Ehemaliger Prokurist vor dem Amtsgericht

Firmengelder veruntreut?

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Plettenberg -  Rund drei Stunden dauerte der etwas „spezielle“ Fall, den Richterin Sonja Elle am vergangenen Dienstag vor dem heimischen Amtsgericht zu verhandeln hatte. Dem Angeklagten, einem Plettenberger Prokuristen, wurde vorgeworfen, in insgesamt 18 Fällen Firmengelder veruntreut zu haben. 

Die Anklage lautete wie folgt: In den Jahren zwischen 2013 und 2016 soll er insgesamt 18 Mal Rechnungen über diverse Kameras, Receiver und weitere technische Geräte für seinen Privathaushalt bestellt haben. Dabei rechnete der Mann die Waren über die Firma, für die er damals als Prokurist arbeitete, ab. Am Dienstag waren insgesamt sechs Zeugen zu dem Fall geladen worden, die auch aussagten. Während Sonja Elle mit speziellen Fragen nachhakte, stellte sich heraus, dass einige Punkte in der Anklageschrift so nicht stimmen konnten. „Durch die teils identischen Aussagen mehrerer Zeugen kam heraus, dass manche der bestellten Waren tatsächlich für die Firma bestellt und auch in den Firmengebrauch übergingen – also hatte der Mann nichts Unrechtes getan“, so die Richterin anschließend im Gespräch mit der Heimatzeitung.

 Insgesamt stand für die Richterin, die letztendlich das Urteil am Dienstag fällen musste, fest, dass man mindestens zehn der insgesamt 18 Fälle ausräumen konnte. Zu fünf Bestellungen sah der Angeklagte am Dienstagsein Fehlverhalten ein: „Ich wollte die Rechnungen auf jeden Fall bezahlen, aber irgendwie ist mir das hinterher durchgegangen. Ich habe die Sachen bewusst über die Firma bestellt, da es einfacher und praktischer für mich so war“, so der Mann. Den entstandenen Schaden habe der Angeklagte auch vor der Verhandlung schon mit einer Zahlung beglichen, zumindest den Teil, den er selbst eingeräumt hatte. „Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte“ „Über drei weitere Fälle, die noch zur Sprache kamen, kann man streiten – da wird die Wahrheit wohl irgendwie in der Mitte liegen“, so Sonja Elle nach der Verhandlung, die schließlich das Verfahren gegen eine Zahlung von 4 000 Euro einstellte. Zur Begründung sagte die Richterin: „Da der Prokurist in vielen Fällen zu Unrecht angeklagt worden war, die fünf Fälle eingeräumt hatte und die entstandene Summe schon beglichen hatte – und obendrein nicht vorbestraft war – ist das eine faire Lösung, denke ich.“ 

Die 4000 Euro, die der Angeklagte nun zu zahlen hat, kommen dem Kinderhospiz Balthasar in Olpe zugute. In der Firma arbeitet der ehemalige Prokurist übrigens nicht mehr. Er habe selbst gekündigt und sei mittlerweile selbstständig mit einer neuen Firma, so ließ er in der Gerichtsverhandlung am Dienstag verlauten.

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