Dura-Schließung steht kurz bevor: Wie es danach für die Mitarbeiter weiter gehen soll

+

Plettenberg - Für viele Dura-Mitarbeiter könnte die Suche nach einem neuen Job schwierig werden. Das zumindest befürchtet Faruk Ikinci, der Betriebsratsvorsitzende der Firma Dura, wenn er an die Zukunft seiner Kollegen denkt. Deshalb kommt nun Unterstützung vom Betriebsrat.

Bis zum 30. April sind die aktuell noch 515 Beschäftigten beim einst größten Arbeitgeber Plettenbergs an der Königstraße angestellt. Wie es für sie danach beruflich weitergeht, ist in den allermeisten Fällen noch unklar. 

Die Lage ist nicht einfach: Betriebsrat und Arbeitsagentur haben gemeinsam die Mitarbeiterstruktur analysiert und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass das Durchschnittsalter bei 50,4 Jahren liegt, dass die Mitarbeiter im Schnitt 23,2 Jahre bei Dura angestellt sind und aufgrund des großen Produktionsbereichs über 400 der Mitarbeiter un- oder angelernt sind. „Viele haben in ihrem Leben keine andere Firma als Dura gesehen“, beschreibt Faruk Ikinci. „Denen jetzt zu sagen ‘Steh auf, beweg dich’, hat auch Energie gekostet, aber jetzt sind alle auf dem Weg.“

Zu verdanken ist dies den Aktionen, die der Betriebsrat unter dem Motto „Angebote, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden“ mit diversen Kooperationspartnern gestartet hat. An mehreren Tagen war die Arbeitsagentur im Dura-Werk und hat die Mitarbeiter auf die Zeit nach Dura vorbereitet. Vor rund drei Wochen konnten sich die Angestellten in den Räumen des Betriebsrats außerdem an einer Weiterbildungsbörse informieren, bei denen zahlreiche Anbieter aufgezeigt haben, wie man sich für andere Berufsfelder weiterqualifizieren kann.

Der nächste Schritt ist nun eine Art Schnellkennenlerntreffen mit „hoffentlich über 35 Arbeitgebern“, wie Faruk Ikinci sagt. Der TÜV Nord wird die Dura-Mitarbeiter darauf professionell vorbereiten und an drei Tagen allen Freiwilligen Tipps und Hilfe für Bewerbungen, Bewerbungsfotos und Vorstellungsgespräche geben. Das Schnellkennenlernen mit den Arbeitgebern findet am 12. April für alle Beschäftigten in der Oesterhalle statt.

Das Ziel ist, dass durch diese Maßnahmen viele Angestellte einen neuen Job finden können. „Wir hoffen, dass wir dadurch den großen Knall – also, dass alle auf einmal auf dem Arbeitsmarkt landen – vermeiden können“, sagt der Betriebsratsvorsitzende, der nach eigener Aussage für die geleistete Hilfe keine Unterstützung von der Dura-Geschäftsführung erhalten habe.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare