Krisen-Management Thema bei Veranstaltung des neu gegründeten Vereins „Pro Wirtschaft“

„In einer Krise brauchen die Mitarbeiter Orientierung“

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Dr. Michael Neumann war am Montagabend in Plettenberg im Ratssaal beim neu gegründeten Verein Pro Wirtschaft zu Gast. Er sprach über das Thema „Führung in schwierigem Terrain“.

Plettenberg -  „In der Krise beweist sich der Charakter“, mit diesem Zitat von Helmut Schmidt begann der Vortrag von Dr. Michael Neumann am Montagabend im Ratssaal. Er war der Einladung des neu gegründeten Vereins „Pro Wirtschaft Plettenberg / Herscheid“ gefolgt. Es war die erste Veranstaltung in diesem Rahmen mit einem Fachvortrag zum Thema „Führung in schwierigem Terrain.“

Rund 40 Vertreter aus den Führungsetagen heimischer Mittelstandsbetriebe waren zu Gast, unter anderem auch der erste Vorsitzende Ulrich Schulte und Uwe Nahrgang, der sich zuvor für den Posten des zweiten Vorsitzenden bereit erklärt hatte. „Neulich gab es ein Speed-Dating in der Zeppelinschule, bei dem sich Betriebe aus dem Märkischen Kreis den Schülern vorstellten. Da war ein Unternehmer aus Attendorn, der bei uns in Plettenberg um Auszubildende warb“, so Bürgermeister und erster Vorsitzender Ulrich Schulte, der wiedergab, was Martina Reinhold ihm von der Veranstaltung berichtet hatte. „Martina Reinhold war ganz aufgebracht und dann haben wir gemeinsam festgestellt, dass das einfach nicht sein kann und wir als Stadt dafür kämpfen müssen, dass wir unsere Schüler nicht an Nachbarstädte verlieren, denn Plettenberg hat viel zu bieten und braucht die heimischen Auszubildenden“, so der Bürgermeister. Das sei auch ein Grund dafür, warum ihm diese Gründung des Vereins Pro Wirtschaft am Herzen liegen würde. „Es ist wichtig, dass die heimischen Unternehmen zusammenarbeiten, untereinander kommunizieren und sich vernetzen“, so Schulte, bevor er das Wort an Dr. Michael Neumann weitergab, der sich erst einmal vorstellte.

 Als sogenannter Interim Manager und Berater ist er dafür zuständig, Unternehmen für einen befristeten Zeitraum zu unterstützen. Hauptsächlich habe er mit Insolvenzen zu tun, würde dann also in der Krise hinzugezogen, um die Führungskräfte in der Zeit zu beraten. Mithilfe einer Präsentation erklärte der Interim Manager am Montag, was überhaupt eine Krise ist. Dazu ging er über zum Beispiel Fußball, indem er die Krise des FC Bayern München zu Beginn der laufenden Saison darstellte. „In den ersten Spieltagen, als Bayern alles verloren hatte, hatten die Spieler mit einer Krise zu kämpfen, weshalb man sich später zum Trainerwechsel entschied. Mit Jupp Heynckes kam dann auch wieder die erhoffte Sieges-Serie“, so Neumann. Der plötzlich wieder auftauchende Erfolg der Bayern habe viel mit dem Führungsstil des ehemaligen und jetzigen Trainer Heynckes zu tun. „Die Spieler waren nicht auf einmal ganz andere Menschen – sie wurden einfach nur ganz anders geführt, und das hat ihnen aus der Krise geholfen!“, erklärte der Interim Manager anschaulich. Generell habe Heynckes dem Team wieder die richtige Richtung gezeigt, und das sei das A und O, was eine Führungskraft in einer Krise bieten müsse – Orientierung. Außerdem sei es immer wichtig, vernünftig und glaubwürdig mit den Mitarbeitern zu kommunizieren und vor allem nicht, alles schlecht zu reden. Diesen Fehler würden viele Führungsstelle machen. „Sie müssen den Mitarbeitern zeigen, dass Sie für den Betrieb kämpfen und sie motivieren, dasselbe zu tun. Das ist ganz wichtig in schwierigen Zeiten“, so Dr. Michael Neumann. „Es kann nicht sein, dass manche für das Unternehmen kämpfen, und Sie als eigentliches Vorbild treten es mit Füßen“, so ergänzte er. Anschließend gab er immer wieder Fallbeispiele und zeigte mögliche Lösungsvorschläge auf. 

 „Jedes Unternehmen ist anders, deshalb gibt es keine klare Verhaltensvorschrift. Dennoch gibt es einige Orientierungspunkte, die ich Ihnen mit auf den Weg geben kann!“, so Neumann. Dennoch gelte eines für alle Fälle: „Es ist wichtig, dass die Führungskräfte Präsenz zeigen. Es bringt nichts, wenn Sie abtauchen. Die Mitarbeiter brauchen eine Führungskraft in schwierigen Zeiten“, gab er seinen Zuhörern noch mit auf den Weg. Anschließend gab es eine kleine Fragerunde und eine Möglichkeit zum Austausch, bei dem Uwe Nahrgang noch einmal das Wort ergriff: „Der Hauptgedanke des Vereins ist es doch, in diesem Rahmen über Führung zu sprechen. Es soll natürlich nicht darum gehen, Betriebsgeheimnisse auszutauschen. Aber dennoch können wir ja untereinander auch über gewisse Themen sprechen“, so der zweite Vorsitzende. In diesem Sinne verkündete man im Anschluss schon das nächste Treffen, das im Rahmen eines „Themenfrühstücks“ am 10. Januar um 8 Uhr stattfinden soll. Informationen gibt es auch auf der neuen Vereins-Homepage unter www.prowirtschaft.net.

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