„Müssen das Beste daraus machen“

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Ivonne Hübner freut sich, das Geschäft Mariposa wieder öffnen zu dürfen.

Plettenberg – Auch der Modepark Röther startete gestern nach der Corona-Zwangspause wieder durch. Die riesige Verkaufsfläche von 6 000 Quadratmetern ist dafür auf 800 geschrumpft.

„Wir bieten ein begrenztes Sortiment an“, erklärt Marktleiter Jochen Bastert. Auf der erheblich kleineren Fläche kann natürlich nicht alles angeboten werden, was sonst auf zwei großen Etagen verteilt war. Für all die, die wissen, was sie suchen, gibt es eine Art Bring-Service: Ein Mitarbeiter holt dann zum Beispiel die gewünschte Hose in der passenden Größe aus dem Markt.

Mehrere Mitarbeiter waren am Samstag mit den letzten Umräumarbeiten beschäftigt. Es gibt nun einen Eingang und einen Ausgang. Auf dem Boden sind Pfeile aufgeklebt, die einen durch das Angebot zur Kasse führen. „Ähnlich wie bei IKEA“, vergleicht Bastert. Ein Mitarbeiter wird am Eingang kontrollieren, dass maximal 40 Kunden im Modepark sind. Zur besseren Übersicht werden Chips verteilt. 

Wegen der seit Montag geltenden Maskenpflicht darf nur in den Markt, wer Mund und Nase abdeckt. Wer keinen Schutz dabei hat, kann vor Ort eine Maske erwerben. Geshoppt werden kann zu leicht verkürzten Öffnungszeiten, von 10 bis 19 Uhr. Das Beste: „Es gibt 20 Prozent auf alles“, so Bastert, der gespannt darauf blickt, wie das Angebot nach der Pause angenommen wird. Bereits am Donnerstag haben drei weitere Röther-Filialen auf begrenzter Fläche ihre Türen geöffnet. Dort sei zum Start eher weniger los gewesen. 

Dass der Modepark wieder mehr Menschen in die Stadt zieht, hofft Dario Sagui, zusammen mit Bruder Paolo Inhaber der gleichnamigen Eisdiele am Maiplatz. Setzen darf sich noch immer keiner in das Lokal oder in den Außenbereich. Schilder weisen auf den Abstand hin. Die Saguis seien dennoch froh, den Fensterverkauf anbieten zu können. „So können wir wenigstens auf die Situation reagieren“, sagt er. „Man muss das Beste daraus machen.“ Die Einschnitte in die Freiheit seien groß, aber noch erträglich, sagt Sagui. Der Schutz vor einer Ansteckung stehe an erste Stelle. Hier könnten sich die Menschen zudem frei bewegen und zum Beispiel einkaufen gehen, wann und wo sie wollen. In seiner Heimat Italien würden deutlich schärfere Maßnahmen getroffen. „Wir müssen da durch. Die ganze Welt muss da durch.“

Erste Woche nach der Corona-Zwangspause

Für viele Einzelhändler in der Innenstadt ging es am vergangenen Montag wieder los. Philip Fries, Inhaber des Modehaus Otto, berichtet von einem guten Start. „Die Woche ist sehr positiv gewesen“, sagt er. Probleme gab es keine. Die Kunden hielten sich an den Abstand, ab heute gehe es dann mit der Maskenpflicht weiter. „Die Kunden gönnen sich etwas für das eigene Haus“, berichtet Iris Weth, Mitarbeiterin von Inspiration. Der Laden Am Obertor bietet Geschenk- und Dekoartikel aller Art an. Auf dem Boden kleben Aufkleber, die auf den Abstand hinweisen. Plexiglasscheiben schützen den Kassenbereich. Weth hat für Kundenkontakt stets einen Mundschutz dabei. Was sie in den letzten Tagen deutlich gemerkt hat: „Es wird viel mehr mit Karte gezahlt.“ Wegen Corona hat Inspiration die Öffnungszeiten angepasst. Zurzeit gibt es eine Mittagspause.

Jochen Bastert im Modepark Röther.

 Einen besonderen Service bietet derzeit das Modehaus Hamme an, der vor allem bei den oft älteren Kunden sehr gut ankomme: „Kunden können sich eine Auswahl mit nach Hause nehmen und dort anprobieren“, sagt Mitarbeiterin Ursula Förster. Seit Montag geöffnet, laufe es so langsam wieder an, sagt sie im Gespräch. Über Masken bräuchten sich die Kunden keine Sorgen machen: Die würden wie Desinfektionsmittel ab heute im Eingangsbereich ausliegen. Seit letztem Montag darf Mariposa-Inhaberin Ivonne Hübner wieder ihr komplettes Sortiment aus Deko-Artikeln, Wohn-Accessoires und Co. anbieten. Drei Wochen musste sie ganz schließen, durfte danach – nach Absprache mit dem Ordnungsamt – zumindest wieder Lebensmittel verkaufen. Wieder komplettes Sortiment „Andere Artikel habe ich online auf Facebook und Instagram angeboten und geliefert“, sagt sie und freut sich, dass es jetzt wieder voll losgeht. 

Weil er Dienstleister ist, konnte Dario Raschat sein Fussboden-Zentrum die ganze Zeit geöffnet haben. „Ich glaube, ich kann mich am wenigsten beschweren“, sagt er. Viele Leute hätten die letzten Wochen für Arbeiten daheim genutzt und sich entsprechend mit Parkett, Tapete und Farben bei ihm eingedeckt, sagt er.

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