Heimatrezepte gesucht

Potthucke: Eine Speise, die im Topf sitzt

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Wenn die Potthucke gebacken ist und aus dem Ofen genommen wird, muss sie zuerst abkühlen. Später, bevor die Potthucke auf den Teller kommt, werden die einzelnen Scheiben in der Pfanne angebraten.

Plettenberg -  Mit Kartoffeln kann man viele Gerichte zubereiten, so zum Beispiel das traditionell sauerländische Gericht Potthucke, das Günter Heerich für die Heimatzeitung zubereitet. Das Rezept hat der Plettenberger von seiner Großmutter beziehungsweise seiner Mutter weitergegeben bekommen.

Zuerst schält Günter Heerich zweieinhalb Kilogramm Kartoffeln und kocht anschließend ein Drittel davon. Während die Kartoffeln – sowohl die gekochten als auch die rohen – zu früheren Zeiten noch mit der Reibe geraspelt werden mussten, kann Günter Heerich sie heute einfach mit der Küchenmaschine für die Potthucke zerkleinern. Entweder sollten die Kartoffeln dann zügig verarbeitet werden, damit sie nicht braun werden, oder in den Kühlschrank gestellt werden, wenn das Gericht für später vorbereitet werden soll.

Als nächstes schält Günter Heerich zwei große Zwiebeln – pro Kilogramm Kartoffeln eine, lautet sein Rezept – und würfelt diese. Dann kommen noch zehn Eier mit in die Rührschüssel – auch hier vier pro Kilogramm – und dann wird alles vermengt. Während der Zubereitung erzählt er, was Potthucke eigentlich heißt: „Pott bedeutet Topf und Hucke sitzen“, beziehungsweise hocken, also was im Topf hockt / sitzt. Als nächstes kommen die Gewürze hinzu: Salz, Pfeffer und Muskatnuss, alles je nach Geschmack. Bei der Muskatnuss empfiehlt Günter Heerich jedoch nur wenig zu nehmen.

Nach den Eiern werden die Speckwürfel zu der Masse hinzugegeben.

„Zum Grundrezept gehören eigentlich nur die Kartoffeln und die Gewürze, was dann zusammen zu einem Teig vermengt wird“, erklärt Günter Heerich. Früher sei Potthucke ein „arme Leute Essen“ gewesen, weshalb die Zutaten besonders günstig sein mussten.

Je nach Geschmack könne man aber mit weiteren Zutaten variieren. Während viele Mettwurst in die Potthucke geben würden, ist sein Tipp ein Päckchen Speckwürfel, das er zum Abschluss hinzugibt. „Der Geschmack ist damit gleichmäßiger und intensiver, da sich die Speckwürfel besser verteilen“, berichtet der Hobby-Koch. Es könne auch mehr als ein Päckchen sein, aber zu viel mache den Geschmack zu intensiv.

Ein weiteres Mal wird alles vermengt und muss kurz durchziehen, bevor die Masse in eine Kastenform gegossen wird. Die hat Günter Heerich zuvor mit Backpapier ausgelegt, denn „dann bleibt auch später nichts in den Ecken der Form kleben“, ist sein Tipp. Passt die Masse nicht komplett in die Form, dann sei sie kein „Abfallprodukt“, betont der Hobby-Koch: „Aus dem Rest können noch Reibeplätzchen gemacht werden.“ Bei 220 Grad muss die Potthucke rund eine Stunde gebacken werden. Genau wie bei einem Kuchen schaut er anschließend, ob die Potthucke fertig ist.

Sind alle Zutaten in die Schüssel gegeben, wird die Masse mit kräftigen Handgriffen zu einem Teig vermengt.

Damit ist das Gericht jedoch noch nicht fertig. Kommt die Potthucke aus dem Ofen, muss man sie erst erkalten lassen, erklärt Günter Heerich. Aus der Form heraus genommen, wird sie dann in Scheiben geschnitten und in Butter von beiden Seiten angebraten. Dazu ist so viel Butter nötig, dass die Scheibe im Fett schwimmt.

Was dann zur Potthucke gegessen wird, ist auch wieder ganz individuell. „Man kann ein Steak als Beilage braten oder Fisch zubereiten, Rübenkraut, Apfelmus, rohen Schinken oder auch einen Salat dazu essen“, berichtet der Plettenberger. Für das Heimatrezept wählt er diesmal Rübenkraut und Schinken und schon kann das Gericht serviert werden.

Fertig ist die Potthucke. Günter Heerich serviert sie mit Rübenkraut und Schinken.

Angefangen zu kochen hat Günter Heerich, als seine Frau und er noch berufstätig waren und mittags für die Kinder gekocht werden musste. „Ich mache das gerne. Es ist keine Arbeit für mich, schließlich kommt ja etwas Schönes dabei heraus“, sagt der Plettenberger.

Das nächste Mal bereitet Günter Heerich Potthucke am kommenden Donnerstag, 13. September, beim Clubabend der Motorsportfreunde Plettenberg zu. „Wer es mag, der sollte dann kommen“, lädt der Verein in seiner Ankündigung ein.

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