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„Bürokratie weg“: Fitnessstudios froh über Wegfall von Corona-Beschränkungen

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Von: Johannes Opfermann

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Laut Jose Calero vom Fitnessstudio Feelgood kämen wieder ein paar mehr Menschen zum Trainieren, doch groß seien die Veränderung seit Wegfall der Beschränkungen vor wenigen Wochen nicht.
Laut Jose Calero vom Fitnessstudio Feelgood kämen wieder ein paar mehr Menschen zum Trainieren, doch groß seien die Veränderung seit Wegfall der Beschränkungen vor wenigen Wochen nicht. © Opfermann, Johannes

Längere Schließungen und Öffnen nur mit starken Einschränkungen – das prägte den Betrieb der Fitnessstudios die gesamte Corona-Pandemie hindurch. Dass diese Beschränkungen nun weg sind, wirkt sich allerdings kaum auf die Besucherzahlen aus.

Plettenberg - Bei einem Besuch im Feelgood Fitness am Maiplatz am frühen Montagnachmittag sind einzelne Laufbänder und Fahrradergometer belegt, ein paar Besucher trainieren an der Latzugmaschine. Sie begrüßen die Lockerungen. „Vorher war es begrenzt auf 2G oder 2G plus“, sagt Fitnessstudio-Besucher Michael Lapok, der froh über die Aufhebung der Maßnahmen ist. „Es ist wieder gut herkommen zu können, nachdem die Beschränkungen fallen gelassen worden sind.“

Andere bewerten die Auswirkungen als eher gering. „Für mich ist es wie vorher auch“, sagt Klaus Gröning. Man müsse sich eben an gewisse Dinge halten. Aus Sicherheitsgründen geht er sogar noch weiter als viele andere Besucher des Fitnessstudios. „Ich trainiere weiterhin mit Maske – ich bin lieber vorsichtig.“ Die Frage, ob es beim Training nicht sehr belastend oder einschränkend sei, noch Maske zu tragen, verneint er. „Man hat sich daran gewöhnt.“

Mit Maske wolle er nicht trainieren, da bekomme man zu wenig Luft, sagt hingegen Peter Claassen. Als dreifach geimpfter habe er aber auch keine Angst sich anzustecken. Große Auswirkungen durch die Rücknahme von Beschränkungen kann er nicht feststellen. „Es hat sich vom Training her kaum etwas verändert“, sagt er. Eins fällt ihm aber doch ein: „Man darf wieder zu zweit an den Geräten trainieren.“ Insgesamt sei das Trainieren „eine ganz relaxte Klamotte“.

„Es kommen schon ein paar mehr Leute ins Fitnessstudio“, sagt Jose Calero, einer der Inhaber der Feelgood-Fitnessstudios. Das sei aber wetterabhängig. „Bei schönem Wetter so wie in dieser Woche, kommen sie eher abends; außerdem sind Osterferien. So langsam kommen wir auch in die Zeit, wo wieder viel Sport draußen gemacht werden kann – das manifestiert sich dann auch bei uns.“

Auch wenn die Beschränkungen, die noch bis vor kurzem galten, nun weg sind – die verlorenen Monate bringt das auch nicht wieder zurück. „Unsere übliche starke Zeit von Anfang des Jahres bis Ostern ist fast gänzlich weggebrochen – das holt man nicht mehr auf“, sagt Calero. In dieser Zeit strömen üblicherweise viele Leute in die Studios, weil sie ihre Neujahrsvorsätze umsetzen wollen; die Studios schließen dann meist viele Neuverträge ab.

Insgesamt mache sich der Wegfall der Beschränkungen nicht so stark bemerkbar, sagt Calero: „Aber es vereinfacht die Sache für uns. Die Kontrollen, wer geimpft und genesen ist, die ganze Bürokratie – das fällt für uns weg.“ Deswegen sei man insgesamt mit der Situation ganz zufrieden.

„Man fühlt sich etwas befreiter, man ist vom Gefühl her etwas lockerer und ungezwungener und nicht mehr so unterschwellig ängstlich“ stellt er fest. „Die Leute trauen sich wieder mehr raus, aber das verhaltene Verhalten ist auch immer noch da.“ Das gilt für die älteren Kunden etwas mehr als für die jüngeren, die sich auch vorher schon weniger Sorgen wegen Corona gemacht hätten.

Das Fitnessstudio ist wegen der Pandemie allerdings weiter vorsichtig. Es wird weiter Desinfektionsmittel bereitgestellt – und auch reichlich von den Studiobesuchern verwendet – und es hängen immer noch Warnhinweise aus, darunter die Bitte, noch auf Abstand zu achten. „Es ist eigentlich die ganz normale Rücksichtnahme gegenüber anderen Menschen, die gelten sollte“, fasst es Calero zusammen. Probleme gibt es damit nicht, denn gerade die Leute, die ins Fitnessstudio gehen, seien überproportional gesundheitsbewusst und würden dann auch in puncto Corona entsprechend vorsichtig sein.

Da die Inzidenz noch über 1000 liege, weiß Calero, dass eine gewisse Vorsicht weiter angebracht ist. Für die nächsten Monate erwartet er aber eine Entspannung. „Ich denke, dass die Zahlen sukzessive sinken werden“, sagt er, glaubt aber nicht, dass die Pandemie damit schon ganz ausgestanden ist. „Der nächste Herbst und Winter kommen bestimmt.“ Und dann schiebt Jose Calero noch das altbekannte Zitat von Trainerlegende Sepp Herberger hinterher: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“

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