mailänder Quartette, von denen dasjenige in B-Dur KV 159 erklingen wird, entstanden bei der dritten Italientournee des erst dreizehnjährigen Mozarts. Es lehnt sich stark an zeitgenössische Vorbilder an – und weicht sofort von ihnen ab, indem der junge Komponist mit einem langsamen, ausdrucksstarken Satz beginnt, an den sich zwei rasche Stücke anschließen.

Das erste weithin unbekannte Violinkonzert Felix Mendelssohns entstand 1822 für ein Hauskonzert der Familie in Berlin. Mit der Tonart d-Moll erweist der junge Mann dem ursprünglich wohl ebenfalls für die Geige geschriebenen Klavierkonzert Johann Sebastian Bachs seine Reverenz, stilistisch orientiert er sich im ersten Satz eher am Berliner Sturm-und-Drang von dessen Sohn Carl Philipp Emanuel. Der langsame Satz leitet dann – wie in Beethovens Violinkonzert oder später in Mendelssohns eigenem e-Moll-Konzert – in einen rhythmisch prägnanten, schwungvollen Schlusssatz über, der das tänzerische Motiv virtuos verarbeitet.

Der zweite Teil des Konzerts führt mit Manuel de Falla und Pablo de Sarasate nach Spanien. De Fallas „Sieben spanische Volkslieder“ greifen zwar Volkspoesie und Volksmusik auf, verarbeiten sie aber ausgesprochen kunstreich. Sie erklingen hier in einer Bearbeitung für Streichorchester. Am Ende hat mit Sarasates „Zigeunerweisen“ noch einmal die Sologeige einen großen Auftritt. Sarasate verarbeitete – wie auch Brahms oder Liszt – weniger authentische „Zigeunermusik“ als zeitgenössische Kompositionen, die sich bestimmter, „zigeunerisch“ anmutender Wendungen bedienen. Sarasate komponierte das Werk für sich selbst. Am 18. März spielt es die junge, in Kasachstan geborene Geigerin Mira Tujakbajewa, die Konzerttourneen bereits durch ganz Europa führten – ein Fest für die Geige und die Zuhörer im Plettenberger Ratssaal.

Die Sinfonietta Köln unter Leitung von Cornelius Frowein gastierte schon zwanzig Mal in Plettenberg – ein Ausweis für die Qualität des Ensembles, den man nicht weiter kommentieren muss: immer ein gern gesehener Gast, immer wieder mit außergewöhnlichen Programmen. Das Konzert des Bachforums findet dieses Mal bereits am Vormittag, um 11.30 Uhr, im Ratssaal statt. Der Eintritt beträgt zehn Euro und ermäßigt fünf Euro.

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