„Das ist die größte Investition unserer Firmengeschichte“

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Geschäftsführer York Rempel präsentiert das im Bau befindliche Hallengerüst, in dem im Januar eine neue 800 Tonnen Schuler-Presse installiert werden soll.

Plettenberg -   Ein Stahlgerippe und ein Schwerlastkran an der Oestertalstraße weisen derzeit unmissverständlich darauf hin, dass bei der Firma Rempel Stanztechnik angebaut wird. Dabei wird ein Grundstück am Oesterbach genutzt, um Platz für eine neue Produktionshalle zu schaffen.

„Wir werden dort im Januar eine neue Schuler-Presse errichten“, bestätigte Geschäftsführer York Rempel auf Anfrage. Doch das Unternehmen investiert nicht nur in eine neue Halle und eine hochmodernen Produktionsanlage, sondern verbesserte zugleich auch die Infrastruktur auf dem Gelände. Neben der elektrischen Verteilung wurde auch die Gasversorgung auf Vordermann gebracht. 

„Wir haben auch einen neuen Lkw-Wendeplatz und zusätzliche Stellplätze geschaffen, um die betrieblichen Abläufe zu verbessern“, sagte Rempel und ergänzte: „Das ist die größte Investition unserer Firmengeschichte.“ In dem Unternehmen, das seine Ursprünge als Schmiede im Jahr 1891 hat und sich ab 1998 auf die Stanztechnik spezialisierte, werden unter anderem Gelenke für Lenksäulen sowie Abgasflansche für VW-Motoren produziert. Sorgen bereiten dem heimischen Stanzbetrieb die Auswirkungen des Diesel-Skandals, denn bedingt durch die dadurch verstärkt benötigten Abgasprüfstande gibt es Rückstände bei der Freigabe der VW-Motoren gemäß dem neuen WLTP-Abgasstandard.

 „Die Produktion wurde deshalb teilweise deutlich gedrosselt, was sich natürlich auch bei uns auswirkt“, sagte Rempel. „Wenn VW einmal hustet, hat das ganze Sauerland eine Grippe“, beschrieb er die Folgen auf die heimische Zulieferindustrie. Probleme bereiten dem in zweiter Generation von York Rempel geführten Betrieb aber auch die schwache Internetanbindung. „Wir haben hier gerade einmal eine 3 000er Leitung.“ In Zeiten, in denen immer mehr auf digitalem Weg laufe, sei das eine Zumutung.

 „Bei uns ist einmal eine Telefonkonferenz zusammengebrochen, weil Mitarbeiter im Betrieb Internetradio gehört haben“, betonte Rempel. Vor dem Hintergrund sei es für ihn unverständlich, dass vor der Haustür die Straße vom Energieversorger Enervie aufgerissen wurde, die Stadt Plettenberg aber aus Kostengründen darauf verzichtet habe, ein Leerrohr für einen Glasfaseranschluss verlegen zu lassen, weil die Kosten zu hoch gewesen seien. 

Bauamtsleiter Sebastian Jülich bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung die Aussage von York Rempel. „Wenn wir selber einen Straßenausbau vornehmen, verlegen wir auch immer ein Leerrohr und berechnen dem Anbieter nur die entstandenen Kosten. Für das Geld, das Enervie für das Leerrohr haben wollte, hätten wir den Ausbau auch selber machen können“, sagte Jülich. Noch dazu hätte man das Problem so nicht gelöst, denn damit wäre nur ein kleines Teilstück abgedeckt gewesen. Der reguläre Ausbau müsse im Zuge des Breitbandausbaus erfolgen.

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