Eis-Check in Plettenberg: Kugeleis, Softeis oder Frozen Joghurt

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Plettenberg - Eis ist heutzutage nicht mehr gleich Eis. Allein in Plettenberg haben die Bürger die Wahl zwischen Kugeleis, Softeis oder Frozen Joghurt. Wo sind die Unterschiede? Wir haben uns die Produktion angesehen.

Die Plettenberger Jugendredaktion Inside hat sich mal wieder aufgeopfert. In investigativer Recherche haben wir uns durch die Plettenberger Eis-Welt gemampft, und das war wahrlich kein Zuckerschlecken! Schon vor dem letzten Eis mussten Marie und Sepp den Löffel abgeben, weil einfach nichts mehr reinpasste. Immerhin reichte es aber noch für eine Probierportion. Und einen Blick hinter die Kulissen.

Die Fragen, die uns umtrieben haben, waren: Was ist der Unterschied zwischen dem traditionellen Eis von Sagui, dem Märcheneis aus der Neue Straße und dem Frozen Joghurt aus dem Hit-Markt? Schmeckt vielleicht sogar alles irgendwie gleich?

Der Klassiker: Erste Station: das Eiscafé Sagui. Wir treffen die Brüder Dario und Paolo Sagui, zwei waschechte Italiener, deren Familie schon seit Generationen Eis verkauft. Vor 60 Jahren eröffneten Großvater Leone und Vater Silvano in Plettenberg ein Eiscafé und stellten die verschiedensten Sorten in ihren Maschinen her. Die Geräte haben sich im Laufe der Zeit verändert, die Rezepte sind etwas angepasst, aber das Eis ist so traditionell wie noch am ersten Tag.

Für die Grundmasse verwenden die Sagui-Brüder eine Mischung aus Milch, Zucker und Sahne. Hinzu kommen bei vielen Milchspeiseeis-Sorten auch noch Eier, allerdings nicht bei Joghurt, Stracciatella, Amarena oder Kokosnuss – sonst wären diese Sorten nämlich nicht mehr weiß, sondern gelb. Für Vanilleeis geben die Eismacher zum Beispiel Vanilleschoten bei, beim Joghurteis Naturjoghurt. Die Masse wird bei 85 Grad gekocht, dann in einer Art Kühlschrank gekühlt, ehe die Masse in der Eismaschine gedreht und gefrostet wird. Zehn Minuten dauert dieser Vorgang, den die Saguis auf althergebrachte Art mit einem Teigschaber, groß wie eine Schaufel, unterstützen. Die perfekte Temperatur des Eises liegt bei Minus 14 Grad. Dann gehts ab in die Verkaufstheke oder direkt ins Hörnchen.

Das Einzigartige: „Made in Italy“ prangt in großen Buchstaben auf der „Märcheneis“-Maschine von Patrick Tussnat. Die Maschine ist groß wie ein Kühlschrank und funktioniert auf Knopfdruck. Patrick Tussnat muss nur die beiden Kühlbecken am Kopf des Gerätes füllen; in der einen schwimmt eine zähflüssige Masse aus Milch, Sahne, Zucker, Aromen und Stabilisatoren, in der anderen Naturjoghurt gemischt mit Milch.

Ein Fingertipp auf dem Touchscreen setzt die Maschine in Gang. Sie brummt wie ein Kühlgenerator, pumpt die Masse in Zylinder, sodass Patrick Tussnat das Eis nur noch abzapfen muss wie das Bier aus einem Bierfass. Zwei Möglichkeiten bietet die Maschine dank der verschiedenen Rezepte: Vanille-Softeis und Frozen Joghurt. Die Kunden können selber entscheiden, auf welche Variante sie ihre Zugaben wie Schokosoße, Erdbeeren oder Brummbär-Kekse ordern möchten.

Das Softeis ist etwas weicher und cremiger als das traditionelle Kugel-eis. Das liegt vor allem an der Sahne, die das Eis gleichzeitig aber auch ziemlich mächtig macht. Deshalb schwören Figurbewusste auch eher auf den Frozen Joghurt. Der deutlich geringere Fettanteil lässt diese Eisvariante schneller schmelzen, sorgt aber auch für eine bessere Abkühlung an heißen Tagen als das Softeis. Nicht ohne Grund setzen schon jetzt viele Kunden für ihr Märcheneis auf eine Mischung aus Softeis und Frozen Joghurt.

Das Selbstverzierte: Im Hit-Markt ist es nicht unüblich, dass gleich morgens nach der Ladenöffnung die ersten Schüler stehen und sich an der Frozen-Joghurt-Maschine ein Eis am Morgen gönnen. Es ist kinderleicht: einen Becher in den Behälter stellen, den grün blinkenden Knopf drücken und schon fährt die Maschine den Becher unter die Zapfanlage, die den Frozen Joghurt ausgibt. Danach kann sich der Kunde sein Eis am Süßigkeiten- und Früchte-Buffet selber belegen und wandert zur Supermarkt-Kasse, wo er den Frozen Joghurt bezahlt.

Verantwortlich für die Frozen-Joghurt-Maschine im Markt sind zwei Mitarbeiterinnen. Damit die Kunden ständig versorgt werden können, füllen sie die Grundzutaten nach, wenn Bedarf besteht. „Wir verwenden kein Wassern, sondern ausschließlich Milch und Naturjoghurt plus eine geheime Mischung“, erklärt Hit-Marktleiter Drazen Celebija. Das Konzept geht auf: „Es gibt viele Kunden, die nur wegen des Frozen Joghurts kommen.“

Das Fazit: Das traditionelle Kugeleis ist und bleibt in Plettenberg die Nummer eins. Aber es haben sich mittlerweile interessante Alternativen aufgetan. Das Märcheneis setzt nicht nur auf Geschmack, sondern dank seiner mitgereichten Märchen und der besonderen Stimmung im Ladenlokal auch auf den Erlebnisfaktor. Sein Softeis ist geschmacksintensiv, aber mächtig; der Frozen Joghurt hingegen schmeckt fast so gut wie richtiges Joghurt-Eis, aber zergeht auf der Zunge ähnlich schnell wie ein Wassereis. Er bietet dank seiner Süßigkeiten-Zugaben etliche Variationsmöglichkeiten. Darum: Wer gerne Eis mag, sollte auch mal einen Frozen Joghurt probiert haben.

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