Viel unternommen

Erst die Waldbrände, jetzt das Leid der Tiere: Frau aus MK will in der Türkei helfen

Der Tierschutzverein Melek verlor bei den Bränden die Vereinsräume und behandelt die Tiere deshalb in einer provisorischen Unterkunft.
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Der Tierschutzverein Melek verlor bei den Bränden die Vereinsräume und behandelt die Tiere deshalb in einer provisorischen Unterkunft.

Wer sich wie die Plettenbergerin Daria Boron mit Herzblut dem Tierschutz verschrieben hat, der kümmert sich auch im Erholungsurlaub um das Wohl der Tiere – besonders, wenn es dort riesige Waldbrände gibt.

Plettenberg/Manavgat – Die Plettenbergerin weilte mit ihrer Familie in einem Hotel im türkischen Manavgat. Schon sehr bald fiel der Schriftführerin des Tierschutzvereins Plettenberg dort ein verschmuster und rund vier Monate alter Kater auf. „Wenn solche Tiere in den Hotelanlagen zu aufdringlich sind, stößt den Katzen häufig etwas zu“, weiß Boron, die sich nach Rücksprache mit Annette Maus, der Vorsitzenden des Tierschutzvereins Plettenberg, an den Tierschutzverein in Manavgat „Tierhilfe Melek e.V.“ wandte. Und der kümmerte sich innerhalb kurzer Zeit um eine Pflegestelle für den kleinen Kater.

Schwer zu schaffen machte der Plettenbergerin auch der Anblick eines Labradors, auf den sie vom Hotelbalkon aus durch lautes Bellen und Jaulen aufmerksam wurde. Der Hund musste Tag und Nacht ausnahmslos auf einem Balkon in einer Art Laufstall aushalten. Sie meldete die tierquälerische Haltung des Hundes bei Temperaturen von bis zu 45 Grad dem Verein Melek e.V., der ihr mit Rat und Tat zur Seite stand, allerdings auch machtlos war, da es sich um Privatwohnungen handelte, die durch Security gesichert waren. Auch die Polizei fühlte sich nicht zuständig und sah keine Handhabe, etwas gegen die Besitzer zu unternehmen.

Viel unternommen werden konnte aber vom türkischen Tierschutzverein nach dem Ausbruch der massiven Waldbrände vor einigen Tagen in der Region Manavgat. „Es gab eine riesige Rauchwolke direkt über unserem Hotel, überall gesperrte Straßen, Verkehrschaos und Löschflugzeuge am Himmel“, erinnert sich Boron an die traumatischen Bilder an ihrem letzten Urlaubstag in der beliebten Urlaubsregion.

Die Straßen im Landesinneren der Türkei waren voller hungriger und teilweise verletzter Tiere, die aus den abgebrannten Wäldern flohen und versuchten, etwas Futter und Wasser zu finden.

„Leider ist auch eine komplette Pflegestelle des Tierschutzvereins Melek abgebrannt. Es liegt alles in Schutt und Asche. Hundehütten und Zwinger sind alle ruiniert“, berichtet Boron nach ihrer Rückkehr. Ein Kangal habe sich nicht mehr aus der Flammenhölle retten können.

Seit dem Ausbruch der Brände, der auch viele Menschenleben kostete und zahlreiche Existenzen zerstörte, kämpfe der Verein Tag und Nacht um das Überleben vieler Tiere, die dem Feuer nicht entkommen konnten. Ob Straßenhunde oder streunende Katzen, Wildtiere, aber auch Schildkröten und Nutztiere wie Esel, Kühe, Ziegen und Schafe aus den umliegenden Dörfern – sie alle fielen dem Feuer zum Opfer oder zogen sich Brandverletzungen zu.

Deshalb wendet sich Daria Boron abschließend an die Bürger: „Mir persönlich ist es wichtig, die Menschen gerade in der Urlaubszeit darüber zu informieren, dass man auch während seines Urlaubs im Ausland Hilfe von Tierschutzvereinen bekommt und nicht die Augen verschließen darf. Der Tierschutz kennt keine Grenzen, deswegen hoffen wir im Namen des Tierschutzvereins Plettenberg auf die Hilfsbereitschaft und finanzielle Unterstützung.“

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