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Ford A von 1930: Günter Geck kennt fast jede Schraube

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Von: Simone Rein

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Günter Geck (rechts) präsentierte voller Stolz seinen Ford A aus dem Jahr 1930.
Günter Geck (rechts) präsentierte voller Stolz seinen Ford A aus dem Jahr 1930. © Rein

Der Stolz steht ihm ins Gesicht geschrieben: Günter Geck ist Besitzer eines Ford A aus dem Jahr 1930. Viel Arbeit hat er in die Restauration des historischen Gefährts gesteckt, das er – wie auch andere Autoliebhaber – am Wochenende beim Oldtimer-Frühschoppen der Motorsportfreunde Plettenberg (MSF) gerne präsentierte.

Plettenberg - Auch die MSF konnten coronabedingt in den vergangenen Jahr kaum Veranstaltungen durchführen. Umso größer war die Freude, endlich mal wieder einen Frühschoppen am Vereinsheim an der Wiesenstraße zu organisieren. Der Verein wäre zwar gerne Teil der Plettenberger Woche gewesen, doch der Plan zerschlug sich rasch. Aufgrund der zu hohen Kosten und Auflagen fand der Frühschoppen direkt am Clubheim statt. Strom, sanitäre Anlagen und mehr Ruhe seien weitere Gründe für diese Entscheidung gewesen.

Wer den Weg zur Wiesenstraße fand, der konnte zahlreiche Old- und Youngtimer, aber auch ein paar wenige Trecker bewundern. Das älteste Modell unter den Oldtimern war ein Ford A aus dem Jahr 1930 – das Schmuckstück von Günter Geck. 40 PS und eine Geschwindigkeit bis zu 80 km/h hat das alte Schätzchen zu bieten. Sogar bis zu 100 km/h schaffe dieses Modell, doch bei dieser Geschwindigkeit auf unebenen Strecken gebe es unangenehme Klappergeräusche.

„Wir hatten damals sechs Stück gekauft. Das war richtig Schrott und ganz billig. Dann haben wir die sechs wieder aufgebaut“, erklärt Geck im Gespräch mit unserer Zeitung. Eines dieser Fahrzeuge hat er behalten. Das sei jetzt 47 Jahre her. „Ich habe mich für diesen Ford entschieden, weil es für dieses Auto noch jedes Ersatzteil gibt. Weltweit laufen noch 400 000 dieser Fahrzeuge. Man kann bei einer Zentrale in München die Ersatzteile bestellen“, freut sich der Plettenberger darüber, fast jedes Teil, wenn auch nachgemacht, zu bekommen.

Für solch ältere Fahrzeuge müsse mittlerweile ein Lenkradschloss vorhanden sein. Günter Geck, der einst in der Metallverarbeitung tätig gewesen ist, legte dabei selber Hand an, damit die „Brüder“ bei der Prüfstelle zufrieden waren. Die Blinker lassen sich durch einen Hebel im Innenraum ausklappen. Geck musste aber vor Ort feststellen, dass bei der Vorführung dieser Funktion die Warnblinker nicht richtig reagierten. Hier muss nochmal nachgesehen werden, denn der Oldtimer muss in Kürze wieder zum Tüv.

„Früher waren sie beim Tüv schwer muffig. Da wurde man wegen so blöden Kleinigkeiten weggeschickt. Heute kommen sie beim Tüv angelaufen und wollen sich das Auto angucken“, erklärte Geck. Sofort genehmigt seien allerdings die nicht vorhandenen Gurte.

Der heutige Wert von den insgesamt 6,5 Millionen produzierten Modellen zwischen 1928 und 1932 liegt bei circa 17 000 bis 18 000 Euro. In den Wiederaufbau dieses Fahrzeugs habe er viel Zeit investiert, sodass Günter Geck fast alle Schrauben kennt. Weitere Fahrten unternehme der betagte Oldtimer-Besitzer allerdings nicht mehr

Die MSF-Vertreter zeigten sich zufrieden mit der Resonanz, zumal vor allem 2021 Vieles im Verein wegen der Pandemie geruht habe. Auch das 90-jährige Jubiläum habe man nicht feiern können. Der 1. Vorsitzende Henning Cordt hofft, dass in Zukunft wieder mehr möglich ist. So würde noch überlegt, ob ein weiterer Kartlauf im Herbst organisiert werden sollte.

Bei noch sommerlichen Temperaturen und Sonnenschein konnte umfangreich gefachsimpelt werden. Neben dem Clubheim wurde gegrillt und so für die Verpflegung gesorgt.

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