Nach Entscheidung der Landesregierung

Enttäuschung: Impfstopp in NRW trifft Plettenberger Seniorenheim hart

Heike Biedermann (rechts) und Corina Flüs vom Altenzentrum St. Josef.
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Heike Biedermann (rechts), hier mit Corina Flüs, hatte bereits alles für die Impfung der Bewohner des Altenzentrums St. Josef vorbereitet. Doch der Impfstopp warf jetzt alle Pläne über den Haufen.

Der Impfstopp in NRW wird zur Geduldsprobe – gerade für die Bewohner der Seniorenheime. Während in manchen Plettenberger Einrichtungen die erste Dosis bereits verabreicht worden ist, hätte der Impftermin im Altenzentrum St. Josef in den kommenden Tagen eigentlich stattfinden sollen.

Plettenberg – Die Enttäuschung war nicht nur im Radprax-Krankenhaus groß: Die Impfung der Mitarbeiter wurde aufgrund des Impfstopps verschoben.

Altenzentrum St. Josef

Im Altenzentrum St. Josef hatte man sich bereits auf die ersten Impfungen der Bewohner vorbereitet: Das Ärzteteam stand bereit, die begleitenden Pflegekräfte waren organisiert und die Impflinge informiert. Dann kam die Absage. Für diejenigen, die bereits die Erstimpfung erhalten haben, sei auf jeden Fall genügend Impfstoff auch für die notwendige zweite Schutzimpfung reserviert.

Die Heimleiterin von St. Josef, Heike Biedermann, muss nun alles neu terminieren. Keine leichte Sache, denn die Senioren hätten sich auf den ersten Schritt zu mehr Sicherheit und Kontakten sehr gefreut. Nun heißt es wieder, sich in Geduld zu fassen.

Heike Biedermann: „Doch das Wichtigste ist, dass unsere Senioren so schnell wie möglich über die sehnsüchtig erwarteten Schutzimpfungen bald wieder Perspektiven für ein offeneres Leben erhalten.“

Matthias-Claudius-Haus

Im Matthias-Claudius-Haus haben die ersten Impfungen bereits stattgefunden. Daher ist das Seniorenheim vom Impfstopp kaum betroffen, wie Leiterin Melanie Aderhold auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte. Am 13. Januar hätten sich nahezu alle Bewohner in vollstationärer Pflege – 68 von 69 – mit dem Wirkstoff von Biontech / Pfizer impfen lassen. „Es waren alle sehr offen und interessiert an der Impfung“, sagt Aderhold. Auch knapp die Hälfte des Personals habe sich impfen lassen. „Alle haben die erste Dosis sehr gut vertragen. Keiner hat Nebenwirkungen oder Unwohlsein gehabt.“ Der Impfarm habe, wie das bei Impfungen normal sei, etwas gezwickt, aber ansonsten habe es keine Symptome gegeben.

„Wir warten jetzt auf den zweiten Impftermin“, sagt Aderhold. Das Prozedere sei so, dass die Impfdosen bestellt und für einen möglichen Liefertermin angefordert werden. Ob sie tatsächlich termingerecht geliefert werden, erfahre die Einrichtung aber erst kurzfristig, zwei bis drei Tage im Vorfeld. Aderhold hofft, dass dieser Termin ebenso reibungslos ablaufen wird, wie der erste.

Obwohl die Impfkampagne im Matthias-Claudius-Haus bisher gut verlaufen sei, möchte Aderhold noch nicht von einer Entspannung der Lage sprechen. Denn auch wenn die Einrichtung dank der vielen Anstrengungen bei der Umsetzung der Schutzmaßnahmen bis heute coronafrei geblieben sei, bestehe jeden Tag aufs Neue das Risiko, dass das Coronavirus ins Matthias-Claudius-Haus eingetragen wird. Das Ziel sei die zweite Impfung, sagt Aderhold. „Ich bin froh, wenn die stattgefunden hat und wenn sich dann der Impfschutz einstellt.“

Radprax-Seniorenzentrum

Während im Radprax-Krankenhaus die erste Impfung für die Mitarbeiter abgesagt wurde, hat diese im Seniorenzentrum bereits stattgefunden (wir berichteten). Folglich ist auch hier der zweite Impftermin durch den verhängten Impfstopp nicht betroffen. Das bestätigt Detlef Badekow, der sonst in der Krankenhausverwaltung tätig ist und momentan – in krankheitsbedingter Abwesenheit der Einrichtungsleitung – das Seniorenzentrum kommissarisch leitet.

Die zweite Impfdosis würde nun bestellt, der genaue Impftermin müsse noch mit dem impfenden Arzt besprochen werden. Zwischen dem ersten und zweiten Impftermin müssen drei Wochen vergangen sein. Dies würde in der ersten Februarwoche der Fall sein. Dann sollen laut Badekow voraussichtlich auch die Bewohner des Seniorenzentrums die zweite Dosis erhalten, spätestens aber in der zweiten Februarwoche.

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