Realschul-Entlassfeier

90 Schüler beenden gemeinsame Reise

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Stolz nahmen die Schüler Klasse für Klasse ihre Abschlusszeugnisse entgegen.

Plettenberg - 90 Schüler der Geschwister-Scholl-Realschule erhielten am Freitag ihre Zeugnisse und für sie begann damit ein neuer Lebensabschnitt. 

Die Schulzeit ist wie eine Zugreise. Man steigt ein, lernt nach und nach neue Fahrgäste kennen – einige bleiben bis zum Schluss, andere steigen zwischendurch aus. Mal ist die Fahrt etwas ruckelig, zwischendurch wieder ruhiger. Jeder nimmt die Zeit im Zug anders wahr. Manche finden im Bord-Restaurant immer etwas zu essen, für andere ist nur manchmal etwas Leckeres im Angebot.

 Der Vergleich, den Schulleiterin Monika Storm im Rahmen der Entlassfeier vornahm, kam nicht nur bei den Abschlussschülern gut an, sondern auch bei den Gästen in der Aula. Für die insgesamt 90 Realschüler beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt. „48 von euch haben schon eine Fahrkarte für einen neuen Zug, sie fahren noch weiter und machen ihr Abitur. 42 steigen aus und beginnen eine Ausbildung“, erklärte die Schulleiterin weiter. Bei der letzten Fahrkartenkontrolle konnten erstaunlich viele der Abschlussschüler den Q-Vermerk erwerben. Sie können also noch das Abitur an einer anderen Schule absolvieren.

 „Dass so viele Schüler solch eine Leistung erbracht haben, das gab es an der Geschwister-Scholl-Realschule schon lange nicht mehr“, erklärte Storm stolz. Sie wünschte den Absolventen alles Gute für die Zukunft und appellierte zum Schluss: „Ihr müsst und werdet immer weiter lernen!“ 

Auch der stellvertretende Bürgermeister Adrian Viteritti hielt eine kurzweilige Rede, indem er vor allem den Eltern dankte, ohne die es nicht möglich wäre, dass die Kinder jetzt den Schulabschluss in der Tasche haben. Er räumte mit den Vorurteilen auf, dass Jugendliche respektlos anderen Menschen gegenüber seien. „Jugendliche sind ein Spiegel der Gesellschaft“, führte er weiter aus und erklärte, dass es wichtig sei, stets für seine Freiheit zu kämpfen und gegen Ungerechtigkeit einzustehen. Er wünschte den Schülern für den weiteren Weg, der an dieser Stelle „noch lange nicht zu ende“ sei, alles Gute. Den musikalischen Rahmen bildeten die Schulchöre, bei denen auch einige Abschlussschüler selbst mit aktiv waren. Beim Lied „You raise me up“, wurden einige Schülerinnen ziemlich emotional und begriffen vermutlich erst in diesem Moment wirklich, dass – egal wie glücklich man über die bestandenen Prüfungen sei – ein Abschluss auch immer ein Abschied ist. 

Eine Schülerin formulierte dazu sehr passend: „Ein Abschied schmerzt immer, auch wenn man sich so auf ihn freut!“ Sie hatte ihre Rede mit der Intention vorbereitet, einmal Danke zu sagen. „Danke an die Lehrer, Eltern, Schulleitung und auch an das Sekretariat. Dort konnten wir immer hingehen, wenn es uns einmal nicht gut ging oder mit sämtlichen anderen Sorgen und Problemen“, erklärte sie dazu. Nicht nur die letzten gemeinsamen Tage würden den Schülern sicherlich in Erinnerung bleiben, sondern auch viele andere Momente, schließlich habe man viel gemeinsam erlebt.

Der Schulchor eröffnete die Veranstaltung mit dem Lied „Hör auf die Stimme“ von Mark Forster. Dieses Thema nahmen auch die zwei Klassenlehrer Manfred Heck und Achim Stoffregen in ihrem Wortbeitrag mit auf: „Es sind nicht immer die lauten Stimmen, die wichtig sind. Auch die innere Stimme zählt ungemein und ihr solltet lernen, auf sie zu hören“, gaben sie den Abschlussschülern mit auf ihren Weg. Sie sorgten mit ihrem Beitrag für einige Erinnerungen an die gemeinsamen Erlebnisse, als sie von der ermahnende Stimmen der Lehrer sprachen und über die eigene, innere Stimme, die sich häufig die Frage gestellt habe: „Soll ich mich an die Kleiderordnung halten oder doch die bequeme Jogginghose zum Unterricht anziehen?“ Die gemeinsame Zugfahrt endet heute, indem die große Feier stattfinden wird. 

Der Zielbahnhof wird in Neuenrade sein, von wo aus es dann in viele verschiedene Richtungen weitergehen wird.

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