Sind die vielfältigen Wünsche, die von Bürgern geäußert werden, realisierbar?

Eine „Prachtstraße“ in Plettenberg?

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Plettenberg - Der Maiplatz ohne Busverkehr, die Verlegung des ZOB, ein Einbahnstraßenring um die Innenstadt, der Wochenmarkt in der Fußgängerzone und die Wilhelmstraße als Einbahnstraße für den Verkehr wie früher freigegeben – eine Auswahl an Vorschlägen an die Stadt Plettenberg, aber sind diese überhaupt praktisch umsetzbar?

ISEK, Stadtspaziergänge, Begehungen und Bürgerforen – alle sollen dazu dienen, Ideen für das künftige Aussehen der Innenstadt zu sammeln und ein endgültiges Konzept zu erstellen. In vielen Städten gibt es so genannte Prachtstraßen – autofrei und attraktiv für Besucher. Ist so etwas auch bei uns in Plettenberg denkbar?

Bisher fahren noch Busse teilweise von und zur Kaiserstraße über den Maiplatz. Diese über den Umlauf zum ZOB Grünestraße umzuleiten, wenn technisch machbar, erfordert eine logistische Änderung der Fahrpläne, weil dadurch die Kaiserstraße nicht mehr angefahren werden könnte. Bürgermeister Ulrich Schulte: „Eine eventuelle Umgestaltung, falls die Busse eine andere Strecke fahren können, kann nur unter Berücksichtigung aller Beteiligten und auch des Modepark Röther, als neuer und größter Anlieger, stattfinden.“

Die Wilhelmstraße in einer Fahrtrichtung für den Verkehr öffnen, vom Ober- zum Untertor – so wie früher)? Damals war der Wunsch nach einer Fußgängerzone riesig. Wir wollten einen solchen verkehrsberuhigten Bereich, wie beispielsweise die Lüdenscheider haben, um ohne Autoabgase einkaufen zu gehen. Die Fußgängerzone kam und soll nun nicht mehr gelten? Es wurde der Wunsch geäußert, den Verkehr auf der einen Seite fließen zu lassen, um auf der anderen Seite vor den Geschäften parken zu können. Würde dann die Sicherheit für die Fußgänger in dem Bereich gegeben sein?

Den Wochenmarkt in die Fußgängerzone zu verlegen, wurde ebenfalls diskutiert, ist aber, so Bürgermeister Schulte, wohl endgültig vom Tisch, weil dies schlichtweg nicht praktikabel sei. Der Charakter eines Wochenmarktes würde verloren gehen, weil die Wilhelmstraße als Standfläche mitgenutzt werden müsste.

Eine Verlegung des ZOB Grünestraße? Wohin? Der Lindengraben oder der Umlauf wären denkbar, aber nur, wenn die Straßen zur Einbahnstraße würden.

In einem Gespräch mit Planungsamtsleiter Hartmut Engelkemeier wurde die Idee diskutiert, einen kompletten Einbahnstraßenring um den Stadtkern zu legen. Lindengraben, Grünestraße, Umlauf, ein Stückchen „Am Wall“ bis zum Kreisel am Untertor, Offenbornstraße. Am Lindengraben würde sich der Kreis wieder schließen. Der Vorteil: Innerhalb des Einbahnstraßenrings kann überall der Ausstieg für alle Routen, auch für die Busse, genutzt werden. 

Ebenso sind die Wege in den Stadtkern frei. Der Busbahnhof, der dann nur an einer Straßenseite liegen darf, kann beispielsweise im Lindengraben an der rechten Seite Richtung Grünestraße beginnen und sich in der Grünestraße Richtung Maiplatz fortsetzen. Der Maiplatz wäre frei für die geplanten Gestaltungswünsche und es gäbe zusätzliche Parkmöglichkeiten in der Grünestraße auf der linken Seite. Die Kaiserstraße hätte zwar auch dann keine Bushaltestelle mehr, doch Grafweg und Am Wall wären Ausweichmöglichkeiten. Dann würde eine Brücke über die Else als Abkürzung zur Kaiserstraße auch einen weiteren Sinn machen. Im Januar kommt der Arbeitskreis des Bürgerforums wieder zusammen, während das Bürgerforum in seiner großen Besetzung im März sich trifft, berichtete Ulrich Schulte. Wir dürfen auf weitere Vorschläge und auf zu fällende Entscheidungen gespannt sein. Eine wie anfangs erwähnte „Prachtstraße“, wie in anderen Städten, werden wir in Plettenberg wohl nie hinbekommen, doch Machbares, was auch vernünftig ist, sollte nicht nur diskutiert, sondern auch realisiert werden.

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