Ein sonniger und grüner Fußabdruck im Sauerland

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Die riesige PV-Anlage auf dem Dach der Junior-Produktionshalle im Industriegebiet Osterloh-West produziert bis zu 750 000 Kilowattstunden Sonnenstrom im Jahr.

Plettenberg – Alle reden von Klimawandel, von Nachhaltigkeit und von CO2-Einsparungen. Der heimische Gerüstbauer und Hersteller von Kühlkörpern, die Firma Junior, hat selbst die Initiative ergriffen und den eigenen ökologischen Fußabdruck deutlich verbessert.

Genutzt wurde dazu das Dach der bis dato größten Produktionshalle auf Plettenberger Boden, auf der nun auf einer Fläche von 5 000 Quadratmetern Module zur Stromerzeugung installiert wurden. Am Donnerstag drückten Geschäftsführer Gerhard Junior, Energiemanager Matthias Gillmann, Roman Bartl, (Fa. Fronius) und Sparkassen-Vorstand Kai Hagen den symbolischen Knopf, um die größte zusammenhängende Photovoltaikanlage der Stadt in Betrieb zu nehmen. Die Anlage mit einem Investitionsvolumen von 425 000 Euro hat eine Leistung von 748 Kilowattpeak und kann im Optimalfall bis 750 000 Kilowattsunden Strom im Jahr erzeugen. 

„Das Besondere daran ist, dass wir 80 bis 90 Prozent der erzeugten Energie direkt selbst nutzen“, erklärte Junior die Anlage, die in deutsch-österreichischer Produktion entstand und deren Finanzierung die Vereinigte Sparkasse übernahm. „Wir beliefern die Firma Fronius seit Jahren mit Kühlkörpern und jetzt haben wir unsere Kühlkörper wieder in der Wechselrichter-Anlage zurückbekommen“, freute sich der Geschäftsführer über die Zusammenarbeit mit dem Systemanbieter aus Pettenbach. Seit dem 14. Oktober hat die Anlage fast 35 000 Kilowattstunden erzeugt. „Wir müssen jetzt den Energieverbrauch optimal verteilen, um auch den am Wochenende genutzten Strom optimal zu nutzen“, erklärte Matthias Gillmann. So werde man die Stapler-Batterien am Wochenende laden, um eine bessere Lastverteilung zu erreichen. Den Strom, den man nicht selbst nutzt, wird für rund 3 Cent pro Kilowattstunde ins Netz eingespeist. 

Weihten die PV-Anlage der Firma Junior ein (von links): Kai Hagen, Gerhard Junior, Roman Bartl und Matthias Gillmann.

Theoretisch hätte die Anlage sogar noch ein wenig größer ausfallen können, doch die Bundesregierung erschwert dies gewissermaßen, denn bei einer Anlage mit einer installierten Leistung von mehr als 750 Kilowattpeak muss man an einem aufwendigen Ausschreibungsverfahren teilnehmen und darf den Strom nicht für den Eigenbedarf nutzen. Bei diesem Ausschreibungsverfahren wird die Förderhöhe in einem Wettbewerb ermittelt. Ähnlich komplex ist das Verfahren für Windkraftanlagen.

 In Plettenberg gibt es nach einer Auswertung der Landesregierung eine mögliche Leistung von 110 Megawattpeak bei PV-Anlagen auf Dachflächen. Tatsächlich am Netz sind aber nur 215 Anlagen (in 2014 waren es 184) mit einer Leistung von 3 Megawattpeak. Die Junior-Anlage erhöht diesen Wert nun um satte 25 Prozent auf 3,75 Megawattpeak. Aber: Das Potential für Photovoltaikanlagen wird nun gerade einmal zu rund 3 Prozent ausgenutzt – einer der niedrigsten Werte in NRW. Neuenrade zum Beispiel liegt bei 7,1 Prozent.

Fakten zur Anlage: Dachfläche: rund 5 000 m² 

Anzahl der Module: 2 268 Module

Wechselrichter: 21 Stück Fronius (Kunde bei Kühlkörper)

Kosten für die Anlage: rund 425 000 Euro 

Jährlicher Ertrag: rund 480 000 kWh

CO2-Ersparnis pro Jahr: rund 230 Tonnen

ungefähre Kostenersparnis pro Jahr: 76 000 Euro

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