Was tun, wenn der Gasmonteur vor der Tür steht?

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Jürgen Denker, Ben Schneider und Mikhail Tabatchnikov (v.l.n.r.) sind Ansprechpartner für die Umstellung von L- auf H-Gas.

Die Regierung der Niederlande hat eine Drosselung der L-Gas-Produktion angekündigt. Das hat Auswirkungen bis nach Plettenberg und Werdohl. Nach heutigem Zeitplan werden die Gas-Endgeräte ab März 2022 von L- auf sogenanntes H-Gas umgestellt.

Plettenberg - Die Stadtwerke Plettenberg als verantwortlicher Netzbetreiber starten deshalb nach anderthalbjähriger Vorbereitungszeit nun in die Vorbereitungen zur Erdgasumstellung im Jahr 2022. Dazu werden zunächst alle Daten der Gasgeräte ab November diesen Jahres erhoben. Die Kunden erhalten dazu nach den Worten von Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Uwe Allmann eine persönliche Benachrichtigung zu den jeweiligen Terminen. 

In Plettenberg sind 4 500 Geräte von 3 500 Kunden betroffen, in Werdohl sind es bei 3 800 Kunden rund 4 800 Geräte. Bei der Datenerhebung erfasst das von den Stadtwerken Plettenberg beauftragte Partnerunternehmen Gatter 3 Technik alle Gasanlagen und -geräte. Auch die Ablesung der Gaszähler für die Jahresabrechnung führt der Dienstleister im Auftrag der Stadtwerke durch.

 „Wir können uns damit einen Besuch ersparen, was den Aufwand für beide Seiten minimiert“, erklärte Uwe Allmann bei der Vorstellung der geplanten Gasumstellung, die das „weltgrößte Infrastrukturprojekt“ sei. Zur Sicherheit der Kunden werden in zehn Prozent der Fälle die Erhebungen stichprobenartig durch die Enervie Service kontrolliert, um eine hohe Qualität der Arbeiten sicherzustellen. „Wir betreiben einen hohen Aufwand, um zu verhindern, das Trittbrettfahrer in unserem Namen unterwegs sind“, sagte Allmann. 

Mit Hilfe der Erhebungsdaten können die für die Anpassung notwendige Methode und benötigten Materialien – wie Düsen – bestimmt werden. Die eigentlichen Anpassungsarbeiten finden dann ab März 2022 statt. Dabei werden beispielsweise der Druck eingestellt, Düsen ausgetauscht oder die Geräte handwerklich für das neue Gas umgebaut. Mikhail Tabatchnikov, Ansprechpartner von Enervie Service, betonte in dem Zusammenhang, dass die Gasumstellung auch eine kostenlose Qualitätskontrolle der Heizung beinhalte.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema im Überblick:

Können alle Gasgeräte einfach angepasst werden oder gibt es Ausnahmen? 

Ein Großteil der Gasanlagen kann problemlos umgestellt werden. Bei sehr alten Anlagen kann es Probleme geben. Wenn ein Mangel festgestellt wird, muss dieser beseitigt werden, da nur Gasgeräte angepasst werden dürfen, wenn die Betriebssicherheit gewährleistet ist. Die Betreiber der Anlage erhalten dazu eine Mängelkarte, die sie ihrem Vertragsinstallateur zur Reparatur vorlegen können.

Wie erfolgt die Anpassung meiner Gasgeräte?

Die Arbeiten erfolgen in zwei Schritten mit einem Zeitabstand von einigen Monaten. Beim ersten Termin erfasst ein Mitarbeiter eines qualifizierten Partnerunternehmens die Gasgeräte; beim zweiten Termin erfolgt dann die technische Anpassung der Geräte auf die neue Gasart. 

Bei rund zehn Prozent der Betroffenen wird jeweils nach der Erhebung oder Anpassung ihrer Gasgeräte noch ein Termin zur Qualitätskontrolle durch ein weiteres unabhängiges Unternehmen notwendig sein. 

Entstehen Kosten für den Gaskunden?

Die Erhebung, Anpassung und eventuellen Qualitätskontrollen sind für die Kunden kostenfrei. Die Kosten trägt der Gasnetzbetreiber. Die den Netzbetreibern entstandenen Kosten für die bundesweite Erdgasumstellung fließen anschließend in die Netzentgelte ein. 

Wie erkennt man die Monteure? 

Damit Trickbetrüger keine Chance haben, erhält man niemals unangekündigte Besuche der Monteure. Die Kunden werden immer vorab mit einem persönlich adressierten Schreiben informiert. Man erkennt die Mitarbeiter und ihre Fahrzeuge am Zeichen für die Umstellung von L- auf H-Gas zusammen mit dem Logo. Ganz wichtig: Es werden keine Kosten für Arbeitsstunden oder Material in Rechnung. gestellt. Der beauftragte Monteur weist sich zudem mit Mitarbeiterausweis, Lichtbildausweis und einer persönlichen Pin-Nummer aus. Diese erhalten die Kunden mit dem persönlichen Anschreiben. 

Wann startet der Umstellungsprozess? 

Erste Info-Schreiben zum Vorgehen und den einzelnen Maßnahmen haben alle betroffenen Plettenberger Gaskunden ab Ende August per Post erhalten. 

Wo kann man sich informieren?

Seit dem 7. September können sich Gaskunden auch im Erdgasbüro der Stadtwerke Plettenberg im Hause der Stadtwerke an der Adresse „Am Eisenwerk 2“ zum Vorgehen der Erdgasumstellung persönlich informieren. Das Erdgasumstellungs-Team um Jürgen Denker, Ben Schneider und Mikhail Tabatchnikov im Erdgasbüro berät nach Terminabsprache vor Ort.

Gibt es eine Hotline? 

Termine mit dem Erdgasbüro können unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 9370 753 oder per Mail unter erdgasbuero@stadtwerke-lenne.de abgestimmt werden. Weitere Informationen zum Vorgehen bei der Erdgasumstellung und eine ausführliche Übersicht zu „Fragen und Antworten“ sind auf der Homepage www.stadtwerke-plettenberg.de zusammengestellt. Im Erdgasbüro der Stadtwerke ist Mikhail Tabatchnikov Ansprechpartner für alle Gaskunden während der Arbeiten vor Ort.

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