So wurden die Ferien in den 50er Jahren verbracht

Das erste Mal in die großen Ferien - das sagen die ehemaligen Erstklässler zum ersten Schuljahr

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Mit großem Jubel starteten die Kinder der Klasse 1a der Hallenschule am Freitag in die Ferien. 

Plettenberg - Freudestrahlend und jubelnd starteten zahlreiche Kindern am Freitag in die Sommerferien. So auch die Klasse 1a der Hallenschule, die gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin Anna Hornik berichtet, wie das erste Jahr in der Schule war.

„Wir haben viel Neues gelernt und jetzt freue ich mich darauf, in die zweite Klasse zu kommen“, sagt zum Beispiel Matt. Seine Klassenkameraden stimmen ihm zu. „Wir haben viele Buchstaben gelernt, Mathe und Deutsch“, wird berichtet und „Wir haben gelernt, uns zu benehmen, leise zu sein, aufzuzeigen und nicht durcheinander zu reden“, berichten die anderen. Und besonders toll finden die jetzt ehemaligen Erstklässler, dass sie nun Lesen können. Einige nehmen in den Ferien bereits am Sommerleseclub der Stadtbücherei teil.

Dass man sich nicht nur auf den Übergang in die zweite Klasse, sondern auch auf die bevorstehenden Sommerferien freut, darüber waren sich alle einig und viele wissen auch schon genau, wie ihre Ferien aussehen. Die Pläne der Kinder reichen von der Ferienbetreuung der Offenen Ganztagsschule (OGS), einem Besuch im Zoo, mit den Eltern zu spielen oder Zuhause im Wasserbassin im Garten zu planschen.

Und die Mehrheit fährt innerhalb der sechs Wochen auch in den Urlaub. Die Ziele sind dabei vielfältig, wie zum Beispiel die Türkei, an die Nordsee, nach Frankreich, ins Disneyland oder mit der Familie zelten zu gehen. 

Ferien in den 50er Jahren

Wie damals ihre Großeltern oder Urgroßeltern die Ferien verbracht haben, können sich die Kinder aber höchstwahrscheinlich gar nicht mehr vorstellen. Günter Heerich vom Heimatkreis erzählt dem ST, was er damals in den 50er Jahren in seinen Ferien gemacht hat: „Wir sind in den Wald gegangen und haben zum Beispiel eine Höhle gebaut, so richtig mit Ausschachten. Wir haben Äste für das Dach gesammelt und vielleicht auch mal ein Stück Dachpappe gefunden, dass wir dazwischen gesteckt haben. Mit Gras haben wir dann das Dach getarnt, damit man die Höhle nicht sieht. Das war damals im Wald am Saley.“

1955 an der Graf-Dietrich-Straße: Günter Heerich als achtjähriger Junge mit Roswitha Seuthe.

Und als kleiner Junge im Alter von sieben oder acht Jahren besuchte er auch gerne seine Verwandtschaft in Landemert, den Bäcker Gester, auf dem Bauernhof. Dort gab es Hühner, Schweine und Kühe. „Ich bin zu Fuß hin gelaufen, über den Landemerter Weg. Da war ich ungefähr eine Stunde unterwegs. Ein Fahrrad hatte ich nicht, nur einen Tretroller. Auch Autos fuhren damals kaum, eher Trecker und Pferdewagen.“ Zum Zeitvertreib auf dem Bauernhof sagt er: „Als Kinder haben wir dann morgens früh die Tiere auf die Weide gebracht und abends wieder in den Stall geholt. Das hat uns Spaß gemacht.“ Wenn Bäcker Gester allerdings mit den Waren in die Stadt fuhr, da fuhren die Kinder nicht gerne mit. „Im Auto zu sitzen, war doch langweilig.“ Viel lieber habe man auf dem Hof Blödsinn gemacht.

„Wenn es ganz warm war, dann waren wir auch im Freibad, den ganzen Tag lang. Dann haben wir uns Butterbrote mitgenommen“, war ein weiterer Zeitvertreib in den Ferien. Das Schwimmen habe man sich damals selbst beigebracht, ein Seepferdchen gab es noch nicht.

Außerdem habe man Knicker gespielt – eine Art Murmeln, aber aus Ton. Wer von einem eingezeichneten Strich aus als erstes die kleine Kugel in das Loch bekommen hatte und das mit möglichst wenig Berührung, hatte gewonnen.

Und was war, wenn es geregnet hatte? „Dann waren wir auch draußen. Dann sind wir in den Wald und in unsere Höhle gegangen“, erinnert sich Günter Heerich. An die beiden Flüsse, Oester und Else sei man jedoch selten gegangen. „Die stanken damals fürchterlich“, sagt Heerich. Denn früher hätten die Firmen alles in den Fluss fließen lassen und es habe noch keine Kläranlagen gegeben.

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