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Flugzeuge auf Kollisionskurs im MK? Flugsicherung gibt Auskunft

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Von: Georg Dickopf

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Eine Boeing 777-300 der Fluggesellschaft Emirates kreuzte am Sonntag einen in fast zwölf Kilometer Höhe fliegenden Airbus A319. Wie groß der Abstand zwischen den beiden Jets war, verriet ein Sprecher der Flugsicherung auf Anfrage unserer Zeitung.
Eine Boeing 777-300 der Fluggesellschaft Emirates kreuzte am Sonntag einen in fast zwölf Kilometer Höhe fliegenden Airbus A319. Wie groß der Abstand zwischen den beiden Jets war, verriet ein Sprecher der Flugsicherung auf Anfrage unserer Zeitung. © Symbolbild: Emirates

Es ist Sonntag, kurz nach der Mittagszeit, als der Plettenberger Olaf Knecht eine der wenigen Sonnenstunden des Jahres nutzt und dabei gedankenverloren in den Himmel schaut.

Plettenberg - In dem Moment sieht er die Kondensstreifen zweier Flugzeuge, die am relativ wolkenlosen Himmel im fast rechten Winkel direkt aufeinander zufliegen. „Das sah schon ein wenig bedrohlich aus und deshalb habe ich es auch fotografiert“, sagte der Paseler, der um Punkt 13.45 Uhr den Moment sieht, in dem die beiden Linien am Himmel kurzzeitig miteinander verschmelzen. Doch eine Kollision bleibt aus.

Beide Maschinen kreuzen den Weg und fliegen unbeirrt weiter.

Um 13.45 Uhr kreuzten sich die Routen eines Airbus A319 und einer Boeing 777.
Am Sonntag um 13.45 Uhr befanden sich die Routen eines Airbus A319 und einer Boeing 777 auf Kollisionskurs. © Knecht

Wir wollten wissen, wie nah sich die Flugzeuge im Himmel über dem Märkischen Kreis kamen und fragten dazu bei Michael Fuhrmann, dem Pressesprecher der Deutschen Flugsicherung (DFS), nach.

Nach einer entsprechenden Auswertung der Flugdaten ermittelte die DFS zwei beteiligte Maschinen von Air France und Emirates.

Flugdaten ermittelt

Die Air France-Maschine (Flugnummer AFR26GC) war demnach um 12.58 Uhr am Flughafen Charles de Gaulle in Paris gestartet und befand sich auf einem Flug nach Berlin. Der Airbus A319 landete um 14.33 Uhr in der Bundeshauptstadt auf dem Berliner Flughafen.

Rund eine Dreiviertelstunde zuvor kreuzte er die Flugbahn einer Boeing 777-300 der Fluggesellschaft Emirates über Pasel. Diese Maschine (UAE9330) war um 13.26 Uhr auf dem Flughafen Amsterdam Schiphol gestartet und befand sich auf dem Weg nach Dubai (Ankunft 22.16 Uhr).

Ein solcher Airbus A319 von Air France flog über Plettenberg direkt auf eine Boeing 777-300 zu.
Ein solcher Airbus A319 von Air France flog über Plettenberg direkt auf eine Boeing 777-300 zu. © Symbolbild: Air France

„Der Höhenabstand beider Maschinen betrug rund 2 000 Fuß“, betonte Michael Fuhrmann. Während die Emirates-Boeing in 37 000 Fuß Höhe (11 280 Meter) über das Lennedorf flog, kreuzte sie den Airbus der Air France-Maschine, der auf 39 000 Fuß Flughöhe (11 890 Meter) gut 600 Meter oberhalb der Boeing 777 in Richtung Berlin steuerte.

Mindestabstand liegt bei 1000 Fuß

„Die Mindestabstände, die unsere Fluglotsen einhalten, betragen entweder fünf Meilen, wenn sich die Maschinen in gleicher Höhe bewegen, oder 1 000 Fuß (rund 300 Meter), sofern wir die Maschinen kreuzen lassen. Der Abstand der beiden Flugzeuge über Plettenberg war also doppelt so groß wie der mögliche Mindestabstand“, betonte Fuhrmann.

Die Flugsicherung bekomme häufiger Anfragen dieser Art. „Vom Boden aus sieht so etwas spektakulär aus, weil dem Auge die Referenzpunkte für die tatsächliche Flughöhe fehlen“, erklärte Fuhrmann.

Der Mindestabstand von 300 Meter gelte im übrigen bei allen Wetterbedingungen. Wenn man als Passagier aus dem Fenster schaue, könne man die kreuzenden Flugzeuge manchmal sehen.

„Das ist ein im Flugverkehr völlig normaler Vorgang“, so Fuhrmann. Die Deutsche Flugsicherung sorge dabei für die Einhaltung der notwendigen Flughöhen und Sicherheitsabstände.

Da das Sauerland von vielen Flugzeugen aus den USA und bei Flügen in Richtung Frankreich, den osteuropäischen Raum und in Richtung Dubai als Flugroute genutzt werde, könne man solche Ereignisse durchaus häufiger am Himmel beobachten.

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