Eventraum in der Böhler Kirche?

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Die drei besten Gruppen des Ideenwettbewerbs zur Umgestaltung der Böhler Kirche erhielten eine Auszeichnung und eine Geldprämie. Es handelte sich dabei um eine Semesterarbeit der Architekturstudenten der Fachhochschule Dortmund.

Plettenberg - Was könnte man aus der Böhler Kirche machen? Diese Frage hatten die Architekturstudenten an der FH Dortmund in ihrer Semesterarbeit zu beantworten und präsentierten am Donnerstagabend dazu zahlreiche Ideen im Dietrich-Bonhoeffer-Haus. Das heißt aber nicht, dass diese auch umgesetzt werden. Zumindest nicht in absehbarer Zukunft.

Während es sich für die Studenten um eine Semesterarbeit handelte, sammelt die Ev. Kirchengemeinde lediglich Ideen, um für alle möglichen Fälle in der Zukunft gewappnet zu sein.

Sieben Semesterarbeiten wurden in kleiner Runde von den Architekturstudenten der Fachhochschule vorgestellt und die besten drei von einer Jury prämiert. Diese bestand aus Hartmut Engelkemeier, Planungsamtsleiter der Stadt Plettenberg, Ralf Gütting vom Evangelischen Kreiskirchenamt, Danae Votteler von der LWL-Denkmalpflege, Baukirchenmeisterin Anke Barbara sowie Gabriele Podschadli, Lehrbeauftragte der FH Dortmund.

Die Ideen reichen von einem multifunktionalen Gebäude, in dem nach wie vor Gottesdienste stattfinden können, aber auch andere Veranstaltungen, über eine 24-Stunden-Kita bis hin zu einer Begegnungsstätte für Jung und Alt.

Letztere erhielt am Donnerstag den ersten Preis. Anke Barbara lobte den Entwurf als „herausragende Leistung“, deren Konzept überzeugt habe. Besonders angetan war man von der Erschließung des Böhler Parks mit einem breiten Weg von der Stadt beziehungsweise Königstraße aus. Dieser bietet sowohl Treppen, die auch als Sitzgelegenheiten dienen, als auch eine Rampe, um einen barrierefreien Zugang zu gewähren. Im Park waren zudem Beete angelegt, die von den umliegenden Schulen und Kindertagesstätten genutzt werden könnten. Was das Gebäude selbst betrifft, stellte die Gruppe eine Tauschbörse für Bücher, CD’s oder anderes vor, ähnlich wie die rote Telefonzelle am Alten Markt, die aber gleichzeitig auch als Begegnungsort dienen soll. Dazu wurde an der Stelle des Altars ein Café geplant und auch die Möglichkeit aufgezeigt, im Park ebenfalls Kaffee zu trinken.

Der zweite Preis ging an eine Gruppe, die die denkmalgeschützte Kirche mit wenigen baulichen Mitteln zu einer Eventkirche umgestaltete. So soll zum Beispiel eine Glaswand eine vielfältige Nutzung der Kirche ermöglichen und der Altar erhalten bleiben. Der Zugang zum Park wurde mit einem Pavillon von der Königstraße aus gestaltet und der Böhler Park selbst als grüne Oase.

Für den dritten Platz wurden gleich zwei Projekte ausgewählt. Eine der beiden Gruppen rückte das Thema Jung und Alt ins Zentrum und stellte das Gebäude als Ort dar, in dem der eine etwas vom anderen lernen könne. Auch eine Küche wurde zum gemeinsamen Kochen eingeplant und im Entwurf wurde ein Teil der Empore herausgeschnitten, um mehr Licht im unteren Bereich zu schaffen. Das Geländer der verbleibenden Empore in der Böhler Kirche soll aus Glas bestehen. Der Altarraum bleibt in diesem Modell ebenfalls erhalten.

Der andere dritte Preis stellte ebenfalls eine Eventkirche dar. Hier wurde über den Altar eine Bühne gebaut für Lesungen, Konzerte oder eine andere multifunktionale Nutzung. Oben auf der Empore wurde eine Bar mit Sitzgelegenheiten geplant, wobei die Orgel an Ort und Stelle bleiben solle. Ein großer Eingangsbereich des Gebäudes eröffne zudem viele Möglichkeiten, erklärte Anke Barbara im Nachhinein. Begeistert gewesen sei man auch von der Gestaltung des Parks mit Lichtelementen. Der Weg sei in diesem Modell zwar ebenso schmal wie er jetzt ist, würde aber dadurch auffallen, dass die Lichter in den Park hineinführen.

„Alle Entwürfe haben gute Ideen. Da ist es uns als Jury wirklich schwer gefallen, eine Entscheidung zu treffen“, sagte Anke Barbara. Bei der Preisvergabe ging es jedoch nicht nur um die Ideen, sondern auch um die dargestellte Umsetzung für die Semesterarbeit der Studenten.

Die Baukirchenmeisterin betonte auch noch einmal, dass es bei dem Projekt nicht um Machbarkeitsstudien oder Kosten ginge, lediglich um Ideen, die man in die Zukunft mitnehmen möchte. So könne man sehen, was man einmal mit dem Gebäude machen könnte, wenn eine andere Nutzung nötig sei. Derzeit wird die Böhler Kirche als Sommerkirche genutzt, da sie über keine Heizung verfügt, sowie für feierliche Gottesdienste wie Taufen und Hochzeiten. Sie bietet übrigens durch die große Empore 450 Sitzplätze.

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