Feuchtigkeit setzt den Exponaten der Landemerter Schmelzhütte zu

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Der Schleifstein, eingepackt in dicker Folie. Unter dieser bildet sich laut ST-Reporter Tony Meyer Feuchtigkeit - und diese setzt den Exponaten zu.

2011 wurde ein Konzept zur Erhaltung der Schmelzhütte als Industriemuseum  erstellt. Aber wie Vieles im Leben, blieb auch hier der Wunsch Vater des Gedankens. Übrig geblieben sind die alten Maschinen, Öfen und Fallhämmer. Sie stehen weiter einfach so rum und rosten still vor sich hin.

Noch in den 1960er Jahren hörte man in Plettenberg morgens ab 6 Uhr in der Früh die Riemen pfeifen; kein Stadtteil wurde davon verschont, denn Hammerschmieden gab es wirklich an jedem Bachlauf der Stadt.

Ein wenig klein gegen die vielen anderen Schmieden erscheint die kleine Schmelzhütte in der Grüne. Nachdem in den 1970er Jahren alles was Metallverarbeitung war, in das Elsetal geschoben wurde, blieb die kleine Schmelzhütte am Grünebach übrig. Mit dem kleinen Hammerteich und dem damals üblichen Sägezahndach scheint die Zeit an dem Areal vorbeigegangen zu sein. Ähnlich wirkt es, wenn man zur Tür in die Schmiede hinein geht.

Fensterlos und schwarz vom Ruß der Schmiedeöfen ist diese kleine Fabrik wirklich noch ein Zeugnis dafür, wie vor nicht allzu langer Zeit überall gearbeitet wurde.

Heutige Firmen legen meist großen Wert auf Sauberkeit und Licht, Sozialräume und Kantinen. Lichtarchitektur und Wohlfühlklima waren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Fremdwörter. Es ist die Ära von Butterbrotdose, Henkelmann und Alutrinkflasche‚ Hitze und Lärm.

Günter Heerich, Vorsitzender des Heimatkreis Plettenberg, hat dem ST-Reporter die Möglichkeit eröffnet, die alten Maschinen und Fallhämmer zu fotografieren.

Alles ist unter Folie verpackt. Durch die Feuchtigkeit, die sich hier bildet, dürfte alles noch schneller rosten – unter den Folien, die zum Fotografieren größtenteils entfernt worden waren, war es klatschnass.

Man hat den Raum tatsächlich fast luftdicht verschlossen. Carsten Langenbach, auf dessen Grundstück die alte Schmelzhütte steht, hat zumindest für eine kleine, dauerhafte Durchlüftung gesorgt.

Sieht man hoch zur Transmission, erkennt man den durch die Feuchtigkeit weiter gewachsenen, dicken Schimmel auf den Dachbalken.

Tony Meyer

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