Die erste Dosis bereits erhalten

Erste Erzieherinnen im MK bereits geimpft

Erzieherinnen des Familienzentrums in Plettenberg-Eschen sind bereits geimpft worden
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Früher als erwartet konnten sich die Erzieherinnen der DRK-Kita Am Saley über die erste Impfdosis freuen: Tanja Lahn, Kita-Leiterin Claudia Stahlhacke, Andrea Hochmuth und Renate Simons (von links), die hier ihren Impfpass mit der eingetragenen Covid-19-Impfung zeigt, fühlen sich nun besser geschützt bei der Arbeit mit den Kindern.

Eigentlich hatten die Erzieherinnen im DRK-Familienzentrum „Am Saley“ ihre Impftermine für diese Woche gebucht, doch dann kam die große Überraschung: Einige konnten sich sogar schon am vergangenen Donnerstag impfen lassen. Da zögerte man nicht lange.

Plettenberg - Eigentlich ist der Impfstart für die nächste Gruppe der Impfberechtigten, zu denen inzwischen auch Lehrer und Erzieher gehören, der 8. März. Diese nutzen für ihre Terminbuchung ein gesondertes Portal. Kita-Leiterin Claudia Stahlhacke wollte dort für den 11. bis 13. März Termine für die 21 Mitarbeiter der Kita „Am Saley“ buchen. „Darüber habe ich alle angemeldet, aber nicht für alle ist eine Impfbestätigung per E-Mail gekommen.“

Deswegen habe sie es am Donnerstagmorgen noch einmal probiert und dabei festgestellt, dass es auch noch am selben Tag freie Termine gab, die sie buchen konnte. „Da haben wir uns so drüber gefreut“, sagt Stahlhacke, die ebenso wie ihre Kolleginnen Renate Simons, Tanja Lahn und Andrea Hochmuth zu den ersten vier Geimpften der Einrichtung zählt.

Über die Organisation im Impfzentrum können sie nur Positives berichten. Ein reibungsloser Ablauf, fast keine Wartezeiten und sehr nettes Impfpersonal. Auch die Stimmung bei den anderen Impflingen – die Plettenberger waren nicht die einzigen Erzieherinnen vor Ort – sei sehr gut gewesen.

Die gute Stimmung hat das Quartett von der Impfung mitgebracht. Sie fühlten sich „super“, sagen sie einhellig. „Es ist wie Weihnachten“, sagt Claudia Stahlhacke.

Ganz leichten Muskelkater verspüre sie, sagt Renate Simons, meint aber im Hinblick auf die Horrormeldungen, die zum Thema Impfen verbreitet werden: „Wir leben alle noch und haben auch keine Nebenwirkungen.“ Geimpft wurden die Erzieherinnen mit dem Astrazeneca-Impfstoff, dem Teile der Bevölkerung weitaus skeptischer gegenüberstehen als dem von Biontech/Pfizer. „Hauptsache geimpft“, meint Simons und auch Claudia Stahlhacke meint, man könne keine Ansprüche stellen, nur mit einen bestimmten Impfstoff geimpft zu werden.

Erzieherinnen geimpft: Früherer Termin ein Zufall

Bis Ende kommender Woche sollen alle Mitarbeiter ihre erste Impfdosis erhalten haben. „Hätte ich für alle ursprünglichen Termine sofort eine Bestätigung bekommen, hätte ich gar nicht noch einmal in das Portal geguckt“, sagt Stahlhacke. „Wir sind aber nicht vorgezogen worden. Das war einfach Zufall.“

Dass mit der frühen Terminvergabe alles seine Richtigkeit habe, bestätigt auch Kreispressesprecher Hendrik Klein. „Wenn Impfstoff da ist, sie eingeladen wurden und sie einen Termin bekommen haben, müssen sie nicht bis Montag warten“, so Klein. „Wir wollen so viel wie möglich impfen.“

Corona-Schutzimpfung gibt mehr Sicherheit

Auch wenn es erst die erste Impfdosis war, gehen die Erzieherinnen entspannter und mit einem größeren Gefühl der Sicherheit an die Arbeit. „Ich habe es vorher bewusst vermieden, zu sehr die Nähe zu suchen, denn ich hatte schon Angst“, sagt Renate Simons. Vorsichtshalber habe sie mit Maske und Visier gearbeitet. „Die habe ich heute nicht mehr angehabt“, sagt sie am Tag nach der Impfung.

„Es ist wie eine Last, die von einem abfällt“, sagt auch Andrea Hochmuth. „Man geht jetzt ganz anders hierher.“ Gerade im U3-Bereich, in dem sie arbeitet, habe immer eine gewisse Angst mitgespielt. „Abstand halten geht da gar nicht. Wir haben die Kinder auf dem Arm und dem Schoß, und auch beim Wickeln und Essen kommen wir ihnen sehr nah.“ Deswegen werde sie trotz Impfung weiter mit einer Maske arbeiten.

Corona-Schutzimpfung für Erzieherinnen: Kritik an der Politik

Trotz Freude und Erleichterung über die Impfung üben die Erzieherinnen auch noch einmal Kritik daran, dass sie vorher beim Thema Arbeitsschutz und Impfen wenig beachtet, fast schon vergessen worden seien.

„Klar freut es uns jetzt, dass die Kinder wieder da sind, aber es war falsch, die ganze Sache von hinten aufzuzäumen“, sagt Andrea Hochmuth. „Man hätte uns früher impfen können und dann erst die Kitas öffnen.“

„Viele Erzieher sind selbst älter oder haben ältere Angehörige“, sagt Claudia Stahlhacke. Sich in der Kita anzustecken und die Krankheit in die eigene Familie zu tragen, sei dabei die größte Angst gewesen.

Wegen der festen Settings müssen 30 Personen – 26 Kinder, zwei Erzieher und zwei Praktikanten – in einem Raum bleiben, außer wenn man bei gutem Wetter auch mal nach draußen kann.

Renate Simons weist auch auf das Missverhältnis beim Schutz der Erzieherinnen hin, was die Kontakte angeht. Im privaten Bereich seien sie stark eingeschränkt. Nach den neuen Bund-Länder-Beschlüssen dürfen sich nun maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen, davor waren es ein Haushalt plus eine weitere Person. „Aber wenn ich diese eine Person bin, komme ich gerade aus dem Kontakt mit 30 Kindern“, sagt Simons.

Vorsicht sei aber auch nach der Impfung weiter geboten. Die AHA-Regeln sind in der Kita weiterhin zu befolgen. Denn es können weiterhin Corona-Fälle in Kitas auftreten, so wie in der Kita in der Bonifatiuskirche, deren Kinder komplett in Quarantäne geschickt wurden.

Und auch die Kita Am Saley war wegen eines unklaren Testergebnisses – es stellte sich letztlich als negativ heraus – in der vergangenen Woche an drei Tagen geschlossen. Da ist es gut, dass es neben der anziehenden Impfkampagne auch regelmäßige Schnelltests gibt. Für diese komme Hausarzt Bernd Oehlschlägel einmal in der Woche in die Kita, berichtet Leiterin Claudia Stahlhacke. „Das ist eine unheimliche Unterstützung und gibt auch schon etwas Sicherheit.“

Erst im Februar war bekannt geworden, dass Erzieherinnen und Lehrer aus der Impf-Priosierungsgruppe 3 in die Gruppe 2 aufsteigen würden.

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