Über 200 Besucher

Feiern trotz Hochwasser-Katastrophe? Stadt im Mk hat sich dafür entschieden

Martin Schmitt, hier mit Julie Wolff im Duett, begeisterte das Plettenberger Publikum mit Klassikern des großen Komponisten und Sängers Udo Jürgens.
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Martin Schmitt, hier mit Julie Wolff im Duett, begeisterte das Plettenberger Publikum mit Klassikern des großen Komponisten und Sängers Udo Jürgens.

„Wir haben richtig Glück gehabt“, sagte Sylvia Eick, Geschäftsführerin der Kultour GmbH.

Plettenberg - Gut 200 Gäste konnte sie zur großen „Udo Jürgens Show“ im Rathausinnenhof begrüßen. Denn während Nachbarkommunen am Donnerstagabend noch mit dem Hochwasser und dessen Auswirkungen beschäftigt waren, konnte im Plettenberger Rathausinnenhof wieder gefeiert werden. Dabei stand die Show kurz vor der Absage.

Martin Schmitt war mit seiner stimmungsvollen Show „Schmitt singt Jürgens“ aus Chemnitz angereist. Doch noch am Donnerstagmorgen sei völlig unklar gewesen, ob die Veranstaltung nicht doch abgesagt werden müsste, erklärte Sylvia Eick und richtete den Blick auf die Überschwemmungen am Tag zuvor. Während Plettenberg halbwegs glimpflich davonkam, haben viele Nachbarkommunen mit teils massiven Nachwirkungen zu kämpfen. Nicht zuletzt hatten die Hochwasser die Leben zweier Feuerwehrmänner in Altena und Werdohl gefordert.

Intensiv diskutiert

„Wir haben intensiv diskutiert“, berichtete Bürgermeister Ulrich Schulte in einer kleinen Ansprache. Man habe die Köpfe zusammengesteckt, um die Frage zu klären: „Ist es in Ordnung, zu feiern?“ Schulte: „In jedem normalen Jahr hätten wir uns dagegen entschieden. Aber 2021 ist kein normales Jahr.“ Keiner wisse, wielange die Lockerungen halten. Vielleicht seien im Herbst schon keine Veranstaltungen mehr möglich und der Zeitraum entsprechend begrenzt.

Apropos Lockerungen: So entspannt wie am Donnerstag war eine Veranstaltung lange nicht machbar. Keine Anmeldung, keine Nachweis- oder Testpflicht, keine umständlichen Corona-Regeln: Nur die Stühle waren im sogenannten Schachbrett-Muster aufgestellt, also mit Abstand.

Dank der neuen Corona-Regeln konnte auch die Maske wegfallen. In Wartebereichen und Innenräumen hatte die Kultour GmbH das Tragen nur empfohlen. Und so konnten die Plettenberger die Show von Martin Schmitt genießen. Mal im weißen, roten oder schwarzen Seidenanzug – und stets mit Hut – spielte er an einem weißen Flügel. Er feierte viele Hits des 2014 verstorbenen Sängers und Pianisten. Spätestens bei „Aber bitte mit Sahne“, „Mit 66 Jahren“ oder „Griechischer Wein“ bewiesen die Gäste Textsicherheit.

Nicht fehlen durfte natürlich „Ich war noch niemals in New York“ als Jürgens-Klassiker schlechthin. Mit stehenden Ovationen dankten die Besucher für dieses Finale und nahmen auch die zwei Zugaben gerne an. „Das war mega“ oder „einfach der Hammer“, fiel das Feedback eindeutig aus. Ganz ausverkauft war das Konzert nicht. Im hinteren Bereich blieben mehrere Reihen frei.

1 000 Titel komponiert

Der Abend war eine Hommage an einen großen Entertainer. „Udo Jürgens hat in seiner Laufbahn Unfassbares geleistet“, erzählte Schmitt zwischendurch. Über 1 000 Lieder habe er in seinem Leben komponiert – die meisten davon in Deutsch, aber auch in anderen Sprachen wie Englisch.

Schmitt – der sich als „Herr Schmitt“ vorgestellt hatte – stand nicht alleine auf der Bühne und wurde immer wieder von Sängerin Julie Wolff unterstützt. Bei „Merci, Chérie“ setzte Jotham Bleiberg mit der Trompete ein. Mazze Wiesner spielte Gitarre und beeindruckte mit einem Solo. Hier und da griff auch er zum Mikrofon.

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