Wer braucht schon einen Florian?

KFD feiert ausverkauften Weiberkarnevals-Abend

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Beste Stimmung und ein vierstündiges Gute-Laune-Programm zeichneten am Donnerstag den Weiberkarneval St. Laurentius aus.

Plettenberg – Um zünftig Karneval zu feiern, muss man noch unbedingt nach Köln oder Düsseldorf fahren, nicht mal über den Berg nach Attendorn oder Hülschotten. Das bewiesen am Donnerstagabend die Frauen der KFD im Pfarrsaal von St. Laurentius. Zum Motto „Sonne, Meer, Aloha he, die KFD auf hoher See“ hatten die 50 Mitwirkenden Segel gesetzt und schipperten zum Intro des „Traumschiffs“ mit dem ausverkauften Saal durch den Abend.

Bereits bei den ersten Traumschiffklängen kam die Frage auf: „Wo ist Florian?“, doch der musste wie alle anderen Männer auch dem Frauenkarneval fernbleiben. Wobei das eigentlich nicht ganz stimmt. Eine handverlesene Männerauswahl bereicherte den Abend – ausschließlich zum Arbeiten natürlich. Während Dietmar Hecker für Musik und Licht verantwortlich war, sorgten die anderen dafür, dass die Damen nicht auf dem Trockenen saßen. Als „Gemeindekrähe“ flatterte Pfarrer Patrick Schnell singend durch den Saal und erntete für seine Darbietung die erste Applaus-Rakete.

Höhepunkt des Abends waren die Auftritte von Markus Ingenohl, Heinrich Beumer und Bernhard Potempa als Traumschiff Surprise Trio. Von da an fragte niemand mehr nach ‚Florian’; stattdessen wurden ausdrücklich Zugaben verlangt.

Durch das Programm führte Betty Pilsner. Neben An- und Abmoderationen sorgte die Kapitänin auch für die nötige Ruhe auf ihrem Kahn, wenn die Passagiere der hinteren Reihen etwas übermütig wurden.

Frauenkarneval in Plettenberg, Hülschotten, Lichtringhausen und Rönkhausen - die Bilder

„Frau Professor Dr. Dr. Knallhart Eisenstahl“ referierte über Männer und wusste einiges über das starke Geschlecht zu berichten: „Ein wahrer Gentleman hält seiner rasenmähenden Frau den Sonnenschirm.“ Einen guten Mann erkenne man zudem am Ohrring: Er könne Schmerz ertragen und Schmuck kaufen.

Auch die Datenschutzgrundverordnung wurde ad absurdum geführt. Im Wartezimmer eines Arztes wurden statt der Namen der Patienten deren Krankheiten aufgerufen. Harmlos mit Fußpilz beginnend, steigerte sich das Krankheitsbild über Erektionsstörung, inklusive beherzten Griffs in den Schritt, über Schwangerschaft einer älteren Dame bis hin zu Krätze. Das Publikum war aufs Äußerte amüsiert und sich einig: „So ein Schwachsinn mit der Grundverordnung!“Der Blick in die große weite Welt blieb einem Bauern und seiner Tochter – anders als zuvor den Kreuzfahrerinnen und Tratschtanten Gisela und Annemie – leider verwehrt. Dafür wurde das Publikum Zeuge eines sehr eigenwillig gelösten Kreuzworträtsels. Ein stillgelegtes Freudenhaus ist ein Auspuff, Bürgermeister auf Englisch heißt Burger King und Stadtrat Citybike. Für ihre Darbietung ernteten die beiden Darstellerinnen einen, wenn auch unbeabsichtigten, dafür nicht minder verdienten, Kniefall von Kapitänin Pilsner.

Neben diesen und vielen weiteren Sketchen gab es auch zwei Tanznummern. Die Tanzgruppe Rönkhausen begeisterte mit einem Showtanz, der einen Bankraub zum Thema hatte; die Gemeindehüpfer hingegen blieben dem Motto des Abends treu. In schwarze Umhänge gehüllt, schlurften sie zu bedrückender Musik auf die Bühne; das Bild eines Sklavenschiffes formte sich in den Köpfen des Publikums. Kaum waren die Umhänge jedoch abgeworfen, ging es fröhlich zu. Die Matrosinnen auf Landgang tanzten zu einem Medley aus „In the Navy“, „Sailing“, „What shall we do with the drunken sailor“ und „Was wollen wir trinken“.

Mehr als vier Stunden dauerte das Programm. Doch auch danach war noch lange nicht Schluss: Die Närrinnen feierten noch ausgelassen bis tief in die Nacht.

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