Hälfte der Infizierten ist über 80 Jahre alt

Impftrödelei in MK-Krankenhaus: Mehrere Patienten mit Corona infiziert

Der Ärztliche Direktor Dr. Andrzej Ploch und die Corona-Koordinatorin Simone Colak erklären, warum es keine Prämien gibt.
+
Der Ärztliche Direktor Dr. Andrzej Ploch und die Corona-Koordinatorin Simone Colak würden sich wünschen, dass alle Bürger über 80 Jahren bereits durchgeimpft wären.

Plettenberg – Dass in Deutschland zu langsam geimpft wird, ist bekannt. Im internationalen Vergleich belegt die Bundesrepublik einen der hinteren Plätze. Und das hat Folgen in Plettenberg.

Deutlich wird die Impftrödelei auch an der Belegung des Plettenberger Radprax-Krankenhauses. Mit Stand von Freitag werden dort ein Dutzend Patienten behandelt, die positiv auf den Covid-19-Erreger getestet wurden – zwei davon auf der Intensivstation.

Auf Anfrage bestätigte der Ärztliche Direktor Dr. Andrzej Ploch, dass zwei 86-jährige und vier weitere über 80-jährige Patienten auf der Isolierstation in Behandlung seien. Alle sechs seien nachweislich noch nicht geimpft worden, obwohl genau diese Altersgruppe als erstes durchgeimpft sein sollte.

Hätte Tod vermieden werden können?

„Gerade aufgrund anderer Erkrankungen ist es sehr wichtig, diese Personengruppe vorrangig zu impfen“, sagte Ploch, dessen Schwiegereltern ebenfalls noch auf ihren Impftermin warten müssen, obwohl beide über 80 Jahre alt sind.

Möglicherweise hätte auch der Tod der 84- und 86-jährigen Seniorinnen aus Plettenberg vermieden werden können, die in diesen Tagen außerhalb des Krankenhauses im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion verstarben und noch nicht durchgeimpft waren.

Neue Leitlinien zur Behandlung

Was die Behandlung der infizierten Patienten angeht, habe man neue Leitlinien bekommen, die eine etwas andere Medikationen vorsehen. „Das eine Medikament gegen Corona gibt es aber leider nicht“, betonte Ploch mit Blick auf die Behandlung, die individuell ausfalle. Weiterhin nicht erlaubt seien Besuche der Patienten im Plettenberger Krankenhaus. Bei lebensbedrohlichen Verläufen seien aber individuelle Absprachen jederzeit möglich, versicherte Ploch abschließend.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare