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Nach Bericht: Turnhallen sollen jetzt doch geöffnet bleiben

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Von: Sabrina Jeide

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Die Sperrungen der Plettenberger Turnhallen für den Vereinssport scheint erstmal vom Tisch zu sein.
Die Sperrungen der Plettenberger Turnhallen für den Vereinssport scheint erstmal vom Tisch zu sein. © DPA

Da dürften die Vereine zunächst einmal aufatmen. Wenn der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Plettenberg an diesem Dienstag zu seiner Sitzung zusammenkommt (Beginn ist um 17 Uhr im Ratssaal), dann geht es erneut um zusätzliche Maßnahmen zur Einsparung von Energie – auch, wann die möglichen Maßnahmen greifen sollen.

Plettenberg - Die komplette Schließung der Turnhallen dürfte dann allerdings vom Tisch sein und nicht mehr zur Diskussion stehen. Wie der Ausschuss-Vorlage zu entnehmen ist, argumentiert die Stadtverwaltung nun auch in die Richtung, dass eine solche Schließung – gerade nach den der Corona-Pandemie geschuldeten Schließungen – einen erheblichen Einschnitt darstelle und deshalb eher vermieden werden sollte. „Eine Schließung der Sporthallen ist daher nicht angezeigt“, ist in der Vorlage zu lesen.

Da nicht davon auszugehen ist, dass die Lokalpolitiker eine andere Meinung vertreten, scheint die umgangssprachliche Kuh damit vorerst vom Eis. Angestoßen wurde das Thema in der letzten Sitzung des Bau- und Liegenschaftsausschusses, als die Schließung der Hallen für den Vereinssport als mögliche Sparmaßnahmen benannt worden war. Das Einsparpotenzial liege laut Stadtverwaltung für die Beleuchtung der zehn städtischen Hallen bei ca. 90 000 kWh an elektrischer Energie zuzüglich des Aufwandes für die Beheizung.

Auch die flächendeckende Abschaltung der Flutlichtanlagen steht offenbar nicht mehr zur Debatte – allerdings erscheint es hier möglich, die Nutzungsdauer zu reduzieren. Die Stadt Plettenberg betreibt an den drei Sportplätzen in Böddinghausen, an der Elsewiese, im Oestertal sowie am Kleinsportfeld in Holthausen Flutlichtanlagen. Während die Anlage Auf der Lied kaum genutzt werde, verbrauchen die Anlagen auf den drei großen Sportplätzen im Winterhalbjahr etwa 17 000 kWh Strom.

Nach Rücksprache mit dem Sachgebiet Schulen und Sport könnte die Beleuchtung spätestens um 21 Uhr statt wie bisher um 22 Uhr abgeschaltet werden. Zur Kompensation müssten allerdings die Trainingszeiten optimiert und beispielsweise Pausen zwischen den einzelnen Trainingszeiten reduziert werden. Offenbar sind die Vereine dazu bereit.

Darüber hinaus ist der Einbau von LED-Technik in den Beleuchtungsanlagen Gegenstand laufender Planungen. Mittel hierfür sollen in den Haushalt 2023 eingestellt werden. Laut Stadtverwaltung ergeben sich hierdurch Einsparmöglichkeiten, die Amortisationszeit betrage allerdings mehrere Jahre.

Energiesparen: Thema Straßenbeleuchtung

Ein deutlich größeres Einsparpotenzial besteht hingegen bei der Straßenbeleuchtung. Die Reduzierung der Beleuchtung lasse sich laut Stadtverwaltung in verschiedenen Formen durchführen. Denkbar sei die Abschaltung in den mittleren Nachtstunden oder die komplette Ausschaltung auf weniger frequentierten Wegen wie beispielsweise Radwegen. Ersteres könnte zu einem Einsparpotenzial von etwa 30 Prozent führen – beim aktuellen Strompreis ergebe das eine Einsparung von etwa 55 000 Euro. Gegenzurechnen wären allerdings Investitionen in Steuerungstechnik, Schaltuhren etc.. Der Gesamtverbrauch für die Straßenbeleuchtung liege laut Stadt im Jahr bei etwa 750 000 kWh.

Die Schwierigkeit: An einem Anschlusspunkt/Verteiler seien immer mehrere Straßenzüge angeschlossen, für die nicht ohne Weiteres unterschiedliche Beleuchtungszeiten geschaltet werden können. Auf diese Problematik hatte bereits Bauamtsleiter Sebastian Jülich im letzten Bau- und Liegenschaftsausschuss hingewiesen. Für unterschiedliche Beleuchtungszeiten wären entsprechende Umbauten nötig – der Stadtverwaltung erscheint es deshalb sinnvoller, die Möglichkeiten der neuen Leuchten zu nutzen. Aufgrund eines umfassenden Austausches von Beleuchtungskörpern in den letzten Jahren sei die Anschlussleistung nämlich bereits deutlich zurückgegangen.

So lasse sich die Beleuchtungsstärke soweit wie möglich dimmen und alte Leuchten sollten weiter konsequent gegen moderne Leuchten mit LED-Technik umgerüstet werden. Beschlossen werden soll deshalb die Dimmung der Straßenbeleuchtung im größtmöglichen Umfang und eben keine komplette Nachtabschaltung.

Verzicht auf Weihnachtsbeleuchtung eine weitere Einsparmöglichkeit

Eine weitere Einsparmöglichkeit wäre der Verzicht – sowohl komplett als auch teilweise – auf den Betrieb der Weihnachtsbeleuchtung. Hier hat gerade Anfang der Woche die Forderung der Deutschen Umwelthilfe, auch im Privaten auf Weihnachtsbeleuchtung zu verzichten, für Aufruhr gesorgt.

Grundsätzlich empfiehlt die Stadtverwaltung allerdings nicht, auf die Weihnachtsbeleuchtung zu verzichten. Wie das die Lokalpolitiker sehen, wird sich an diesem Dienstag zeigen.

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