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Ein Bussard aus dem 3D-Drucker: Flugplatzfest mit besonderen Gästen

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Von: Stefanie Vieregge

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Ein Bussard als Modellflugzeug.
Ein Bussard als Modellflugzeug: Dieses Exemplar hat René Gerrath im 3D-Drucker entstehen lassen. © Stefanie Vieregge

Für die Zuschauer sieht es so einfach aus, doch es sind hohe Konzentration und viel Fingerspitzengefühl gefragt: Kunststücke von Flugzeugen, Jets und Hubschraubern im Modellformat begeisterten am Wochenende am Himmel über der Endert. Der Modellsportclub Plettenberg (MSC) hatte zum Flugplatzfest geladen, bei dem es auch wieder viel zum Staunen gab.

Plettenberg – Die Mitglieder des MSC sowie drei Piloten des benachbarten Aero-Clubs aus Attendorn führten den Zuschauern ihre (teils selbst gebauten) Flugzeuge und ihr fliegerisches Können vor. Unter den wachsamen Augen von Flugleiter Stefan Bauckhage gingen ferngesteuerte Motor- und Segelflugzeuge, Jets und Hubschrauber an den Start. Moderator Sven Rabe führte durch die Veranstaltung und informierte über alle technischen Details der vorgeführten Fluggeräte und die schwierigen Anforderungen an die Piloten, vor allem bei den Hubschraubern.

Vor allem die kleinen Gäste waren fasziniert von den Modellen.
Vor allem die kleinen Gäste waren fasziniert von den Modellen, durften sie von innen ansehen und fragten den Piloten sprichwörtlich Löcher in den Bauch. © Stefanie Vieregge


„Hohe Konzentration ist hier gefordert, denn wenn man sich mal verknüppelt – also nicht richtig steuert – verzeiht einem das der Hubschrauber nicht so schnell wie ein Flächenflugzeug.“ Gemeint sind die hochsensiblen Instrumente für die feinen Drehungen, die Heiko Richter aus Attendorn zu zeigen verstand. Angetrieben von einer sechs Kilowatt Verbrennungsturbine, musste sein Hubschrauber vom Typ AW 139 erstmal warmlaufen, um die 24,5 Kilogramm Startgewicht von den 2,50 Meter großen Rotorblättern in die Luft bringen zu können. Wie festgenagelt auf der Stelle schwebte der Hubschrauber zunächst ein paar Sekunden nur knapp über dem Boden, bevor er hoch über die Köpfe der Zuschauer stieg und waghalsige Flugmanöver ausführte.

Der Kunstflug dominierte den Tag, zahlreiche Rollen und Loopings jagten Turns und Sturzflüge. Noch schneller wirkten die Flugfiguren aufgrund der Elektromotoren, die im Gegensatz zu den Verbrennern ein höheres Drehmoment und damit eine bessere Leistungsfähigkeit bieten. „Deswegen werden heutzutage fast überall Elektromotoren eingesetzt“, erklärt der Plettenberger Markus Wegener, den vor allem die Technik und Kreativität hinter den kleinen Kraftpaketen fasziniert.

Vom Großvater gelernt

Gemeinsam mit René Gerrath aus Attendorn zeigte Wegener rasanten Kunstflug mit dem Elektro-Segelflugzeug „Respect“ aus der Topkategorie. Aus bis zu 250 Metern Höhe starteten sie ihre Manöver und flogen unter anderem einen gerissenen Looping, der anstatt eines Kreises eher ein Viereck beschreibt. Zum Schluss folgte noch ein tiefer Überflug in nur etwa fünf Metern Höhe mit ausleitender Rolle bei einer Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h, dann setzten die Flugzeuge sanft wieder auf.

„Start und Landung sind wie überall das Schwierigste und müssen am häufigsten geübt werden“, so der 1. Vorsitzende Werner Mandera. Er hat die Leidenschaft für den Modellsport an seinen Enkel weitergegeben. Niklas Konitzer hat im Alter von acht Jahren bei seinem Großvater „am Kabel gehangen“ und das Modellfliegen gelernt. Heute ist er 21 und steuert mit sicherer Hand eine Pitts im Formations-Kunstflug sowie eine EDGE 540, die im Original am berühmten Red Bull Air Race teilnimmt. Typisch für diesen Wettbewerb sind die im Messerflug (90 Grad Seitenlage) ausgeführten Flugmanöver durch luftgefüllte Pylonen.

Auch historische Doppeldecker starteten vom Flugplatz An der Endert.
Auch historische Doppeldecker starteten vom Flugplatz An der Endert. © Stefanie Vieregge

Konitzer beeindruckte Zuschauer wie Kameraden, indem er diese Manöver nicht nur geradeaus, sondern im 360 Grad Vollkreis ausführte, was ein Umdenken in allen Dimensionen erfordert.

Außerdem wurde ein Start per Winde gezeigt. Das an der Nase des Segelflugzeugs eingehakte Seil wird beim Überfliegen der Zugvorrichtung am Boden automatisch ausgeklinkt. Demzufolge durfte natürlich auch der sogenannte F-Schlepp nicht fehlen, bei dem das Segelflugzeug am Seil von einem Motorflugzeug in die Luft gezogen wird und der Segler entscheidet, wann er ausklinkt. Die Schleppmaschine Robin DR400 wurde der echten „Jodel“ am Flugplatz Habbel nachempfunden und sogar mit der passgenauen Beleuchtung ausgestattet.

Als Kontrast zu den surrenden Elektromotoren gab es noch etwas „Geräusch“ bei Jürgen Schröder und seiner Decathlon. Der 150 Kubikzentimeter starke Boxer-Motor (umgerechnet 3 PS) zauberte Gänsehaut und ein Strahlen in die Gesichter, während er auf Temperatur gebracht wurde, um dann zu einem brummenden, grasfliegenden Start anzusetzen.

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