Ist das die Zukunft? 

Wie am Flughafen: Planer schlagen "Schwebebahn" durch Tal im Sauerland vor

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Die Idee einer Schwebebahn für Plettenberg ist nicht neu: Bereits vor über 100 Jahren zeigte eine Postkarte das Amt Plettenberg (Plettenberg II) in der Zukunft – mit motorisiertem Individualverkehr, Lufttaxen und eben einer Bahn.

Plettenberg – Wie kann man die Verkehrssituation im unteren Elsetal – speziell im Bereich Herscheider Straße, Bahnhofstraße – entzerren? Eine neue Idee soll nun Abhilfe schaffen. 

Die Verkehrssituation war Thema eines Bürgerforums in diesem Frühjahr. Matthias Schröder vom Fachgebiet Stadt- und Umweltplanung, hat sich anschließend intensiv mit den Vorschlägen der Plettenberger Bürger auseinandergesetzt und Pläne geschmiedet. 

Ein Vorschlag war damals ein E-Bus, der die Verkehrssituation in der Stadt zwar generell umweltfreundlicher machen würde, „allerdings ändert sich nichts an der Gesamtsituation, denn der Bus steht ebenso im Stau und es wird keine Entzerrung stattfinden“, schlussfolgerte Matthias Schröder. 

H-Bahn soll vollautomatisch fahren

Für am sinnvollsten hält er eine sogenannte H-Bahn wie in Dortmund, die über die Straßen flitzen soll wie ein horizontaler Aufzug. „Das Ganze funktioniert wie die Bahnen in Düsseldorf am Flughafen. Auch in Dortmund ist ein ähnliches Modell in Betrieb“, erklärt Schröder.

Die Bahn funktioniert voll automatisch, ein Fahrer ist also nicht nötig“, erklärt Schröder. Er könne sich dieses Modell gut an der Herscheider bzw. der Bahnhofstraße vorstellen. „Die Bahn würde einfach über den Autos fahren und dadurch hätte sie ihre eigenen Taktungen und nichts mit dem Straßenverkehr zu tun“, so Schröder. Der Stadtplaner versucht mit den Nachbarstädten der Lenneschiene an Fördergelder für die Regionale 2025 zu gelangen, damit solch ein Projekt überhaupt realisiert werden könnte, denn die Kosten für eine H-Bahnstrecke liegen in zweistelliger Millionenhöhe. 

"Sind auf einem guten Weg"

Das Bewertungssystem funktioniere, laut Schröder, in drei Schritten. Dafür wird für jeden erfolgreichen Schritt ein Stern vergeben. Im ersten Schritt geht es um die Idee, die Nachhaltigkeit des vorgeschlagenen Projektes. Um den zweiten Stern zu bekommen, wird geprüft, ob das Vorhaben überhaupt umsetzbar ist und Sinn macht. Den dritten Stern erhält man, wenn der Praxistest bestanden wurde. Über die Vergabe der Sterne entscheidet ein Gremium. 

„Leider haben wir dieses Jahr noch nicht geschafft, den ersten Stern zu bekommen. Das ist aber mein Ziel für das kommende Jahr“, ist Schröder realistisch, dass die Lenneschiene 2020 Erfolg haben wird. „Wir sind auf einem guten Weg“, so Schröder. Die Fördersumme für das Projekt allein könnte die Kosten für das Gesamtprojekt allerdings nicht decken. Laut Schröder müsse die Stadt ebenfalls mit 30 bis 50 Prozent etwas beisteuern.

Akzeptieren Senioren das Projekt?

Die Finanzierung sei jedoch nicht das Hauptproblem, laut Schröder. Er glaubt vielmehr, dass solch ein Projekt in Plettenberg keine Akzeptanz finden würde. „Da der Ticketverkauf digital läuft, bin ich mir nicht sicher, ob solch ein System in Plettenberg angenommen würde“, zweifelt er. Da ein Großteil der Bevölkerung schon im Seniorenalter sei und teilweise nicht einmal ein Smartphone besitze, könnte das ein Problem werden. „Ich weiß nicht, ob wir hier in Plettenberg schon so weit sind“, äußert Schröder seine Bedenken. 

Ein weiteres Thema, das ebenfalls bei der Ausschusssitzung angesprochen wurde, sei ein Mischverkehr im Bereich Unteres Elsetal, beispielsweise Auf der Weide. „Ich denke da an verkehrsberuhigte Zonen, die man in Schrittgeschwindigkeit befahren kann“, so Matthias Schröder. Es gäbe aber noch keine konkreten Planungen.

Immer wieder kommt es im Bereich Herscheider Straße, Bahnhofstraße zu Unfällen. Zuletzt rammte eine Autofahrerin mit ihrem Wagen auf der Bahnhofstraße einen Kradfahrer. Auch kollidierten zwei Wagen auf der Herscheider Straße. Viele Anwohner sind sauer. Sie fordern eine Lösung.

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