1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Plettenberg

Feuerwehr will helfen - und wird bei Einsätzen beschimpft

Erstellt:

Von: Georg Dickopf

Kommentare

Obwohl der Hubschrauber nach dem Motorradunfall an der Allendorfer Straße direkt an der Unfallstelle landete und abhob, wollten wartende Autofahrer den Bereich wegen Termindruck passieren.
Obwohl der Hubschrauber nach dem Motorradunfall an der Allendorfer Straße direkt an der Unfallstelle landete und abhob, wollten wartende Autofahrer den Bereich wegen Termindruck passieren. © Feuerwehr Plettenberg

Im Nachgang zu zwei Unfällen berichtete Hauptbrandmeisterin Lisa Vedder von Störungen der Einsatzkräfte. 

Plettenberg - So geschehen am Donnerstag auf der Herscheider Straße, als es in Höhe des Kampwerkes zu einem Unfall kam. Die Feuerwehrleute seien dort beschimpft worden, da man die Straßensperre nicht weiter nach hinten verlegt habe, denn dann hätte man nicht rückwärtsfahren oder wenden müssen.

Ein ähnlich rücksichtsloses Verhalten legten die Autofahrer auf der Allendorfer Straße an den Tag. Dort hatte am Sonntag ein bergauf fahrender Motorradfahrer in Höhe einer Haltebucht die Kontrolle über sein Gefährt verloren. Nach Zeugenberichten schlug das Vorderrad gegen einen Bordstein und das Krad landete mitsamt Fahrer in der Böschung oberhalb.

Leben retten statt diskutieren mit Autofahrern

„Der Fahrer erlitt lebensgefährliche Verletzungen und wir haben alles getan, um sein Leben zu retten. Deshalb fällt es schwer, mit Autofahrern zu diskutieren, die sich beschweren, dass sie jetzt ein ganzes Stück weit umsonst gefahren sind, weil die Sperrung nicht schon zwei Kilometer vorher angezeigt wurde“, sagt Vedder. Ein anderer Autofahrer habe die Unfallstelle, an der ein Rettungshubschrauber landete, passieren wollen, weil er um 14 Uhr einen Termin habe. Und ein weiterer Fahrer sei so respektlos gewesen, dass man überlegt habe, die Polizei hinzuziehen.

„Bei so einem Unfall wird jede Einsatzkraft benötigt. Dabei müssten wir mittlerweile zwei zusätzliche Feuerwehrleute und am besten auch gleich noch zwei Polizisten abstellen, um den Leuten zu erklären, dass es gerade um die Rettung eines Menschenlebens geht“, sagt Vedder. Stattdessen sei es vielen Verkehrsteilnehmern wichtiger, ihren Unmut loszuwerden und ihr eigenes Wohl und ihre Terminplanung über das Schicksal eines Verunglückten zu stellen.

Der Kradfahrer wurde mit dem Rettungshubschrauber Christoph 25 in Klinikum Dortmund-Nord geflogen und schwebt weiter in Lebensgefahr.

Auch interessant

Kommentare