Zum Tod von Ernst Hüsmert: Ingenieur, Lyriker und Heimatforscher

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Ernst Hüsmert (1928-2017) auf einer Aufnahme aus 2008.

Er war der engste Vertraute des umstrittenen Staatsrechtlers Carl Schmitt: Ernst Hüsmert verstarb am 22. November im Alter von 89 Jahren.

Im Rahmen des 60. Geburtstages Schmitts, der auch als ‘Kronjurist des Dritten Reiches’ bezeichnet wird, am 11. Juli 1948, hatte Hüsmert den Staatstheoretiker kennengelernt. Dies sei „der Beginn einer bis zu Carl Schmitts Tod währenden Freundschaft“ gewesen, wie Hüsmert einst in einem ST-Interview erklärte.

Als Testamentsvollstrecker war Ernst Hüsmert auch mit der Verwaltung und der Bearbeitung des literarischen Nachlasses von Schmitt betraut. In mehreren Büchern hatte Hüsmert Tagebuchaufzeichnungen und Briefe Schmitts aufgearbeitet. Darüber hinaus war Hüsmert auch im Carl-Schmitt-Förderverein seit dessen Gründung aktiv.

Hüsmert, am 12. April 1928 geboren, besaß stets eine besondere Beziehung zur Lyrik: So verfasste er unzählige Gedichte, die auch in Büchern veröffentlicht wurden.

Engagiert hatte sich Hüsmert unter anderem auch im Lions-Club Lüdenscheid-Lennetal, dem er 1979 beigetreten und dessen Präsident er 1987 / 88 war. Darüber hinaus war er im Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde aktiv und hatte sich auch im Herscheider Heimat- und Geschichtsverein engagiert.

Ernst Hüsmert besuchte zunächst die Volksschule in Eiringhausen ehe er auf das Plettenberger Gymnasium wechselte. Mitten in den Wirren des Zweiten Weltkrieges hatte er ein Praktikum in der Metallverarbeitungs- und Elektroindustrie absolviert. Zwischen 1947 und 1949 besuchte Hüsmert dann die Staatliche Ingenieurschule in Hagen. Hier legte er auch sein Examen als Dipl.-Ingenieur ab. Anschließend arbeitete Hüsmert als technischer Angestellter in einer Plettenberger Gesenkschmiede.

1957 wechselte Ernst Hüsmert als technischer Berater zur Krupp-Schmiede nach Essen. Nach kurzer Zeit zog es ihn jedoch wieder zurück in heimische Gefilde: Hüsmert ließ sich in Herscheid nieder. Erst Ende der 1980er Jahre schied er aus dem Unternehmen Krupp aus. Trotz seines Ruhestandes war sein technisches Wissen auch in den 1990er Jahren noch einmal gefragt.

Mit Ernst Hüsmert verliert die Vier-Täler-Stadt nicht nur einen talentierten Hobby-Literaten und Heimatforscher, sondern auch die vielleicht letzte Person, die dem umstrittenen Staatsrechtler Schmitt in dessen ‘Plettenberger Exil’ so nahe gekommen war.

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