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Flüchtlingsunterkunft leer: Was passiert mit Halle und Containern?

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Von: Georg Dickopf

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Weiterhin offen ist, was mit den in der Flüchtlingskrise angeschafften Sanitärcontainern passieren soll.
Weiterhin offen ist, was mit den in der Flüchtlingskrise angeschafften Sanitärcontainern passieren soll. © Dickopf

Der Höhepunkt des Flüchtlingsstroms vor rund sechs Jahren: Um die Geflüchteten unterbringen zu können, kaufte die Stadt Plettenberg eine riesige Halle mit Bürogebäude. Die Flüchtlinge sind mittlerweile ausgezogen, die Halle leer. Die Frage, die sich nun stellt: Was wird aus dem alten Industriekomplex?

Plettenberg - „Wir schaffen das“, sagte die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel inmitten der Flüchtlingskrise 2015/2016. In dieser Zeit waren das Asylbewerberheim an der Ohler Straße 100 und sämtliche andere städtischen Unterkünfte voll mit Flüchtlingen. Und weil der Flüchtlingsstrom nicht abriss, kaufte die Stadt Plettenberg nach dem Umzug der Firma Pfeiffer Biegetechnik nach Finnentrop deren riesige Halle nebst Bürogebäude Am Friedhahn in Ohle.

Umbau in Flüchtlingshalle

Der genaue Kaufpreis wurde nie öffentlich gemacht, aber mitsamt den folgenden Umbauarbeiten dürften gut 1,5 Millionen Euro in das Projekt geflossen sein. Nach dem Einbau einer neuen Heizungs- und Lüftungsanlage wurden Betten, Matratzen, Schränke, Tische, Stühle und Sanitärcontainer beschafft und auch teilweise aufgebaut.

Während das ebenfalls sanierte und umgebaute Bürogebäude später tatsächlich für die Unterbringung von jungen Flüchtlingen und Familien genutzt wurde, blieb die große Halle jahrelang weitgehend ungenutzt.

Die mit Bauzäunen abgeteilten Flüchtlingsparzellen in der Pfeiffer-Halle dienten bei der Bürgerversammlung in Ohle auch als Fotomotiv.
Die mit Bauzäunen abgeteilten Flüchtlingsparzellen in der Pfeiffer-Halle dienten bei der Bürgerversammlung in Ohle auch als Fotomotiv. © Dickopf

Dass in der Halle Am Friedhahn vor sechs Jahren hunderte Flüchtlinge untergebracht werden sollten, stieß in Ohle seinerzeit auf wenig Begeisterung. Und so musste Bürgermeister Ulrich Schulte nur drei Monate nach seiner Wahl zum neuen Plettenberger Stadtoberhaupt bei einer gut besuchten Bürgerversammlung in der Pfeiffer- Halle vor fast genau sechs Jahren die Wogen glätten.

Verkauf in diesem Jahr geplant

Als später absehbar war, dass die Halle nicht mehr für Flüchtlinge benötigt würde, stand ein Verkauf der Halle im Raum. Doch angesichts der schlechten verkehrlichen Anbindung verzichtete die Stadt auf eine Veräußerung. Doch das soll sich in diesem Jahr ändern.

„Wir wollen jetzt noch abwarten, bis im Frühjahr die neue Brücke über die Bahn in Ohle fertiggestellt ist, denn dann gibt es auch eine vernünftige Anbindung“, sagte Schulte im ST-Weihnachtsinterview.

In der Halle nächtigten während des innerstädtischen Glasfaseranbaus die Montagetrupps des Subunternehmers, den die Telekom mit den Erdarbeiten beauftragt hatte. Ansonsten nutzt der städtische Baubetriebshof die Fläche als Lager und stellte dort beispielsweise auch zwei der noch nicht montierten Rundbänke unter.

Weiterhin offen ist, was mit den in der Flüchtlingskrise angeschafften Sanitärcontainern passieren soll.
Weiterhin offen ist, was mit den in der Flüchtlingskrise angeschafften Sanitärcontainern passieren soll. © Dickopf

Sanitärcontainer schwer zu transportieren

Was mit den drei großen Sanitärcontainern passiert, die seinerzeit angeschafft wurden und seitdem in der Halle stehen, ist laut Schulte noch offen. „Wir haben immer mal wieder überlegt, die Container anderswo einzusetzen“, so Schulte. Da aber für den Transport jedesmal ein Tieflader benötigt würde, sei die Nutzung außerhalb unwirtschaftlich.

Bei dem in diesem Jahr angestrebten Verkauf der Halle müsse man die nahezu ungenutzten Sanitärcontainer dann aber in jedem Fall woanders unterbringen oder verkaufen.

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