„Eine Sauerei!“ IG Metall will Dura-Vorgehen nicht hinnehmen

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IG Metall-Bevollmächtigter Torsten Kasubke (li.), der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Mehmet Yaman und der Betriebsratsvorsitzende Faruk Ikinci fühlen sich „beleidigt“ von der „unehrlichen“ Geschäftsleitung. Diese gab die Schließung bekannt, habe aber gleichzeitig gefordert, bis zum letzten Tag vertrauensvoll zusammenzuarbeiten.

Plettenberg - Zur Schließung der Dura-Standorte Plettenberg und Selbecke meldete sich auch die IG Metall zu Wort. Deren zweiter Bevollmächtigter für den Kreis, Torsten Kasubke, zeigt sich mehr als enttäuscht von der Unternehmensleitung: „Das Vorgehen des Konzerns ist eine Sauerei!“

Im November 2015 habe der amerikanische Konzern den Umbau der heimischen Dura-Betriebe angekündigt, verbunden mit einem Personalabbau. „Nicht einmal wurde über ein Zukunftskonzept, das versprochen wurde, gesprochen“, erklärt Kasubke. Dieses sei nie vorgelegt worden. Zweieinhalb Jahre habe man die Beschäftigten aller Standorte im Ungewissen gelassen. 

„Vor nicht einmal zwei Wochen hätte der Konzern auf der Betriebsversammlung sprechen können. Der amerikanische Geschäftsführer Pettyes sagte kurzfristig seine Teilnahme ab. Die Betriebsleitung machte keinerlei Anzeichen, dass dieser Schritt nun erfolgen könnte“, sagt Kasubke. 

Dura-Schließung

Während im Bereich Leisten und Blenden Gespräche, Gerichtsverhandlungen und andere Auseinandersetzungen stattgefunden hätten, sei der Bereich Body and Glass bislang von Maßnahmen verschont geblieben. Aber auch dort sei die Schließung offenbar beschlossene Sache. „In den letzten zweieinhalb Jahren haben die Beschäftigten einen großen Kampf gekämpft. 

Der Konzern hat sich zweieinhalb Jahre lang geweigert, über einen Sozialplan zu verhandeln und sogar Entscheidungen der Einigungsstelle nicht hingenommen“, erklärt Kasubke. Das Unternehmen behaupte, die Restrukturierungsmaßnahmen vor Ort seien nicht erfolgreich gewesen. „Tatsächlich hat es nie Restrukturierungsmaßnahmen vor Ort gegeben“, sagt Kasubke. Dieser Umgang dürfe kein Normalfall in Deutschland sein. 

Hier sei auch die Zivilgesellschaft gefragt. „Beschäftigte haben es verdient, Recht und Würde zu behalten“, erklärt Kasubke. Die IG Metall würde das Vorgehen Duras nicht hinnehmen und nun beraten, wie in den nächsten Monaten vorgegangen werden soll. 

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