Erste Bürgerbus-Fahrt vor 25 Jahren

Ein Jubiläum ohne Fest

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Der Bürgerbus Plettenberg fährt seit 25 Jahren und hat in dieser Zeit eine halbe Million Kilometer zurückgelegt.

Plettenberg – Auf den Tag genau vor 25 Jahren – am 15. Mai 1995 – machte der Plettenberger Bürgerbus seine erste Fahrt. Zum Jubiläum war eigentlich eine große Feier geplant, die aufgrund des Coronavirus aber leider nicht stattfinden kann.

„Das wäre eine schöne Sache geworden“, sagt Beate de Jong-Teipel, die Vorsitzende des Bürgerbusvereins. Die Stadt Plettenberg hatte für die Feier am 16. Mai den Ratssaal zur Verfügung gestellt, der Verein selbst hatte Fahrer, Fahrgäste und andere Bürgerbusvereine aus der Region eingeladen. Insgesamt erwartete man mehr als 100 Gäste zu der Jubiläumsfeier, die nun ersatzlos entfällt. „Wir holen es nicht nach“, sagt de Jong-Teipel, die den Vereinsvorsitz 2018 nach dem Tod des langjährigen Vorsitzenden Gerd Stunz übernahm und sich die Arbeit mit dem 2. Vorsitzenden Ulrich Schlotmann teilt. Wenn das Jubiläum jetzt nicht stattfinden könne, dann solle das eben so sein. „Wenn wir uns einen neuen Bus anschaffen – vielleicht in zwei Jahren – feiern wir dann halt das 27-Jährige und machen daraus ein kleines Highlight.“ 

Gegründet wurde der Bürgerbus Plettenberg im Oktober 1994 auf Anregung des damaligen Bürgermeisters Otto Klehm. Der Verein, der seit seiner Gründung im Auftrag der MVG fährt, machte am 15. Mai 1995 seine erste Fahrt. Die Fahrerin vermerkte in ihrem Bericht zwölf Fahrgäste und eine Gesamtstrecke von 19 Kilometern. Inzwischen fährt der Bürgerbus seit 25 Jahren, mit dem inzwischen vierten Fahrzeug, das seit 2015 in Betrieb ist und wie seine drei Vorgänger ein Mercedes. „Wir haben seit der Gründung 500 000 Kilometer zurückgelegt und ca. 150 000 Fahrgäste befördert“, zieht de Jong-Teipel Bilanz. Im Schnitt komme man auf 5 000 Fahrgäste und 30 000 Kilometer pro Jahr. 

Seit der Gründung des Bürgerbusses habe sich allerdings das Fahrverhalten älterer Bürger, die den Großteil der Fahrgäste ausmachen, verändert. „Damals gaben die Leute früher ihren Führerschein ab und fuhren nicht mehr selbst“, sagt sie. Heute sei das anders. Deswegen müsse man auch immer gewinnen, neue Fahrgäste hinzuzugewinnen. Genauso freue man sich über neue Fahrer, die das Team unterstützen und die Plettenberger mit dem Bürgerbus befördern möchten. Momentan hat der Verein zehn aktive Fahrer, die alle zwei- bis dreimal im Monat fahren. 

„Das belastet nicht und man freut sich darauf“, sagt die Vereinsvorsitzende. Man sei eine buntgemischte Truppe und unternehme auch einmal im Jahr einen gemeinsamen Wochenendtrip. Der Alltag der Bürgerbusfahrer besteht aber in der Beförderung der Plettenberger: Der Bürgerbus verbindet die Wohngebiete Sundhelle, Ratschelle, Bremcke, Bracht und Brahmsweg mit der Innenstadt und ist außerdem donnerstags in Eiringhausen, Pasel und der Blemke unterwegs. Auch eine Buslinie zum Kindergarten in Himmelmert gehört zum Bürgerbus-Fahrplan. „Wir starten morgens mit den Allerjüngsten und fahren zum Kindergarten. Wenn wir sie wieder abholen, ist das auch die letzte Fahrt“; erklärt Beate de Jong-Teipel. Dazwischen habe man Fahrgäste, die man seit Jahren kennt, zum Teil sind es Nachbarn. 

„Man hält ein Schwätzchen im Bus, es ist immer abwechslungsreich.“ Die Fahrer und Fahrgäste bilden also eine große Familie. Doch aufgrund der Corona-Bestimmungen fällt nicht nur die Jubiläumsfeier aus, auch der Fahrbetrieb ruht seit mehreren Wochen, da in dem kleinen Bus die vorgeschriebenen Abstände nicht eingehalten werden können und viele Fahrgäste zudem zu Risikogruppen zählen. Wann der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, weiß Teipel nicht, hofft aber, dass der Bürgerbus Anfang Juni wieder seine Fahrten aufnehmen kann.

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