Telekom will Glasfasernetz großflächig ausbauen

„Ein Quantensprung“

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Plettenberg - In bundesweit sechs Städten startet die Deutsche Telekom Pilotprojekte, um diese mittels Glasfaserausbaus zu Gigabit-Citys zu machen. Die einzige Stadt, die in Nordrhein-Westfalen in den Genuss des extrem schnellen Internets kommen soll, ist Plettenberg.

„Das ist ein einmaliges Angebot für die Bürger unserer Stadt. Mit Übertragungsraten von bis zu 1000 Mbit pro Sekunde ist dies ein Quantensprung in der Digitalisierung“, freute sich Bürgermeister Ulrich Schulte. Und das Beste sei: Die Stadt müsse keinen Cent dazu beitragen. Und noch mehr Vorteile sieht das Stadtoberhaupt: „Damit wird Plettenberg etwa für eine ganz andere Art von Dienstleistern attraktiv. Das sorgt für Arbeitsplätze.“ Telekom-Projektleiter Ralf Engstfeld zeigte sich bei der Präsentation der Aktion im Rathaus jetzt gleich neidisch: „Ich wohne in Eslohe und wünschte, ich hätte solche Übertragungsraten bei mir zuhause.“ Doch da hatte der Erste Bürger der Stadt einen Tipp parat: „Ziehen Sie doch nach Plettenberg“, forderte ihn Bürgermeister Schulte auf. 

Das Angebot gilt für die Stadtteile Böddinghausen, Eschen, Kersmecke, Hechmecke, Sundhelle, Bracht sowie den Stadtkern – deckt also 60 Prozent des Stadtgebietes ab. Erreicht werden können 7000 Privathaushalte und 500 Gewerbebetriebe. Der Haken ist aber: Nur dann, wenn der Anbieter 1500 Vorbestellungen bis Ende Juli erhält, erfolgt der Glasfaserausbau auch. Wenn nicht, verfällt das Angebot. Die Aktion des Telekommunikations-Anbieters firmiert unter dem Motto „Fiber to the Home“ (zu Deutsch: Glasfaser bis ins Haus). Und der Telekom-Leiter Infrastruktur-Vertrieb Peter Kroppen ergänzte: „Auf Wunsch legen wir die Leitung auch im Haus oder in der Wohnung bis an die Telefonbuchse oder sogar bis in den Fernseher.“ Weiter erläuterte er: „Glasfaser ist neun Mal dünner als ein menschliches Haar. Das Kabel, was bei ihnen zuhause ankommt, ist bloß sieben Millimeter dick.“ Und dennoch sei das Kabel weitaus stabiler als die herkömmlichen aus Kupfer – etwa auch bei sauerländer Gewitter. Außerhalb der Häuser wird das Glasfaserkabel im Trenching-Verfahren verlegt. Die Leiterin Produktion Kerstin Müller erklärte: „Dabei verlegen wir das Kabel in 40 Zentimeter Tiefe, ohne Gräben auszubaggern. Stattdessen werden schmale Schlitze in den Bodenbelag gefräst.“ Dieses Verfahren sei acht Mal schneller und bis zu 30 Prozent günstiger.

 Kunden, die ab dem 2. Mai und bis Ende Juli einen dieser neuartigen Anschlüsse vorbestellen, sparen die Kosten für den Hausanschluss, verrät Engstfeld. „Alle anderen müssen für den Hausanschluss nach derzeitigen Stand 799,95 Euro bezahlen. Aber der Preis wird mittelfristig noch deutlich steigen.“ Doch zwangsweise teuer wird es dann für potenzielle Kunden nicht. Engstfeld räumt ein: „Die Technologie wird dann später auch unteren Wettbewerbern zur Verfügung gestellt“ – sprich: Auch andere Telekommunikations-Unternehmen werden die Glasfaserkabel nutzen dürfen, wenn sie einmal verlegt sind. Die Telekom plant, bis Ende September 2019 diejenigen Haushalte, die einen Glasfaseranschluss bis Ende Juli bestellt haben, auch angeschlossen zu haben. Wer dann zuhause die 1000 Mbit nutzen möchte, zahlt monatlich 119,95 Euro. Es gibt aber auch Tarife ab 16 Mbit (34,95 Euro). Wer sich für den 1000-Mbit-Tarif entscheidet, dessen Internet bekommt sprichwörtlich Beine gemacht: „Uploads werden damit im Vergleich zur DSL-Leitung 80 Mal schneller und Downloads 60 Mal“, schwärmte Projektleiter Engstfeld.

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