Auch per Videochat verfügbar

Wie die erste Ratssitzung in Herscheid nach der Corona-Pause ablief

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Herscheid - Der markante Geruch von Desinfektionsmitteln lag in der Luft, als gestern zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie der Herscheider Gemeinderat zusammenkam. Eine Sitzung, die außergewöhnliche Vorkehrungen erforderte.

Die Ratsmitglieder betraten mit Mundschutz den Bürgersaal und trugen sich im Foyer in eine Teilnehmerliste ein. Zwischen den Sitzplätzen waren an den Tischen Schutzgläser angebracht worden; zudem war auf die Einhaltung der Mindestabstände geachtet worden.

Im Vorfeld hatten sich die Fraktionen auf eine reduzierte Teilnahme verständigt: Von den 23 stimmberechtigten Ratsmitgliedern saßen nur zwölf am Sitzungstisch. Die übrigen Mitglieder verfolgten das Geschehen von den Zuschauerplätzen aus oder im heimischen Wohnzimmer, per Video-Chat.

Dennoch war der Rat beschlussfähig und genehmigte Dringlichkeitsentscheidungen (Stellenplan 2020 sowie das Aussetzen der Erhebung von Elternbeiträgen für die Ganztagsgrundschulen in den Monaten April und Mai).

„Was für Wochen liegen hinter uns“, sagte Bürgermeister Uwe Schmalenbach zu Beginn des öffentlichen Teils. Die Coronakrise stelle die Rathaus-Mitarbeiter täglich vor neue Herausforderungen. Solch dynamische Wochen habe er in seinen 30 Dienstjahren noch nicht erlebt, betonte Schmalenbach.

Von der juristischen bis zur praktischen Umsetzung der vorgegebenen Maßnahmen verlange die Coronakrise den Mitarbeitern alles ab. In den Abendstunden und an Wochenenden werde im Dienste der Bürger gearbeitet. Bislang „hat das gut funktioniert“, bedankte sich der Bürgermeister für das Engagement seiner Mannschaft.

Durch die Lockerungen sei der Beratungsbedarf in den letzten Tagen noch einmal gestiegen. Auch der Hygieneplan für das Freibad sei ein Kraftakt. Dennoch sei das Rathaus nie komplett geschlossen gewesen – als Zeichen für die Bürger, „dass wir weiter für sie da sind“, betonte Schmalenbach. Er selbst hatte bis gestern Abend weit über 600 E-Mails zum Thema Corona von Bund, Land, Kreis und Bezirksregierung erhalten. Allein diese Fülle an Informationen zu lesen, sei eine große Herausforderung, sagte der Bürgermeister.

Gemeinschaftliche Mühen, die sich zu lohnen scheinen: So bedankte sich die Grüne Ratsfrau Ute Golian gestern für die zeitnahe Versorgung mit Informationen, etwa über die gemeindliche Homepage: „Das hat wirklich gut geklappt“, sagte Ute Golian.

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