Bei Koch-Verstößen:

Verursacher müssen Feuerwehr-Einsatz im Asylbewerberheim bezahlen

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Das Dach des Flüchtlingsheimes soll neu gedeckt werden.

Plettenberg – Am Samstag verschafften sich die Mitglieder des Bau- und Liegenschaftsausschusses im Zuge ihrer Bereisung auch ein Bild vom Asylbewerberheim an der Ohler Straße 100.

Sozialamtsleiterin Christiane Wilk und Dietmar Twer, Sachgebietsleiter Asyl/Integration, informierten die Politiker über den Stand der Dinge und anstehende Investitionen. Laut Christiane Wilk wurde in den letzten Jahren der Brandschutz installiert und ein Gemeinschaftsraum eingerichtet. In diesem Jahr sei das Dach von Haus 1 neu gedeckt worden.

Für das Jahr 2020 seien 100.000 Euro für die folgenden Dacheindeckungen vorgesehen. Um auch Paare im Haus unterbringen zu können, wünsche man sich einem Umbau des Obergeschosses, in dem Duschen bislang fehlen. Die Ausgaben für 10 000 Euro fanden die Zustimmung der Ausschussmitglieder.

Da laut Wilk an Tuberkulose oder Krätze erkrankte Personen ebenso wie die Opfer von häuslicher Gewalt anderweitig untergebracht werden müssten, sei auch eine Sanierung der Gebäude am Gansmecker Weg 16a sinnvoll. Dort wurden für die Jahre 2020/21 je 50.000 Euro für eine energetische Sanierung vorgesehen.

Dietmar Twer verdeutlichte am Samstag, dass man die Anstrengungen verstärken müsse, den Komplex an der Ohler Straße in einem bewohnbaren Zustand zu erhalten, „weil es keine andere Unterbringungsmöglichkeit in Plettenberg gibt und die nächste Flüchtlingswelle schneller kommt als uns lieb ist.“ Deshalb müssten mittelfristig nicht nur das Dach, sondern auch der gesamte Innenbereich saniert werden. 

„Wir wissen, dass das sehr viel Geld kosten wird, aber wir haben keine andere Möglichkeit, bis zu 250 Flüchtlinge schnell und menschenwürdig in Plettenberg unterzubringen“, so Twer. Er erinnerte daran, dass dort in Zeiten der Kosovo-Krise bis zu 400 Menschen untergebracht wurden. Grundsätzlich spare die Unterbringung in einer so großen Einheit Personalkosten.

Twer bezog auch Stellung zu den Feuerwehreinsätzen nach der Auslösung von Brandmeldeanlagen beim Kochen. So würden die Bewohner zur Kasse gebeten, wenn gegen das Kochverbot von 22 bis 6 Uhr verstoßen werde. „Wenn einer abends um halb elf noch kocht und einen Einsatz auslöst, bekommt er eine Rechnung über den Feuerwehreinsatz“, so Twer.

Der Betrag von 400 bis 500 Euro werde nach deren Einverständnis von den Sozialleistungen in geringen Raten abgezogen. Ansonsten werde ein Pfändungsbeschluss herbeigeführt und ein Titel erwirkt, mit dem auch diejenigen zur Rechenschaft gezogen würden, die später selbst Geld verdienen.

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