Im Einsatz für frei lebende Katzen in Plettenberg

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Ute Eggert, Jane Kadic, Mario Etrich und Mirijam Verbeke (v.l.) opfern ihre Freizeit, um verwilderten Katzen zu helfen. Anders als der Kater unten in der Infobox ist Henry, der hier abgebildete Kater von Mirijam Verbeke, aber schon in festen Händen.

Plettenberg - Die ersten Meldungen kommen von der Wohnsiedlung Burg. Eine junge Frau hat dort schon seit längerem mehrere Katzen beobachtet, die offenbar niemanden zu gehören scheinen. Sie bat um Hilfe – und wandte sich an das Katzenteam des Tierschutzvereins Plettenberg.

Jane Kadic und Mirijam Verbeke sind inzwischen seit über drei Jahren im Einsatz für frei lebende Katzen. Ihnen angeschlossen haben sich mit Ute Eggert und ganz frisch auch Mario Etrich zwei weitere Helfer. Sie alle können und wollen sich das Elend nicht weiter ansehen. Ihr Anliegen: Sie versuchen zu verhindern, dass sich die verwilderten Katzen weiter ausbreiten. Deshalb fangen sie die Tiere mit Hilfe von Fallen ein und lassen sie vom Tierarzt kastrieren – auf eigene Kosten.

So war es auch letzte Woche auf der Burg. Weil die Minusgrade endlich vorbei sind, kann die Katzenhilfe nun wieder die Fallen aufstellen, in denen die Tiere sonst hätten erfrieren können. Das Futter in diesen Boxen, die sich schließen, wenn eine Katze hineingegangen ist, lockte sehr schnell die vier Tiere an, von denen die junge Frau auf der Burg berichtet hatte. Alle vier sind inzwischen kastriert und leben nun wieder in den Wäldern der Wohnsiedlung. Für einen Kater aus dieser Gruppe haben die Tierschützer Hoffnung auf ein Zuhause. Er ist vergleichsweise zutraulich und soll nun vermittelt werden.

„Was wirklich positiv war, ist, dass die junge Frau uns tatkräftig geholfen hat“, berichtet Tierschützerin Jane Kadic. Sie habe zum Beispiel die Fahrten zum Tierarzt übernommen und „hat zu hundert Prozent mitangepackt“. Das sei leider die Ausnahme. „Wir haben ganz oft in Plettenberg das Problem, dass die Leute anrufen und dann sagen: ‘Macht mal’“, erklärt Mirijam Verbeke. Was die Anrufer dabei vergessen: Die Katzenhilfe besteht aus ehrenamtlichen Leuten, die tagsüber arbeiten gehen und ihre Freizeit für die Katzen opfern. Darüber hinaus hat das Team den Nachteil, dass es in Plettenberg keine Auffangstation so wie zum Beispiel in Werdohl an der Gildestraße gibt. „Eine Pflegestelle würde uns die Arbeit enorm erleichtern, denn wir können die Tiere bei uns nicht mehr aufnehmen“, sagt Jane Kadic. Überhaupt funktioniert die Arbeit nur, wenn andere mithelfen. Eine Kastration verschlingt rund 100 Euro pro Katze – da ist der städtische Jahres-Vereinszuschuss in Höhe von 200 Euro, eine Starthilfe des Tierschutzvereins und die Einnahmen durch die Schutzgebühr bei einer vermittelten Katze sehr schnell aufgebraucht. „Wir sind deshalb dringend auf Spenden angewiesen“, sagt Mirijam Verbeke.

Auch Katzenfutter wird immer benötigt, weil das Team zum Beispiel täglich frei lebende Katzen in Böddinghausen füttert und auch einige wenige, bedürftige Privathaushalte unterstützt. Besonders gefreut hat sich die Katzenhilfe daher über eine wiederholte Spende der Firma „Prolight Plettenberg“. Dessen Inhaber Pierre Baltins hat Futter im Wert von rund 1 000 Euro zur Verfügung gestellt: die 1 100 Dosen mit einem Gesamtinhalt von 440 Kilo haben die vier Helfer in den eigenen Kellern oder Garagen gelagert.

Der Einsatz auf der Burg dürfte für die Katzenhilfe erst der Anfang gewesen sein. Der Eschen und die Kersmecke sind Gebiete, in denen das Team in diesem Sommer aktiv werden wird. Auch in Böddinghausen und auf der Burg sind die Probleme bekannt, wenngleich dort die Populationen schon zurückgegangen sind. „Es macht sich bemerkbar, dass wir kastrieren, da gibt es gar kein vertun“, sagt Ute Eggert. Auch in Landemert wird sich die Situation verbessern, nachdem dort mit Hilfe des Tierschutzvereins Werdohl im letzten Jahr zwölf Katzen gefangen und kastriert werden konnten.

Wer der Katzenhilfe des Tierschutzvereins Plettenberg helfen möchte, ist dazu herzlich eingeladen. Das Team wäre über weitere personelle Verstärkung dankbar, sucht noch immer nach Pflegestellen und benötigt finanzielle Unterstützung. Spenden können mit dem Stichwort „Katzenhilfe“ auf das folgende Konto überwiesen werden: DE 7445 8510 2000 7125 2852 Vereinigte Sparkasse im MK Ansprechpartner der Katzenhilfe sind Mirijam Verbeke (Ruf 01 74/ 1 96 61 57) und Jane Kadic (Ruf 01 71/ 2 07 24 62)

Zur Info:

Eile ist geboten: Dieser Kater sucht dringend ein Zuhause. Er wurde von dem Team der Katzenhilfe in der Wohnsiedlung Burg gefunden und ist für ein herrenloses Tier relativ zutraulich. Er lässt sich momentan zwar streicheln, aber geht auf eine liebevolle Art und Weise noch auf Sicherheitsabstand. „Mit Geduld wird aus ihm mit Sicherheit ein toller und dankbarer Schmusekater“, ist Mario Etrich von der Katzenhilfe überzeugt. Da der Vierbeiner in freier Wildbahn groß geworden ist, sollte er auf jeden Fall Freigang haben. Er wurde vor einigen Tagen frisch kastriert, tätowiert und ist circa ein Jahr alt. Weitere Informationen, unter anderem zur Schutzgebühr, geben Mirijam Verbeke und Jane Kadic.

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