1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Plettenberg

„Es trifft uns schon wieder volle Kanne“: Aquamagis rechnet mit weniger Besuchern wegen 2G-Regelung

Erstellt:

Von: Johannes Opfermann

Kommentare

Ausgelassen im Aquamagis das erfrischende Nass genießen? Das ist künftig nur noch Geimpften oder Genesenen erlaubt.
Ausgelassen im Aquamagis das erfrischende Nass genießen? Das ist künftig nur noch Geimpften oder Genesenen erlaubt. © Aquamagis

Ob Schwimmbad, Fitnesscenter oder Rätselraum – seit einer Woche gilt im Freizeitbereich 2G; ein negativer Testnachweis reicht also nicht mehr aus. Wir haben nachgefragt, ob sich das bereits im Besucherverhalten bemerkbar macht.

Plettenberg - Seit vergangenem Mittwoch gilt 2G im Aquamagis. Nur noch Geimpfte und Genesene dürfen in das Bad. Einzig Kinder unter 6 Jahren oder schulpflichtige Kinder zwischen 7 und 15 Jahren – sie sind wegen der regelmäßigen Pooltestungen ausgenommen – müssen keinen Berechtigungsnachweis erbringen. Vor der Einführung von 2G galten 3G, doch inwiefern sich das schon konkret ausgewirkt hat, ist schwer zu sagen. „Am Wochenende waren die Besucherzahlen nicht besonders gut: Statt sonst 1 000 hatten wir 650 Besucher“ sagt Dr. Uwe Allmann, Geschäftsführer des Aquamagis. Die Frage sei, worauf das zurückzuführen sei. „Ich glaube nicht, dass es an 2G liegt, sondern an der Corona-Entwicklung insgesamt.“

Bei den Kontrollen fallen nun zwar die Testzertifikate – für das dritte G der Getesteten – weg, aber der Aufwand sei dadurch nicht weniger geworden, meint Allmann, denn immer noch müssen Impfzertifikat und Personalausweis geprüft werden. „Die Verpflichtung zum sehr genauen Kontrollieren ist noch deutlicher geworden.“ Auch selbst erlebe man im Alltag, das genauer kontrolliert werde, die Menschen stärker dafür sensibilisiert seien.

Die Einschränkungen, die wegen der Entwicklung der Corona-Pandemie erlassen wurden, sind allerdings ein harter Schlag für das Aquamagis, dass nach mehreren Lockdowns nur für wenige Monate überhaupt wieder zahlende Gäste begrüßen konnte. Eine frustrierende Entwicklung.

Besucherrückgang im Bad

„Es trifft uns schon wieder volle Kanne – auch finanziell“, sagt Allmann dazu. Nicht nur das Bad sei vom Besucherrückgang betroffen, sondern auch das Fitnessstudio. Einige Kunden wollten nicht mehr trainieren kommen, wenn sie sich testen lassen müssten oder weil sie nicht 2G seien, so Allmann. Auch in der Gastronomie des Aquamagis mache sich die Entwicklung, die die Pandemie in den vergangenen Wochen genommen hat, bemerkbar. Zahlreiche Veranstaltungen, vor allem Weihnachtsfeiern, würden abgesagt. Allmann geht ohnehin davon aus, dass es nicht bei 2G bleibt und doch noch ein neuer Lockdown kommen wird.

Fitnessstudio Feelgood

Auch in den Feelgood-Fitnessstudios gilt 2G, doch das Ausbleiben von Besuchern kann Mitinhaber Jose Calero nicht allein daran festmachen. „2G betrifft uns nicht so viel, weil unsere Kunden sehr gesundheitsaffin sind und zu einem überproportionalen Teil doppelt geimpft sind“, sagt er. Der ein oder andere nicht geimpfte Fitnessstudio-Besucher scheide zwar aus, aber insgesamt habe man nicht so viele Ausfälle. „Nichtsdestotrotz merkt man, das viele Leute unsicher sind.“ Calero führt es auf die allgemeine Entwicklung in den vergangenen Wochen zurück, in denen sich die Pandemie wieder verschärft hat, dass einige Kunden seltener in die Feelgood-Studios kommen.

Die Frage, ob er sich Sorgen wegen eines neuen Lockdowns macht, beantwortet Calero knapp mit „Ja!“. Die Pandemie allgemein und auch, dass erneut eine Schließung drohen könnte, sei das beherrschende Thema, das Kundschaft wie Mitarbeiter beschäftigt. „Die Furcht und die Angst vor einem neuen Lockdown treibt die Leute um“, sagt Calero. „Unsere Klientel hat sehr unter den vergangenen Schließungen gelitten.“ Denn neben dem wirtschaftlichen Schaden der langen Lockdown-Phasen, die im Laufe der Pandemie schon bewältigt werden mussten, hätten auch Beziehungen gelitten. „Ins Fitnessstudio zu gehen hat für die Leute nicht nur mit Sport zu tun, sondern auch damit, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen“, betont Calero.

Story House

Wegen der Coronazahlen sind es deutlich weniger Kunden als vor Corona, die ins Story House Plettenberg kommen, um einen der von René Schauties gestalteten Rätselräume zu lösen. Das gilt schon seit langem.

„Durch 2G wird es noch einmal mehr Einbußen geben“, ist sich Schauties sicher. „Alles was storniert wird, geht auf meine Kosten.“ Denn auf staatliche Hilfen hat er keinen Anspruch, weil er das Story House nur im Nebenerwerb betreibt. Um Ausgleichszahlungen zu erhalten, müssten die Rätselräume an der Wilhelmstraße 50 Prozent seines Lebensunterhalts ausmachen.

Auf die vermehrten Anfragen, welche Konsequenzen die neuen Vorschriften für die Abläufe im Story House haben, kann Schauties auch nur darauf verweisen, dass wie im übrigen Freizeitbereich 2G gilt. Also können sich momentan nur Geimpfte und Genesene an den kniffligen Aufgaben in den Rätselräumen wie dem „Weinkeller“ oder dem „Zimmer der entführten Lucy“ versuchen.

Noch sind die Beschlüsse des Landes sehr frisch, sodass sich das noch nicht anhand von Absagen niederschlägt, doch Schauties rechnet damit, dass noch einige gebuchte Termine storniert werden.

„Aber es gibt noch ein paar Buchungen.“ Die Leute, die jetzt noch neu buchen, wissen, dass sie sich auf 2G einzustellen haben. Schauties schließt aber nicht aus, dass auch noch ein Lockdown kommen könnte.

Auch interessant

Kommentare