Panzerglasscheiben leisten Widerstand bei Villen-Abbruch

+
Vorarbeiter Markus Schulte von der Wimmelbücker Abbruch GmbH neben einer der schusssicheren Panzerglasscheiben, die selbst einem massiven Vorschlaghammer stand halten.

Plettenberg - Wuchtig steht die Brachtvilla im Hang unterhalb des Tannenecks. Jahrelang sah man das leicht geschwungene Gebäude hinter dem Bewuchs kaum, doch die Bäume sind ebenso Geschichte wie bald das Haus des Fabrikanten Heinz-Geck Müller, das dann nur noch in Form von geschredderten Betonbröseln unter der Zufahrt der fünf geplanten neuen Villen weiterlebt.

Immerhin haben zwei markante Elemente des Hauses neue Besitzer gefunden, denn am Montagabend wurde die schwere Eichentür in Absprache mit Grundstücksbesitzer Ralf Beßler von einem Plettenberger demontiert. Einen Tag vor dem Ausbau zeigten rund 20 Nachbarn und andere Interessierte ebenfalls großes Interesse an der Tür. Und auch das große Buntglasfenster mit Seepferdchenmotiv, das jahrzehntelang über dem Pool thronte, wurde ausgebaut und soll bald in einer Plettenberger Praxis wieder eingebaut werden. 

Wie „sicher“ die Villa einst verarbeitet wurde, musste Vorarbeiter Markus Schulte von der Wimmelbücker Abbruch GmbH registrieren, als er am Montag in die Villa wollte. Da der zuständige Bauleiter die Schlüsselübergabe versäumt hatte und der Vorarbeiter keine Zeit verlieren wollte, schnappte er sich einen massiven Vorschlaghammer, um die Scheiben einzuschlagen. Doch dabei stieß er auf schusssichere, massive Panzerglasscheiben, die auf ihren letzten Tagen noch einmal erbitterten Widerstand leisteten. Erst die massive Bearbeitung eines Fensterrahmens brachte schließlich Erfolg.

 Seit dem „durchschlagenden Erfolg“ sind die Mitarbeiter des Rietberger Unternehmens mit dem Entkernen beschäftigt. Styroporplatten aus dem Poolbereich wurden ebenso entfernt wie die Holzvertäfelungen, Weißware, Keramik und die komplette Asbest-Eindeckung des Daches. 

Spannend wird Ende der Woche auch die Anlieferung des 36 Tonnen schweren Abbruchbaggers. „Eigentlich hätten wir einen größeren Bagger gewählt, aber mit unserer Zugmaschine wird der Brachtweg auch so schon ein riesiges Problem“, sagte Schulte, der möglicherweise ein Fremdunternehmen engagieren muss, um den Bagger zur Brachtvilla transportieren zu können. Ganz so leicht lässt sich so eine gewaltige Villa offenbar nicht in Schutt und Asche legen, auch wenn in zwei Wochen alles „platt“ sein dürfte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare