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Filial-Netze ausgedünnt: Viele Kunden wechseln die Bank

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Von: Georg Dickopf

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Die Deutsche Bank-Filiale am Umlauf in Plettenberg ist als solche nicht mehr zu erkennen.
Die Deutsche Bank-Filiale am Umlauf in Plettenberg ist als solche nicht mehr zu erkennen. © Dickopf, Georg

Das Bankensterben auf dem Land schreitet in Zeiten der Digitalisierung weiter mit großen Schritten voran. Viele Bürger im Märkischen Kreis können ihr Konto per Smartphone oder zumindest zu Hause per Onlinebanking verwalten, selbst Überweisungen und Daueraufträge einrichten und vieles andere mehr.

Plettenberg - Und weil dadurch der Gang zur Filiale selten wird, haben die Deutsche Bank und die Commerzbank ihre Konsequenzen gezogen. Geschlossen werden die Commerzbank-Standorte in Altena, Neuenrade, Menden und in Halver. Auch in Sundern, Attendorn, Lennestadt und Meschede schließt die Commerzbank. Die Deutsche Bank hat sich sogar komplett aus der Lenneschiene zurückgezogen und nach der vor Jahren erfolgten Schließung der Standorte in Werdohl und Neuenrade wurden jetzt auch die Filialen in Altena und Plettenberg geschlossen.

Kunden der Deutschen Bank müssen nun im Bedarfsfall den Weg nach Lüdenscheid, Iserlohn oder Attendorn auf sich nehmen. Die Commerzbank bleibt in Lüdenscheid, Iserlohn, Olpe und Plettenberg. Wie und mit welcher Mitarbeiterzahl es in Plettenberg weitergeht, ist nach Angaben von Pressesprecherin Birgit Müller noch offen und „Bestandteil aktueller Gremiengespräche“.

Viele Kunden im gesamten Kreisgebiet haben dennoch bereits die Konsequenzen gezogen und wechselten die Bank. Und das spüren die Mitbewerber deutlich, wie Thomas Sommer von der Volksbank in Südwestfalen bestätigte: „Natürlich spüren auch wir als Volksbank, wenn ein Mitbewerber wie die Deutsche Bank ihre Niederlassung in unserem Marktgebiet schließt. Wir haben auf diesem Weg auch bereits neue Kunden gewinnen können. Viele schätzen den Service und die Beratung vor Ort und daher orientieren sich die Menschen entsprechend um. Als Volksbank freuen wir uns natürlich, wenn die Wahl auf unser Haus fällt“, gibt Thomas Sommer unumwunden zu.

Und auch Tomislav Majic, Sprecher der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis, bestätigt aufgrund der aktuellen Schließungen von Filialen der Deutschen Bank und Commerzbank in Neuenrade, Plettenberg und Altena einen starken Zulauf von Neukunden.

„Bei uns Kunde zu werden ist einfach. Wir freuen uns über jeden Neukunden“, so Majic. Der Kontowechsel werde in nur wenigen Minuten mitsamt der Umstellung von Lastschriftmandaten und Daueraufträgen geregelt. Zugute kommen der Sparkasse dabei das bundesweit dichteste Geldautomatennetz und die langen Öffnungszeiten. „Der Bankkunde findet den Spezialisten für beratungsintensive Themen direkt vor Ort und nicht in einem weit entfernten Kompetenzzentrum“, sagt Majic. Gleiches gelte für Firmenkunden, die bei den Großbanken von außerhalb betreut würden, wirbt Majic unverhohlen für die Sparkasse.

Zumindest in Plettenberg sind es bislang vor allem ehemalige Kunden der Deutschen Bank, die sich eine neue Bank gesucht haben, denn Christian Lohölter kann als Leiter der Filiale Plettenberg einen verstärkten Wechsel von Commerzbank-Kunden in der Vier-Täler-Stadt nicht bestätigen.

Die Filialen der Deutschen Bank in Altena und Plettenberg sind als solche bereits nicht mehr zu erkennen. In Plettenberg läuft gerade die Räumung. Wie die 250 Quadratmeter große Filiale am Umlauf zukünftig genutzt wird, ist nach den Angaben des Vermieters noch offen.

Einen Trost haben die Kunden der Großbanken, denn besagte Banken sind heute auch per Telefon, Videotelefonie, per Chat oder online für die Kunden da. Und wer auf den persönlichen Kontakt verzichten kann, für den ist es praktisch egal, wo die Bank ihre Filiale hat.

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