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Erleiden, was verbindet: Kaputte Telefonzelle, Laterne und Ampel in MK-Stadt

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Von: Georg Dickopf

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Die marode Telefonzelle am ZOB Grünestraße gammelt weiter standhaft vor sich hin und hat auch noch eine Stromversorgung, die vor dem Abriss gekapppt werden muss.
Die marode Telefonzelle am ZOB Grünestraße gammelt weiter standhaft vor sich hin und hat auch noch eine Stromversorgung, die vor dem Abriss gekapppt werden muss. © Opfermann, Johannes

Der Ukraine-Krieg, der Chipmangel und hunderte vor Shanghai liegende Fracht- und Containerschiffe sind nur einige Gründe für Lieferverzögerungen bei allen möglichen Produkten.

Plettenberg - Deshalb wundert es nicht, dass es auch in Plettenberg zu sichtbaren Verzögerungen bei notwendigen Reparaturen kommt.

Beispiel 1

Ende letzten Jahres kam es am Lennekreuz zu einem Unfall, bei dem eine Ampel massiv getroffen wurde und seitdem eine gewaltige Schieflage hat. Die Technik an sich funktioniert zwar noch, aber der Signalgeber ist reichlich windschief. Bereits mehrfach fragten wir bei Straßen.NRW nach, wann die Reparatur erfolgen soll. Zu Jahresbeginn war von Lieferschwierigkeiten die Rede und daran hat sich auch vier Monate später nichts geändert.

Wie Pressesprecherin Julia Ollertz am Freitag auf Anfrage betonte, habe man erneut die mit der Reparatur beauftragte Baufirma angeschrieben, doch dort warte man weiter auf die Lieferung des entsprechenden Ampelmastens bei dem Lieferanten.

Die schiefe Ampel vom Lennekreuz wird langsam zum Wahrzeichen...
Die schiefe Ampel vom Lennekreuz wird langsam zum Wahrzeichen... © Dickopf

„Wir bleiben da weiter am Ball, können das ganze Thema aber gerade nicht beschleunigen“, bedauerte Ollertz.

Glücklicherweise sei die Ampel bei dem Unfall nur stark verbogen worden. „Die Technik funktioniert weiterhin“, so die Straßen.NRW-Sprecherin, die hofft, dass die Lieferung des Mastens und die Reparatur in den nächsten Wochen erfolgen können.

Bis dahin können sich die Bürger und Autofahrer weiter über den Anblick des schiefen Ampel-Turms von Plettenberg amüsieren.

Beispiel 2

Ein ähnlich zähes Stück Metall steht oder besser stand am Maiplatz vor dem Eiscafé Sagui. Bis zum 17. Januar diesen Jahres, denn vor gut drei Monaten rummste gegen 17.45 Uhr ein MVG-Linienbus gegen die Laterne. Der Lichtmast hing danach auf halb acht im Hochbeet, spendete aber weiter tapfer Licht. Die Feuerwehr rückte zur Amtshilfe der Polizei und anschließenden Sicherung der Gefahrenstelle der noch unter Spannung stehenden Laterne aus. Auch ein Elektriker musste ausrücken, um die Laterne spannungsfrei zu schalten, ehe die Feuerwehrleute den schiefen Laternenturm vom Maiplatz schließlich mit einer Säbelsäge abtrennten.

Seitdem ragt ein abgeklebter Metallstumpf aus dem Boden. Aber immerhin: Wie Bauamtsleiter Sebastian Jülich auf Anfrage erklärte, hat man offenbar einen besseren Lieferanten als Straßen.NRW, denn der neue Mast sowie weitere bestellte Masten sollen in der nächsten Woche in Plettenberg angeliefert werden. Der Bauhof beginne dann zuerst mit dem Einbau am Maiplatz.

Beispiel 3

Die Telefonzelle am ZOB Grünestraße gammelt bereits seit Jahren munter vor sich hin. Aus dem Schild mit dem T auf dem Dach wächst Unkraut, einen Wählautomaten gibt es schon lange nicht mehr und auch eine Seitenscheibe ist defekt. Selbst als Bücherschrank wäre dieses Modell nicht mehr zu verwenden. Deshalb fragte die Heimatzeitung bereits zwei Mal bei der Telekom nach, die dabei versprach, dass der Abriss bald erfolgen soll.

Doch die Zelle, mit dem man früher Telefonate mit den Liebsten oder dringende Anrufe führte, steht immer noch – passend zum Werbespruch: „Erleben, was verbindet.“ Wobei hier eher passen würde: „Erleiden, was mal verbunden hat“.

Auch Telekom-Pressesprecher George-Stephen McKinney ist wenig erfreut darüber, dass bisher nichts passiert ist. Doch er setzte am Freitag noch einmal einige Hebel in Bewegung und fand heraus, dass der zuständige Energieversorger die Stromversorgung immer noch nicht gekappt hat.

„Heute hat man mir zugesichert, am kommenden Montag einen Termin dafür zu nennen“, sagte McKinney. Erst dann nämlich könne die Telekom ein Tiefbauunternehmen mit dem Abriss beauftragen und die Abrissgenehmigung bei der Stadt einholen. „Wir haben alle ein Interesse daran, dass diese Zelle weg kommt“, sagte der Telekom-Sprecher. Ein Ersatz sei nicht vorgesehen.

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