Erst Kreisch- und Jubelsturm im Konfettiregen, dann Katerstimmung

Fans enttäuscht vom Auftritt von Pietro Lombardi im Märkischen Kreis

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Pietro Lombardi trat am Samstag in der Schützenhalle in Plettenberg auf.

Plettenberg – Die Vorfreude war riesig: der ausgewiesene Superstar Pietro Lombardi kommt nach Plettenberg! Christian Burghaus von Esta Loca Entertainment hatte den DSDS-Sieger von 2011 in die Vier-Täler-Stadt gelotst. Samstag war es dann endlich soweit; der Abend des Konzerts war gekommen.

Als Lombardi auf die Bühne kam, setzte ein Kreisch- und Jubelsturm ein, wie es nicht anders zu erwarten gewesen war. Konfettikanonen wurden abgefeuert; viele machten Videoaufnahmen des Auftritts. 

Bei Hits wie „Bella Donna“, „Nur ein Tanz“ oder „Señorita“ war das Publikum voll dabei, sang mit und wurde teilweise von dem Superstar abgeklatscht. Doch nach dem Auftritt herrschte allgemeine Katerstimmung. Was war geschehen?

Fans rechneten mit längerem Auftritt

Zu spät, zu kurz, zu arrogant – so die weitverbreitete Meinung, nachdem Lombardi die Bühne nach nicht ganz einer halben Stunde wieder verlassen hatte, mit der Begründung: „Ich hab’ noch ein Konzert in Dortmund.“ 

Das war im Vorfeld so kommuniziert worden: der Aufritt in Plettenberg lag zwischen zwei weiteren Terminen an diesem Abend. Dass der Auftritt jedoch so kurz ausfallen sollte, damit hatten wohl die wenigsten gerechnet.

Die Vorfreude vor dem Auftritt war groß.

„Ich fand’s echt scheiße“, so klare Worten fanden Katja Gabsch und Nicole Mrohs. Die beiden hatten sich unbändig auf das Konzert gefreut und waren nun bitter enttäuscht. „Verarscht“ fühlten sie sich, so lange hingehalten worden zu sein – mit dieser Meinung standen sie nicht alleine da. 

Konzertbeginn war um 21 Uhr. Dass der Headliner des Abends nicht dann schon seinen großen Auftritt haben würde, dürfte als selbstverständlich hingenommen werden.

Das hatte die Mehrheit des Publikums jedoch nicht davon abgehalten, bereits bei Einlass um 20 Uhr vor Ort zu sein. Am frühen Abend hatte sich Burghaus noch über den großen Andrang zu so früher Stunde gefreut. Er sei „sehr zufrieden“, die Schlange habe halb um den Wiedenpavillon gereicht. 

Dennoch und trotz peniblem Sicherheitscheck sei der Einlass zügig vonstatten gegangen. Burghaus lobte in diesem Zusammenhang das seit zwölf Jahren gut eingespielte Türteam.

Doch dann hieß es Warten. Ab neun trat DJ Roode seinen Dienst an den Turntables an. Gemeinsam mit DJ Marc Kiss brachte er Stimmung in die Schützenhalle. Eine ausgewogene Mischung aus Charts, House und Blackmusic sprach die verschiedenen Geschmäcker an.

Pietro Lombardi zu Gast in der Plettenberger Schützenhalle

Verärgerung über Pietros Verhalten

Doch immer mehr Zeit verging und allmählich wurden die Gäste etwas ungeduldig: wo blieb denn Pietro? „Noch 30 Minuten“, hieß es irgendwann; noch 15, noch zehn, noch zehn, noch zehn. 

„Hingehalten“ seien sie worden, fanden Gabsch und Mrohs. Kurz nach halb eins war es endlich soweit: Pietro Lombardi betrat die Bühne. Doch schon bald kam der nächste Dämpfer.

„Ey, ihr Jungs habt nur einen Job: auf Play zu drücken. Macht das richtig“, maulte er die Männer am Mischpult an und an das Publikum gewandt fügte er hinzu: „Die spielen meinen Song falsch ab.“

Viele Besucher waren von dem Auftritt von Pietro Lombardi enttäuscht.

„Ich find, er hat sich assi benommen“, war der Kommentar eines Gastes. „Der Auftritt war schlecht!“ Weniger drastische Worte fand Olivia Miera: die Lieder seien schon gut gesungen gewesen, positiv überrascht habe sie, dass er tatsächlich live gesungen habe, aber sympathisch sei er nicht rübergekommen.

Für Lombardi war es ein Job, den er abgearbeitet hat; das wurde am Abend sehr deutlich. Elan und Spielfreude? – Fehlanzeige. Mit so einer Vorstellung wäre er vor acht Jahren sicher nicht in den Recall gekommen. Als er nach einer handvoll Songs die Bühne wieder verließ, leerte sich auch die Halle schlagartig. Viele waren nur wegen ihm gekommen und nun entsprechend enttäuscht.

Andere sahen das gelassener: sie sei nicht wegen Pietro gekommen, sondern um mit ihre Freundinnen Spaß zu haben, erzählte eine Frau. Eigentlich könne die Party jetzt richtig anfangen, denn jetzt sei Platz zum tanzen – zuvor hatten die rund 1000 Besucher dichtgedrängt in Bühnennähe gestanden. Das Preis-Leistungs-Verhältnis sei okay gewesen, fand Fiona Steffen. Die Karte habe im Vorverkauf 14 Euro gekostet, da könne man nicht mehr als eine halbe Stunde erwarten. Besuche man ein richtiges Konzert, koste ein Ticket rund 40 Euro.

DJs wurden zu Helden des Abends

Was also bleibt von dem Abend? „Man sieht, dass die Leute Bock haben“, hatte DJ Marc Kiss gesagt – das stimmt. Veranstaltungen dieser Art fallen in Plettenberg auf nahrhaften Boden. Die nächsten Veranstaltungen von Esta Loca sind schon fest geplant, der Vorverkauf läuft bereits. 

Bleibt zu hoffen, dass die engagierten Stars selbige Allüren dann zu hause lassen. Sonst sind es am Ende wieder die DJs, die die Menge nicht nur anheizen, sondern sich zu den Helden des Abends mausern. Zumindest DJ Marc Kiss und seine beiden Kollegen DJ Roode und DJ Loca haben nicht enttäuscht und Wort gehalten, die Hütte richtig abzureißen.

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