Filisito feiert Neueröffnung

Pizza und Donuts: Neuer Imbiss im MK verblüfft mit verrückter Kombination

Seit dem 31. Oktober hat im MK ein neuer Imbiss mit ungewöhnlichem Angebot eröffnet. Dort werden nicht nur Pizzen, sondern auch Donuts verkauft. Aber nicht nur hinter den Donuts steckt eine besondere Geschichte, sondern auch hinter der Betreiberfamilie.

Plettenberg - Kader Kadirova war gerade zehn Jahre alt, als sich ihr Leben vollständig verändern sollte. Sie sagte ihren Freunden, Cousinen, ihren Großeltern Lebewohl, denn ihre Eltern hatten beschlossen, ihr Heimatland Bulgarien zu verlassen und in Deutschland einen Neustart zu wagen.

ImbissFilisito
Küchebulgarisch
OrtPlettenberg
Eröffnungsdatum31. Oktober 2020

Filisito in Plettenberg: Imbiss-Eröffnung Schritt in die Selbständigkeit

Das ist jetzt fast zehn Jahre her. Nun wagte die Familie wieder einen Neustart – mit dem Schritt in die Selbständigkeit und der Eröffnung ihres eigenen Imbisses am 31. Oktober.

Filisito heißt der Betrieb, der laut Beschilderung schon Mitte Oktober eröffnet werden sollte und über den im Vorfeld viel in Plettenberg gesprochen worden ist. Denn die Kombination aus Pizza und Donuts machte hellhörig. Passt das zusammen?

„Natürlich“, sagt Kader Kadirova, die hinter dem Verkaufstresen steht und zu einer jungen Dame von 20 Jahren gereift ist. Wenn ihre Mutter Gyulyumser Hyusein backt, dann mache allein der Geruch Appetit auf das, was da gleich aus dem Ofen komme. Und was sie am besten kann, sind eben Pizza und Donuts.

Filisito in Plettenberg: Im Imbiss gibt es keine gewöhnlichen Donuts, sondern bulgarische Ponicka

Wobei die Donuts nicht so aussehen wie die typischen, handtellergroßen Krapfen-Ringe aus dem Handel. Sie werden nach dem Originalrezept der bulgarischen Donut-Variante Ponicka gebacken, sind deutlich kleiner, werden mit Soßen und/oder Streuseln garniert und schmecken wie eine Mischung aus Berliner Ballen und türkischem Süßgebäck. Auch die Pizza schmeckt wegen der typischen bulgarischen Tomatensoße anders als vom Italiener.

Diese Familie steht für den neuen Filisito-Imbiss am Untertor-Kreisverkehr (von links): Kader Kadirova, Gyulyumser Hyusein, Filis Kadirova, Ahmed Ahmedov und Aylan Kadirova.

„Wir wollten einfach etwas anbieten“, begründet Kader Kadirova den Neustart mit dem Imbiss, in dem die Mutter backt und die ganze Familie mithilft. Und auf dem Weg dahin gab es viele Hürden zu meistern.

Den Papierkram und die Anmeldungen hat die Familie mithilfe der Rathaus-Mitarbeiter der Stadt Plettenberg erledigt, das Ladenlokal direkt am Kreisverkehr Unterstadt hat sie über ein Jahr lang von Grund auf renoviert und die Speisekarte, in der es vor Rechtschreibfehlern nur so wimmelte, wird derzeit noch einmal neu gedruckt.

Filisito in Plettenberg: Tochter inspiriert Familie für Namensgebung des Imbiss

Aber mit Hürden und Herausforderungen kennt sich die Familie ja ohnehin gut aus. Als Kader Kadirova mit ihrer Familie nach Deutschland kam und zunächst für ein halbes Jahr in Rönkhausen gewohnt hatte, bevor es nach Plettenberg ging, konnte sie kein Wort Deutsch sprechen, geschweige denn die Buchstaben schreiben, da das bulgarische Alphabet, ähnlich wie das russische, in kyrillischer Schrift geschrieben wird.

So sehen die Donuts aus, die nach dem bulgarischen Ponicka-Rezept gebacken werden.

Doch ebenso wie ihre jüngere Schwester Aylan (17) biss sie sich durch, auch dank der Hilfe der Zeppelinschule, machte ihren Abschluss und besuchte die Berufsschule. Vater Ahmed Ahmedov hatte es da etwas einfacher. Sein Schul-Deutsch reichte aus, um sich gut verständigen zu können. Dass er im Jahr 2010 eine Anstellung als Schweißer in einem Attendorner Betrieb gefunden hatte (und jetzt immer noch in diesem Berufsfeld in der Nachbarstadt arbeitet), war überhaupt erst der Grund dafür, warum sich die Familie dazu entschied, nach Deutschland zu kommen.

Kurze Zeit nach dem Umzug kam dann auch Tochter Filis zur Welt. Die heute Achtjährige ist der ganze Stolz der Familie und ihr Name inspirierte Schwester Kader schließlich auch für den Namen des Imbisses. „Filisito war ein ganz spontaner Gedanke, der allen gefallen hat. Deshalb haben wir den Imbiss jetzt so genannt“, lacht Kader Kadirova.

Rubriklistenbild: © Schulz

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