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Ein Kreisel auf der Verkehrsader? Aldi könnte dafür sorgen

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Von: Georg Dickopf

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Das Gebäude am linken Bildrand und der aktuelle Aldi-Markt müssen für den geplanten Neubau weichen.
Das Gebäude am linken Bildrand und der aktuelle Aldi-Markt müssen für den geplanten Neubau weichen. © Jeide, Sabrina

Als es einst um die Nachfolgenutzung des Real-Marktes am Maiplatz ging, war neben der Familie Röther auch die Expansionsabteilung von Aldi-Nord im Gespräch. 

Plettenberg - Am Maiplatz wäre dann dort, wo jetzt der Modepark Röther residiert, ein großer und moderner Aldi-Markt entstanden.

Weil die Pläne scheiterten und andere passende Grundstücke im Stadtgebiet nicht verfügbar sind, soll nun ein Aldi-Markt an fast gleicher Stelle entstehen. Größer, moderner und parallel zur Herscheider Straße ausgerichtet. Der geplante Gebäudekomplex soll direkt vor dem Steilhang entstehen. In der letzten Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses wurden die Planungen vorgestellt.

Flachdachgebäude steht vor dem Abriss

Wie der Ausschussvorsitzende Klaus Ising (CDU) ausführte, wolle sich der Discounter erweitern. Damit genug Platz für die Parkplätze bleibt, soll ein ehemaliger Komplex der Firma Press & Stanz abgerissen werden. Das Flachdachgebäude befindet sich neben der Stehpizzeria Da Franco an der Herscheider Straße.

In Zukunft soll der Discounter statt bisher 800 Quadratmetern eine Verkaufsfläche von 1 050 Quadratmetern haben. Negative Auswirkung gebe es laut der Auswirkungsanalyse keine, so Ising. Zentrenrelevante Randsortimente dürfen demnach maximal zehn Prozent der Gesamtfläche einnehmen. Ausgenommen davon sind Aktionswaren. Laut Ising gehe es bei der Aldi-Modernisierung vor allem um größere Gänge und ein schöneres Einkaufserlebnis.

Die dunkelbraunen Bereiche (oben der bisherige Aldi-Markt) werden abgerissen. Vor dem Steilhang soll parallel zur Straße ein moderner und größerer Aldi-Markt gebaut werden.
Die dunkelbraunen Bereiche (oben der bisherige Aldi-Markt) werden abgerissen. Vor dem Steilhang soll parallel zur Straße ein moderner und größerer Aldi-Markt gebaut werden. © Stadt Plettenberg

Angesichts der seit Jahren nicht unbedingt optimalen Verkehrsanbindung bedauerte Ising, dass man mit dem geplanten Kreisverkehr im Bereich der Kreuzung Herscheider Straße / Am Wall / An der Lohmühle noch nicht so weit sei. „Aldi ist schneller als Straßen.NRW“, so der CDU-Ratsherr. Er lobte aber, dass die aktuelle Planung der Stadt Plettenberg den Spielraum schaffe, das Problem auch später noch zu lösen.

Während die Zufahrt zum Aldi-Markt aktuell und wohl auch nach dem Neubau erst einmal über die Sackgasse Im Winkel erfolgt, ist mittelfristig eine Verkehrsanbindung an einen möglichen Lohmühlenkreisel vorgesehen.

Kreisverkehr oder Ampel-Kreuzung?

Uwe Meister (CD) wollte von der Verwaltung wissen, wie konkret die Kreisel-Planungen sind. Planungsamtsleiter Till Hoffmann betonte, dass man erste Gespräche mit Straßen.NRW darüber geführt habe. Die Behörde wolle jedoch erst Zahlen zum Verkehrsfluss haben, ehe man sich entscheide, ob man auf einen Kreisel oder auf eine Kreuzung am Eingang der Wallumgehung setze.

Was die Sackgasse „Im Winkel“ angeht, will die Stadt die Zufahrt zu den Häusern in Zukunft vom Marler Weg aus vornehmen. Das wegfallende Straßenstück würde auf der anderen Seite Platz bieten für die geplanten Kundenstellplätze und für die später angedachte Verkehrsführung zu einem möglichen Lohmühlenkreisel.

Bürgermeister Ulrich Schulte warnte die Ausschussmitglieder in dem Zusammenhang vor zu großen Hoffnungen: „Versteifen Sie sich nicht auf einen Kreisel. Es kann gut sein, dass Straßen.NRW bei der Ampel bleibt. Ein Kreisverkehr ist nicht immer ein Allheilmittel.“ Das habe man auch bei der Tunnelsperrung gesehen, als sich der Verkehr gerade an den Kreisverkehren zurückgestaut habe.

In der Ratssitzung wurde der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans Aldi-Markt Herscheider Straße am Dienstagabend einstimmig zugestimmt.

Wie die Aldi-Expansionsabteilung die Übergangsphase zwischen dem Abriss des Altgebäudes und dem geplanten Neubau meistern will, fragten wir in der Essener Aldi-Zentrale nach. Eine Antwort steht noch aus.

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