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Dickes Plus mit gewaltigem Haken: Gewerbesteuer-Plus nur auf den ersten Blick positiv

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Von: Christos Christogeros

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Plettenberg ist Spitzenreiter beim Plus aus den Gewerbesteuereinnahmen (Vergleich zwischen 2020 und 2021 in Prozent). Allerdings habe die Vier-Täler-Stadt laut Kämmerer Jens Groll in den Jahren zuvor auch verhältnismäßig höhere Einbußen bei der Gewerbesteuer verkraften müssen.
Plettenberg ist Spitzenreiter beim Plus aus den Gewerbesteuereinnahmen (Vergleich zwischen 2020 und 2021 in Prozent). Allerdings habe die Vier-Täler-Stadt laut Kämmerer Jens Groll in den Jahren zuvor auch verhältnismäßig höhere Einbußen bei der Gewerbesteuer verkraften müssen. © Christogeros

Wenn Stadtkämmerer Jens Groll die Zahlen der vergangenen Jahre nicht kennen würde, er würde beim Blick auf die aktuelle Statistik von IT.NRW sicher Luftsprünge vor Freude machen. Denn von 2020 auf 2021 haben sich laut statistischem Landesamt die Einnahmen durch die Gewerbesteuer um rund 130 Prozent erhöht – ein dickes Plus, das einen noch dickeren Haken hat.

Plettenberg - Denn für den großen Sprung bei den Gewerbesteuer-Einnahmen hat Kämmerer Jens Groll eine einfache, aber auch ernüchternde Erklärung: „Maßgeblich ist hier das extrem schwache Ist-Ergebnis im Jahr 2020. Dieses Jahr war geprägt durch außergewöhnliche Mindereinnahmen aufgrund der Corona-Pandemie“, erklärt Groll. So habe die Stadt Plettenberg im Jahr 2020 lediglich rund 8,5 Millionen Euro an Gewerbesteuern eingenommen, 2021 sollen es knapp 19,5 Millionen Euro sein.

Weise Plettenberg nun im Vergleich mit anderen Kommunen in der Umgebung ein dickes Plus von fast 130 Prozent auf, habe die Vier-Täler-Stadt im Jahr 2020 zu den Kommunen gehört, die einen „überproportionalen Verfall der Gewerbesteuereinnahmen“ habe hinnehmen müssen, erklärt Jens Groll.

Der Kämmerer schlüsselt auf: Zum Vorjahr 2019 hätten die Mindereinnahmen bei rund 23 Millionen Euro prozentual bei annähernd 63,2 Prozent gelegen – „zum hervorragenden Jahr 2018“ mit rund 27 Millionen Euro Gewerbesteuereinzahlungen sogar bei minus 68,5 Prozent. Daher sieht Groll die Statistik von IT.NRW auch kritisch. Denn der Vergleich mit dem Jahr 2020 hinke sehr, schließlich habe es sich keinesfalls um ein „Normaljahr“ gehandelt.

Und wie sieht die Zukunft aus? Auch Kämmerer Jens Groll besitzt keine Glaskugel. Euphorie könne er aber auf jeden Fall nicht verbreiten. Ein Aufwärtstrend sei aufgrund des angestellten Vergleichs der Gewerbesteuereinzahlungen in den Jahren 2021 zu 2020 nicht ableitbar – im Gegenteil: „Von den Steuerergebnissen in den Normaljahren vor Corona sind wir leider ein gutes Stück entfernt“, sagt Groll.

Neben der noch immer bestehenden Pandemie würden vor allem der Krieg in der Ukraine und die Belastungen durch die A 45-Sperrung hinzukommen. „Daher erwarte ich keine exorbitante und belastbare Erholung der Gewerbesteuereinnahmen“, prognostiziert Jens Groll.

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