Der Weinkeller steht kurz vor der Eröffnung

Erste Einblicke in den neuen Escaperaum im Story House Plettenberg

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Plettenberg - Am Freitag, 1. November, soll der neue Escaperaum im Story House Plettenberg, der Weinkeller, eröffnet werden. Wir durften uns mit einem Testteam schon vorab an den Rätseln versuchen und geben die ersten Einblicke.

Immer nur diese Klugscheißerei, dieses: „Ich rieche mal am Wein und tue so, als ob ich Ahnung hätte.“ Davon hatte unser Gastgeber die Nase voll.

Er hat uns zur Weinprobe eingeladen, und nur wenn wir innerhalb einer Stunde beweisen, dass wir würdig sind, dann dürfen wir den Weinkeller wieder verlassen.

Also lernen wir. Und das ist gar nicht so einfach. Weil uns eine Vielzahl von Schlössern und Codes den Weg versperren, während die Zeit gnadenlos abläuft.

Der Weinkeller – er ist die neueste Herausforderung für alle Rätselliebhaber im Story House Plettenberg. Drei Jahre ist es nun schon her, dass Inhaber René Schauties im ehemaligen Tabakwarengeschäft von Matta Heyne zwei Rätselräume einweihte, die den Großstadttrend der Escaperooms nach Plettenberg brachten. Lucys Zimmer und der Tabakfabrik folgte im letzten Jahr die Neueröffnung des vergessenen Fahrstuhls. Und jetzt ist der vierte Rätselraum kurz vor der Fertigstellung: der Weinkeller.

Es geht nur noch um Kleinigkeiten. Müssen die Rätsel noch abgeschwächt werden, weil sie zu schwierig sind? Ist alles richtig beschriftet? Funktioniert die Elektronik? Die Inside-Redaktion wollte da gerne weiterhelfen – und stellte sich zur Generalprobe vor der offiziellen Weinkeller-Eröffnung.


Im Viererteam nehmen wir also die Herausforderung an, lassen uns mit Vergnügen auf die eingangs beschriebene Handlung des Raums ein und schreiten durch die massive Holztür mit dem Schriftzug Weinkeller.

Drinnen erwartet uns ein verwinkelter Keller, zum Großteil schmal wie ein Flur und angesichts der Deckenhöhe nicht wirklich gut geeignet für Menschen jenseits der 1,90 Meter. Die steinernen Wände strahlen in einem hellen Weiß, hier und da sorgt eine Glühbirne für das schummrige Licht im Raum. Spielen die Bilder und Plakate an den Wänden eine Rolle? Was hat es mit den Spielen auf dem Schreibtisch auf sich? Woher bekommen wir die Schlüssel für die vergitterten Eisentüren, die in kleine Nebenräume führen?

Es ist schon beeindruckend, wie René Schauties aus einer einstigen Gerümpelkammer einen neuen, spannenden Rätselraum kreiert hat. Früher, zu Zeiten von Matta Heynes Tabakwarenladen, standen in diesem Keller ein Kühlschrank und unzählige Kartons, an der Wand hing ein Waschbecken. Zu den Anfängen des Story House hat René Schauties den Raum im Erdgeschoss, dessen Eingang sich direkt neben der Treppe zum Obergeschoss befindet, neu hergerichtet und als Kontrollzentrale benutzt. Hier saßen die Mitarbeiter, um per Kamera und Telefon die Kunden in den Rätselräumen zu betreuen und ihnen Hinweise zu geben, wenn sie mal nicht weiterkamen. Weil René Schauties es dort für seine Mitarbeiter zu abgeschottet fand, zog die Kontrollzentrale in den Empfangsbereich um. Der Keller stand leer. Bis jetzt.

Fünf Minuten vor Schluss wissen wir, dass wir es nicht rechtzeitig schaffen werden. Unsere kurzfristig zusammengewürfelte Truppe mit ganz unterschiedlichen Escaperoom-Erfahrungen beißt sich an dem ein oder anderen Rätsel die Zähne aus. „Ganz schön schwierig“, lautet schon jetzt unser Fazit. Die Befürchtung von René Schauties, dass die Rätsel zu einfach sein könnten und wir nach 20 Minuten den Raum wieder verlassen könnten – sie tritt noch nicht mal annähernd ein.

„Ich werde die Rätsel wohl noch etwas abschwächen müssen“, sagt René Schauties, als wir so circa nach einer Stunde und 20 Minuten den Schlüssel zur Ausgangstür gefunden haben. Denn nur an Profis soll sich der Weinkeller nicht richten. Die Schwierigkeit des Raumes soll nach der Eröffnung auf dem Niveau der Tabakfabrik liegen und sich damit zwischen dem Anfänger-Raum Lucys Kinderzimmer und dem Profi-Raum Der vergessene Fahrstuhl einordnen.


Die Vorfreude auf den Weinkeller scheint in Plettenberg jedenfalls groß zu sein. Viele Kunden löchern René Schauties mit der Frage, wann der Raum fertig ist. Einige warten extra die Eröffnung ab, bevor sie sich an Profi-Raum, also den Fahrstuhl, trauen. Aber es war Geduld gefragt – nicht nur bei den Stammspielern, sondern auch beim Story-House-Inhaber selbst. „Manches Mal war es schwieriger als erwartet, eine Idee umzusetzen“, erklärt der gelernte Schlosser und hauptberufliche Programmierer, der in seiner Freizeit fast ein Jahr an dem Raum getüftelt und sich alle Rätsel selber ausgedacht und gebaut hat. Vor allem ein Spiel im Weinkeller, an dem insbesondere die Herren Spaß haben dürften, weil es das Kind im Manne weckt, bereitete Schauties in der Umsetzung über Monate Kopfzerbrechen. Inzwischen ist es wie alle anderen Rätsel fertig – und wartet darauf, von würdigen Weintrinkern bezwungen zu werden.

Der Weinkeller soll ab dem übernächsten Wochenende spielbar sein und wird daher am Freitag, 1. November, eröffnet. Buchungen zum Preis zwischen 20 und 25 Euro pro Person (der Raum ist geeignet für 2 bis 4 Spieler) sind möglich ab Montag, 28. Oktober, übers Internet (www.story-house.de). Weitere Infos bei René Schauties, Ruf 01 76 / 44 26 79 49.

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