Spendenappell an Plettenberger

Es trifft die Ärmsten: Pater Zakarias berichtet über Vulkanausbruch in seiner Heimat Indonesien

Pater Zakarias hofft auf die Hilfe der Plettenberger.
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Pater Zakarias, hier vor der Kirche St. Laurentius Senden, hofft auf die Hilfe der Plettenberger.

Am schlimmsten trifft es auch wieder die Ärmsten: Nach drei Jahren Ruhe spuckt der Vulkan Ili Lewotolok auf der indonesischen Insel Lembata seit Ende November Feuer, Rauch, Asche und Gestein in bis zu vier Kilometer Höhe. Dass deswegen gerade arme Familien ihr ohnehin schon spärliches Hab und Gut bei der Evakuierung zurücklassen mussten, berichtet Pfarrer Zakarias Sago, der einst auch in Plettenberg tätig war.

Plettenberg/Toko Jaeng – Sie sind der Naturgewalt völlig ausgeliefert: Vor allem arme Bauernfamilien lebten im Umkreis des wiedererwachten, feuerspeienden Monsters, das sich Ili Lewotolok nennt. Ihre Häuser und Felder hätten sie verlassen müssen, nur das Notwendigste hätten sie mitnehmen können. Das berichtet Pfarrer Zakarias Sago, der nicht nur zwischen 2004 und 2007 in der Vier-Täler-Stadt aktiv war, sondern hier auch ein Hilfsprojekt für seine indonesische Heimat ins Leben gerufen hatte. Und Hilfe, so erklärt Pfarrer Zakarias, hätten die Menschen vor Ort nun dringender denn je nötig.

„Insgesamt mussten 28.000 Bewohner aus 28 Dörfern die Sperrzone verlassen“, berichtete der Pfarrer aus seiner Heimat im Gespräch mit unserer Zeitung. Vieles müsse wiederaufgebaut und nutzbar gemacht werden. Arm seien die Bauern, Rücklagen seien daher in der Regel nicht vorhanden. Staatliche Hilfe? Zu wenig, zu langsam, zu schwerfällig. Da tue es gut, wenn Hilfe von außen kommt. „Lebensmittel, Corona-Schutzmasken, Reinigungs- und Hygieneartikel, Windeln für Kleinkinder und Isomatten sind vonnöten“, erklärt Pfarrer Zakarias.

Mittlerweile ist der Geistliche in Senden bei Münster tätig – auch hier heißt die Gemeinde St. Laurentius. Pfarrer Zakarias stammt aus dem Dorf Toko Jaeng, das keine zwei Kilometer vom Vulkan entfernt liegt und auch von den 1500 Einwohnern, zumeist Kindern, verlassen worden sei. Der Pfarrer macht sich große Sorgen um seine Landsleute, die vorerst notdürftig in der Bezirkshauptstadt Lewoleba untergebracht seien. Und natürlich bedrohe auch hier das Coronavirus die Menschen.

Insgesamt mussten 28.000 Bewohner aus 28 Dörfern die Sperrzone verlassen.

Pater Zakarias Sago zu den Folgen des Vulkanausbruchs Ende November.

2004 hatte Pater Zakarias das Hilfsprojekt für Indonesien in der Katholischen Kirchengemeinde St. Laurentius Plettenberg-Herscheid ins Leben gerufen. Bereits damals berichtete der Geistliche von seiner Heimat, der Freundlichkeit der Menschen, aber auch von der dort herrschenden Armut. Und die schlechten Lebensverhältnisse hätten sich aufgrund von Corona und Naturgewalt natürlich nicht verbessert.

Zwar verließ Pater Zakarias im Jahr 2007 Plettenberg, das Gemeindeprojekt lebt vor Ort aber immer noch. Über viele Aktionen, Konzerte, Basare und ein monatliches Kirchencafé wurden Spenden gesammelt und bewirkten in der Heimat von Pfarrer Zakarias Sago viel Gutes. Unter anderem sorgten Brunnen für gutes Trinkwasser; Schulgeld und Schulbedarf würde für die Ärmsten bereitgestellt, das Waisenhaus in Lewoleba, Schulen und Ausbildung seien unterstützt worden.

Als die Organisatoren des Gemeindeprojekts Indonesien von der neuerlichen, akuten Not in der Heimat von Pfarrer Zakarias Sago hörten, wollten sie ihm helfend zur Seite stehen. Ein schwieriges Unterfangen in diesen Coronazeiten.

Mitorganisator Markus Ingenohl: „Die Weitergabe eines Spendenaufrufes ist zurzeit in den Kirchen kaum möglich. Daher bin ich dankbar, wenn unsere Spendenbitte über die Heimatzeitung gelesen und auch vielleicht weiterverbreitet wird. Jeder noch so kleine Betrag ist höchstwillkommen und erreicht über Pfarrer Zakarias in vollem Umfang die betroffenen Menschen in Toko Jaeng.“

Spende

Gespendet werden kann auf das Konto bei der Volksbank im Märkischen Kreis eG, IBAN: DE81 4476 1534 0121 8870 08, Stichwort „Notstand Toko Jaeng“.

Rund 130 Vulkane

Indonesien, ein Staat, der aus vielen größeren und kleineren Inseln besteht, liegt größtenteils auf dem Pazifischen Feuerring.

Durch den Zusammenstoß der Pazifischen mit der Indisch-Australischen Platte finden in dieser Region immer wieder zahlreiche Erd- und Seebeben sowie Vulkanausbrüche statt. Die etwa 130 Vulkane, die sich auf dem indonesischen Staatsgebiet befinden, sind meistens auch aktiv.

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