First Punch eröffnet Boxcamp in Eiringhausen / Training für Profis und Hobbysportler

Das Rüpel-Image bekämpfen

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Der Schwergewichtler Ali Kiydin aus Frankfurt ist einer von insgesamt sechs Profi-Boxern im Stall von First Punch. Dank der modernen Trainingsmöglichkeiten kann er sich in Eiringhausen optimal auf seine Kämpfe vorbereiten.

PLETTENBERG - Sechs Profi-Boxer stehen derzeit bei der Plettenberger First Punch-Boxpromotion unter Vertrag. Trotz des jungen Bestehens des Unternehmens, das 2014 gegründet wurde, konnten bereits ein Europameistergürtel und zwei Deutsche Meisterschaftsgürtel gefeiert werden.

Dabei mussten sich die Profi-Boxer bislang individuell bei sich zu Hause auf die Kämpfe vorbereiten. Mit dem Boxcamp an der Jüttenstraße, das am Samstag unter großem Interesse der Plettenberger Bevölkerung eingeweiht wurde, bieten Jan Christoph Jaszczuk und Julian Prange von der First Punch-Boxpromotion ihren Athleten die Möglichkeit, sich vor Ort unter besten Voraussetzungen auf ihre Duelle vorzubereiten. 

Aber dies ist nicht die einzige Intention der Campgründer. Boxen ist zwar, denken wir an die Klitschko-Brüder, Henry Maske und andere Profi-Boxer, ein Sport, der in der Öffentlichkeit an Ansehen gewonnen hat. Hört man aber, dass jemand boxt, denkt man bei Hobbyboxern oft an grobe Rüpel und Schlägertypen. Genau diesem Image wollen Jaszczuk und Prange entgegenwirken. 

„Boxen ist ein Sport für Männer und Frauen, Schüler, Jugendliche und Erwachsene, die durch gezieltes Boxtraining ihre Fitness verbessern können“, sagt Jan Christoph Jaszczuk. Unter dem Motto des „Fitness-Boxens“ werden Kraft, Schnelligkeit, Konzentration und Koordination gezielt trainiert und verbessert und nicht zuletzt die Ausdauer verbessert. „Das Training findet ausschließlich unter Leitung von Boxtrainern oder eventuell auch Profi-Boxern statt, die so das Trainingsziel eines jeden einzelnen im Auge behalten und so individuell auf jedermanns Wünsche und Ziele eingehen können“, erklärte Jaszczuk. 

Das Fitness-Boxen könne beispielsweise auch als Ausgleichssport für andere Sportler, wie beispielsweise Fußballer, eingesetzt werden, die hier ganz gezielt auf die Ausdauer und Kraft trainieren können. „Wir werden zunächst an drei Tagen ein Gruppentraining anbieten. Individuelle Trainingseinheiten und Einzeltraining sind separat davon abzusprechen“, ergänzte Jaszczuk. Nachdem in der letzten Woche bereits eine erste Einheit Betriebssport im Boxcamp erfolgreich angeboten wurde, beginnt heute um 18.00 Uhr das erste öffentliche Gruppentraining. 

Ein weiterer Bereich neben den Profis und Fitness ist die „Punch School“. Sie beinhaltet Sozialprojekte mit Schulen und wird in den nächsten Tagen näher vorgestellt. 

Die meisten Besucher am Eröffnungstag aber waren nicht wegen des Fitnessboxens gekommen. Sie wollten die Profi-Boxer beim Training und im Sparring sehen. Eher unscheinbar, trotz seiner Größe, blieb dabei Michael Schmidt, der sogenannte „Cutman“, der schon einige Zeit für Jan Christoph Jaszczuk tätig ist. Der Cutman ist neben dem Trainer einer der wichtigsten Personen für den Boxer am Ring, denn er kümmert sich vor, während und nach dem Kampf um die richtige Versorgung des Sportlers. 

Schmidt, Physiotherapeut und Sportlerbetreuer, hat selber früher geboxt. Heute kümmert er sich um die Versorgung der Boxer. Ein wichtiger Bestandteil seiner Arbeit ist die Präparierung der Hände. In akribischer Manier und mit viel Mühe tapt Schmidt die Hände der Boxer und dabei sitzt jeder Handgriff. Rund 30 Minuten braucht Schmidt für die Präparierung eines Boxers vor dem Kampf. „Heute mache ich es langsam und für jeden gut erkennbar. Bei Kämpfen muss es natürlich schneller gehen“, schilderte Schmidt den Zuschauern. 

Wie gut die Arbeit Schmidts ist, zeigt, dass er selbst auch einige Zeit Cutman ausgebildet hat. „Grundvoraussetzungen oder Zertifikate braucht man für diese Arbeit nicht. Es darf sich also jeder so nennen“, scheint Schmidt ein wenig besorgt, denn gerade die Gesundheit des Sportlers während des Kampfes ist von großer Bedeutung. Im Ring werden die Haut gepflegt und Blessuren und Verletzungen umgehend behandelt. Und auch die nachträgliche Versorgung unter geschulter Aufsicht sollte im Sinne des Sportlers und des Teams sein.

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