1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Plettenberg

Durch A45-Sperrung: Aquamagis drohen Verluste von einer halben Million Euro

Erstellt:

Von: Johannes Opfermann

Kommentare

Ausgelassen im Aquamagis das erfrischende Nass genießen? Das ist nur noch Geimpften oder Genesenen erlaubt.
Ausgelassen im Aquamagis das erfrischende Nass genießen? Das ist nur noch Geimpften oder Genesenen erlaubt. © Aquamagis

Trotz Corona kann das Aquamagis das Jahr mit einem Überschuss abschließen, doch die Freude könnte von kurzer Dauer sein: Neben 2G ist die seit über einer Woche gesperrte Rahmedebrücke ein zusätzlicher Schlag ins Kontor für das Freizeitbad.

Plettenberg – Die halbe Million an Einnahmen, die dadurch wegbrechen, können allerdings durch ein gutes Gasgeschäft der Stadtwerke aufgefangen werden.

Die Wirtschaftspläne des Aquamagis sowie der Stadtwerke standen in der vergangenen Woche auf der Tagesordnung des Rats und wurden einstimmig gebilligt (siehe Kasten). Dadurch dass die vergangenen Monate besser ausfielen, kann das Freizeitbad das Jahr 2021 mit einem Gewinn abschließen.

Mit der Sperrung der Rahmedebrücke ist neben der Coronakrise allerdings noch ein weiteres Problem hinzugekommen, dass sich wirtschaftlich noch bemerkbar machen wird.

„Es ist so, dass dieser Wirtschaftsplan schon wieder Makulatur ist“, sagte Dr. Uwe Allmann, Geschäftsführer des Aquamagis und der Stadtwerke, bei der Vorstellung der Wirtschaftspläne in der vorigen Ratssitzung am 7. Dezember. „Es brechen jetzt alle Besucher weg, es ist dramatisch“, schilderte Allmann die Situation im Aquamagis.

Schon aufgrund der 2G-Regelung habe die Zahl der Badegäste abgenommen, die Sperrung der Rahmedebrücke kommt da noch obendrauf. Denn die vielen auswärtigen Gäste, die zum Beispiel auch aus dem Ruhrgebiet über die A 45 anreisen, fallen nun weg. Ob jemand stattdessen einen weiten Umweg, zum Beispiel über Balve und Hemer in Kauf nehme, bezweifelte Allmann im ST-Gespräch.

Ein Besuch im Freizeitbad lässt sich für die Badegäste um Wochen oder auch Monate verschieben oder man lässt ihn ganz ausfallen, aber in dieser Zeit fehlen dem Bad dann schlicht die Einnahmen.

Für das Ausmaß des wirtschaftlichen Schadens sei die Dauer der Brückensperrung entscheidend, sagte Allmann schon in der Ratssitzung. Statt Wochen sind es nun mindestens drei Monate, die die A 45 gesperrt bleiben wird, wodurch die Einnahmen fehlen. „Die Tendenz ist so, dass wir in diesen drei Monaten eine halbe Million Euro verlieren werden“, sagte Allmann im ST-Gespräch.

Das Besucheraufkommen habe sich mehr als halbiert, wobei es an den Wochenenden noch etwas besser laufe. „In der Woche haben wir 100 statt 500 Gäste am Tag, an den Wochenenden vielleicht 500 statt wie sonst 1000“, so Allmanns grobe Rechnung.

Aquamagis und Stadtwerke 2021 im Plus

Aquamagis: Für den Rat war der Wirtschaftsplan des Aquamagis gleich in zwei Fassungen vorgelegt worden. In einer Version waren die beantragten 1,1 Millionen Euro aus der Überbrückungshilfe III miteingerechnet, doch da die Bewilligung noch aussteht, gab es den Wirtschaftsplan auch ohne die eingepreisten Ü3-Hilfen. In der Variante mit Ü3-Hilfen prognostiziert das Aquamagis für 2021 einen Jahresüberschuss von 1,44 Millionen Euro, deutlich mehr als die 378 300 Euro nach Plan. Ohne Ü3-Hilfen würde der Überschuss 802 165 Euro betragen. In den Jahren 2022 bis 2026 werden jährlich 50 000 Euro investiert. Hinzu kommt im Jahr 2023 eine neue „Kamikaze“-Rutsche für 2,2 Millionen Euro (600 000 Euro davon werden schon 2022 fällig). Stadtwerke: Die Stadtwerke erzielen laut Prognose insgesamt für 2021 ein Jahresergebnis nach Steuern von 3,97 Millionen Euro und liegen damit rund eine halbe Million über dem Plan. Da von dieser Summe 1,09 Millionen Euro an Mark-E und 2,87 ans Aquamagis abgeführt werden, erzielen die Stadtwerke weder einen Überschuss noch einen Fehlbetrag. Auch die Stadtwerke wollen weiter investieren. Für 2022 sind Investitionen von insgesamt 995 000 Euro geplant, davon 500 000 Euro in der Gassparte, 395 000 Euro in der Wassersparte. In beiden Fällen schlagen unter anderem Neuverlegungen am Grafweg und im Neubaugebiet Ölmühle zu Buche.

Zunächst soll aber noch das Weihnachtsgeschäft abgewartet werden, das erfahrungsgemäß eigentlich ganz gut verlaufe, und zwar bis zum 9. Januar. Sollte das Ergebnis deutlich schlechter sein als erwartet, müsse man überlegen, an welchen Stellschrauben man drehen müsse, um Geld einzusparen. Gedanken dazu mache man sich bereits, wie Allmann schon im Rat mitteilte und dabei nicht ausschloss, Teilangebote zurückzufahren.

Die halbe Million Euro an Einnahmen, die wahrscheinlich fehlen werden, können aber durch Mehreinnahmen an anderer Stelle aufgefangen werden. „Wir haben ein sehr gutes Geschäft gemacht und eine Menge Gas abverkauft, für eine halbe Million Euro“, konnte Allmann bereits vor über einer Woche im Rat mitteilen. Die Stadtwerke konnten nämlich von den derzeit hohen Gaspreisen profitieren.

„Wir haben ein verhältnismäßig glückliches Händchen bewiesen und konnten das Gas zum Fünffachen des Preises verkaufen, zu dem wir es vor zwei Jahren eingekauft haben – das war eine einmalige Chance“, erklärt Allmann. Die Einnahmen aus dem Gasgeschäft gäben ein wenig Luft zum Atmen und könnten – da sie sich in einer ähnlichen Größenordnung wie die Ausfälle wegen der A 45-Sperrung bewegen – diese auffangen.

Aufgefangen werden konnten auch die fehlenden Mittel bei der Plettenberger Kultour GmbH. Wegen des geringen Jahresgewinns 2020 hatte das Aquamagis nur rund 147 382 Euro statt 800 000 Euro an seine Gesellschafter – die Plettenberger Kultour GmbH und die Stadt Plettenberg – ausschütten können. Um den Fehlbetrag auszugleichen, billigte der Rat in seiner letzten Sitzung die nachträgliche Ausschüttung der fehlenden knapp 652 618 Euro.

Davon gingen knapp 580 830 Euro an die Kultour GmbH, die 89 Prozent der Anteile hält, die übrigen knapp 71 788 Euro an die Stadt.

Auch interessant

Kommentare