Ex-Bürgermeisteranwärter überrascht mit Parteiwechsel

Dirk Kieslich kehrt den Grünen den rücken und wurde Mitglied bei der FDP.
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Dirk Kieslich kehrt den Grünen den Rücken und wurde Mitglied bei der FDP.

Gut vier Wochen, bevor die Corona-Pandemie Deutschland lähmte, wurde der Plettenberger Dirk Kieslich zum Vorsitzenden des neu aufgestellten Ortsverbandes der Grünen gewählt. Und nicht nur das: Kieslich konnte sich seinerzeit sogar vorstellen, als Bürgermeisterkandidat bei der Kommunalwahl gegen Ulrich Schulte und Patrick Hansmann in Plettenberg anzutreten. Nun überrascht er alle.

Plettenberg - „Diese Überlegung hat es tatsächlich gegeben.“ Und: „Ja, es könnte durchaus eine Alternative sein. Dann aber mit einem maßgeschneiderten Programm für Plettenberg“, sagte Kieslich damals gegenüber der Heimatzeitung.

Knapp zwei Monate später dann die Überraschung: Kieslich legte alle politischen Ämter mit sofortiger Wirkung nieder. Als Grund gab er Anfang April die Coronakrise an, die vieles verändert habe – unter anderem seinen Beruf als Produktionsleiter und Patentmanager der Firma Gerhardi in Lüdenscheid.

Nun sorgt Kieslich für eine erneute Überraschung, denn wie er auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte, ist er seit gut vier Wochen Mitglied der FDP in Plettenberg.

In dem Zusammenhang erklärt der Plettenberger, dass nicht nur die Coronakrise und sein Job ausschlaggebend für seinen Rückzug bei den Grünen gewesen seien. Vor allem die gegen ihn ausgesprochenen Drohungen hätten das Fass zum Überlaufen gebracht. „Es gab Anfeindungen, weil ich einen Dienstwagen habe und mir wurde mit Blick auf die Startups Mygreentop und Rent-energy angedroht, mich aufgrund der Parteizugehörigkeit wegen einer Vorteilsnahme anzuzeigen“, so Kieslich.

Einige Wochen nach seinem Rückzug sei er von der FDP angesprochen worden. Und da interessiere ihn vor allem der wirtschaftliche Aspekt von Umweltprojekten.

„Man kann den Umweltschutz nicht vor alles stellen. Das Thema hat auch etwas mit Wohlstand zu tun. Wer wenig Geld hat oder arbeitslos ist, hat andere Sorgen als Umweltschutz.“

Deshalb sei es derzeit das Allerwichtigste, die Wirtschaft in den Griff zu bekommen. Und diesbezüglich fühle er sich bei der FDP gut aufgehoben.

In einem Wahlkreis in Plettenberg könne und werde er bei der kommenden Kommunalwahl allerdings nicht für die FDP in der Vier-Täler-Stadt kandidieren. Er schloss ein verstärktes Engagement bei den Liberalen in der Zukunft und bei späteren Wahlen aber nicht aus.

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